|
Univ.-Prof.
Dr. Dr. Detlef Merten zu den
Ursachen der überlangen Dauer verwaltungsgerichtlicher Verfahren
Am
10. Oktober 2002 stellte Prof. Dr. Dr. Detlef Merten vom Forschungs-
institut für öffentliche Verwaltung bei der Deutschen
Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer den Präsidenten der
Oberverwal- tungsgerichte und Verwaltungsgerichtshöfe auf ihrer jährlichen
Tagung in Frankfurt (Oder) die Ergebnisse seines Forschungsprojektes zur
Dauer verwaltungsgerichtlicher Verfahren in ausgewählten Bundesländern
vor. Zu den Hauptursachen der bundesweit stark angestiegenen Laufzeiten
bei den Verwaltungsgerichten zählt nach seinen Untersuchungen der
Geschäftsanfall in den letzten zehn Jahren.
Vor allem durch die in den Jahren 1992 bis 1994 zum Teil verdoppelten
Zugänge von Asylverfahren wurden die Verwaltungsgerichte geradezu
überflutet. Auf diesen explosionsartigen Zuwachs der Verfahren reagierten
die Länder jedoch nicht einheitlich. Während z. B. in Bayern,
Hamburg,
Rheinland-Pfalz neue Richter eingestellt wurden, unterließen andere
Bundesländer eine ausreichende personelle Verstärkung ihrer
Verwaltungsgerichtsbarkeit. Seitdem schieben die Verwaltungsrichter in
diesen Ländern eine große Bugwelle unerledigter und stetig älter
werdender Verfahren vor sich her, was zu einer verfassungsrechtlich
bedenklichen Verlängerung der Verfahrensdauer geführt hat.
 |
Stand:
11.04.2006
|
|