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Vorwort Die Idee, dieses Buch zu schreiben, kam mir bei Studien im Forschungsinstitut der Hochschule Speyer über die »Selbstversorgung« Brüsseler Politiker. Dazu gehören: -
der seit Jahren andauernde »legalisierte Spesenbetrug«, mit dem sich
Europaabgeordnete riesige steuerfreie Zweiteinkommen erschleichen, -
groteske Doppelversorgungen, -
ein völlig inakzeptables europäisches Diätengesetz, das kurz vor der
Europawahl 2004 aufgrund meiner Analysen scheiterte, dann aber im Sommer 2005
doch noch zustande kam, -
ein Parteiengesetz, das europäischen Pseudoparteien Subventionen
verschafft, die alle vernünftigen Maßstäbe sprengen, -
überzogene finanzielle Privilegien, die europäische Beamte und
Kommissare in schöner Eintracht mit ihren Richtern und Rechnungshofmitgliedern
genießen, und - die scheinbar grenzenlose Aufblähung sämtlicher Organe der EU: vom Parlament bis zu den Gerichten. Die
Auswüchse, mit denen sich ein großer Teil dieses Buches beschäftigt, sind
derart krass, dass sich die Frage aufdrängt, wie es dazu eigentlich kommen
konnte. Warum konnten die Verantwortlichen selbst massivste
Kritik unbeeindruckt aussitzen? Warum glaubten sie, Kritiker ungestraft
verleumden zu können? Organisation und Entscheidungsverfahren der EU gerieten
so fast zwangsläufig in den Fokus. Ihre Analyse macht einen weiteren Teil des
Buches aus. Dabei geht es nicht um eine Gesamtdarstellung der EU, sondern um
exemplarische Teilbereiche. Die Untersuchung ergibt: Die europäische
Politikfinanzierung und die Aufblähung der Pfründen, die alle für die Bürger
geltenden Grundsätze auf den Kopf stellen, sind nur der sichtbare Ausdruck
eines Demokratie- und Kontrolldefizits, das kennzeichnend ist für die Europäische
Union insgesamt. Nirgendwo sonst kommen die extreme Bürgerferne der EU und der
Expansionsdrang ihrer Organe derart unverblümt zum Vorschein wie in den Regeln,
die die politische Klasse sich in eigener Sache gegeben hat. Abhilfe kann nur
eine grundlegende Neuordnung schaffen, die demokratische Mindeststandards wie
politische Gleichheit und Gewaltenteilung einhält und eine »Regierung durch
und für Bürger« ermöglicht. Die Behebung der Demokratiemängel in der EU ist
vielleicht nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts. Speyer, im Dezember 2005 Hans
Herbert von Arnim
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