Das Internet, ursprünglich Ende der 1960er
Jahre zur Vernetzung US-amerikanischer Universitäten und
Forschungseinrichtungen konzipiert, hat sich zu einem weltumspannenden
Kommunikationsnetz mit weit über einer Milliarde Nutzern entwickelt. Auch
etwa 60 Prozent aller Deutschen nutzen mittlerweile regelmäßig das
Internet. Förderlich für die rasante Ausbreitung der Nutzung des
Internet war und ist dessen einfaches Konstruktionsprinzip, das es
grundsätzlich jedem auf einfache Weise ermöglicht, Zugang zum Netz zu
erhalten und mit jedem anderen weltweit zu kommunizieren.
Dabei gibt es aber eine ganze Reihe von
Problemen, die es verhindern, bestimmte traditionelle Formen der
Kommunikation mit entsprechender (Rechts-)Sicherheit im Internet zu
erledigen. So sind im Internet weder die Identität der
Kommunikationspartner verifiziert noch die Authentizität der übertragenen
Nachrichten gewährleistet. Ebensowenig ist die vertrauliche und
unverfälschte Übertragung von Informationen sichergestellt.
Daher sind viele Verwaltungsanwendungen (E-Government)
ohne den Einsatz zusätzlicher Techniken im Internet nicht zulässig oder
ratsam. Außerdem sollte die private Übermittlung vertraulicher oder
sensibler Daten diese Problematik berücksichtigen.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung sollen die
Defizite des Internet im Hinblick auf die (rechts-)sichere Kommunikation
systematisch verdeutlicht und technische Möglichkeiten zu deren
Beseitigung aufgezeigt werden.
Folgende Themen sollen
schwerpunktmäßig behandelt werden:
- Probleme der Internetkommunikation
- Rechtliche Anforderungen für
Verwaltungsanwendungen
(E-Government)
- Technische Grundlagen des Internet
- Internetanwendungen E-Mail, Word Wide
Web (WWW), Web 2.0
- Verfahren zur Datenverschlüsselung
- Elektronische Zertifikate und Signaturen
- Signaturanwendungen
- Sichere E-Mail-Dienste (DE-Mail, E-Post)
- Sichere Datenübertragung mit SSL (Secure
Socket Layer)
- Zeitstempel für digitale Dokumente
- Der neue Personalausweis
- Client-Sicherheit
Didaktisches Konzept / Lehrziele
Im Vordergrund steht nicht die Vermittlung
von Handhabungswissen für Internetanwendungen. Vielmehr soll mit einer
systematischen, auch für Technik-Laien leicht verständlichen Einführung
in die Grundlagen der Internet-Technologie das Verständnis für die
Probleme der Internetkommunikation verbessert, Möglichkeiten für deren
Lösung aufgezeigt und damit der Einsatz (rechts-)sicherer
Kommunikationstechniken im Internet gefördert werden.
Voraussetzungen:
Praktische Erfahrungen bei der Nutzung von
Internetanwendungen sind von Vorteil. Kenntnisse in den Bereichen
Datenübertragung und Internettechnologie werden nicht
vorausgesetzt. Die Veranstaltung ist für Juristen und Nicht-Juristen
gleichermaßen geeignet.