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Vorinformation – Sommersemester 2008
Veranstaltung mit europäischem/internationalem
Schwerpunkt LAST-MINUTE-Anmeldung nach Exposé-Verfahren (bis 17. April 2008) Die im Dezember 2006 verabschiedete EU-Dienstleistungsrichtlinie (DLR: Richtlinie 2006/123/EG) soll den Zugang zum Dienstleistungsmarkt in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vereinfachen, bestehende bürokratische Hindernisse für Dienstleistungserbringer abbauen und so die grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen in Europa fördern. Bis Dezember 2009 muss die Richtlinie in allen EU-Staaten in nationales Recht überführt werden. Die mit der Umsetzung der Richtlinie neu einzurichtenden "Einheitlichen Ansprechpartner" (EA), die elektronische Verfahrensabwicklung und die automatische Genehmigung von Verfahren nach dem Ablauf einer vorgegebenen Genehmigungsfrist werden einen wesentlichen Beitrag zur Vereinfachung von Strukturen, Verfahren und Formalitäten in der öffentlichen Verwaltung leisten. Die konsequente Umsetzung entsprechender One-Stop-Government-Konzepte auf Basis einer serviceorientierten Architektur (SOA) wird beträchtliche Auswirkungen auf die gesamte öffentliche Verwaltung in allen Mitgliedsstaaten haben, die weit über den Anwendungsbereich europäischer Dienstleistungsunternehmen hinausreichen. In Deutschland bereiten sich der Bund, die Länder, die Kommunen sowie die Kammern darauf vor, einheitliche Ansprechpartner bis Ende 2009 einzurichten. Noch bestehen vielfältige organisatorische Gestaltungsoptionen, etwa bei der Anzahl, der Verortung, der Träger, der Zielgruppen, der zu erschließende Verfahren, dem Aufgabenspektrum, den räumlichen Zuständigkeiten, den Shared-Services, den Fristen und der Mehrsprachigkeit. Werden die sich bietenden Potentiale aus dem Ansatz genutzt und sogar auf andere Verwaltungsbereiche übertragen, verändert sich die öffentliche Verwaltung in den kommenden Jahren grundlegend. Mit dem "EA light" werden zudem Ansätze eines betreuenden, privatwirtschaftlichen Verfahrensmanagers diskutiert, der unabhängig von der öffentlichen Verwaltung agiert, diese aber erheblich unter Handlungsdruck setzen kann. Das Seminar wird sich mit den fachlichen und technischen Gestaltungsspielräumen aus verschiedenen Blickwinkeln (Recht, Organisation, Politik, Informationstechnik) auseinander setzen, um zentrale Konzepte für eine Umsetzung darzustellen und um diese gemeinsam zu diskutieren. Ein besonderes Augenmerk wird auf die derzeit laufenden Umsetzungsbemühungen auf Bundes- und Landesebene, der Europäischen Kommission (Internal Market Information System) und bei Deutschland-Online (IT-Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie) geworfen. Ziel ist es, Grundlagen und Kenntnisse zu vermitteln, die in der öffentlichen Verwaltung in den kommenden Jahren zur Entscheidungsfindung und zur Umsetzung dringend benötigt werden. Themenfelder
(Mai 2008 bis Juli 2008) 1. Die EU-Dienstleistungsrichtlinie 2. Historischer Aufriss der EU-Dienstleitungsrichtlinie 3. Zielgruppen der Dienstleistungsrichtlinie in der Europäischen Union 4. Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken für Dienstleistungserbringer 5. Normenscreening und Bürokratieabbau 6. DOL-Vorhaben „IT-Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie“ 7. Einheitlicher Ansprechpartner – Idee, Verortung und aktueller Stand 8. Überführung der EA-Ansätze in das deutsche Verwaltungsverfahrensrecht 9. Hochleistungsportale, One Stop Government und einheitliche Ansprechpartner 10. Portal Service-bw und die Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie 11. Generalprozesse, Prozesse und Fachverfahren 12. Elektronische Verfahrensabwicklung und Prozessoptimierung 13. Anforderungen an ein Wissensmanagement für einen EA-Verbund 14. Anforderungen an ein Fallmanagement für einen EA-Verbund 15. Verzeichnisbasierte Zuständigkeitsfinder als denkbare Kernkomponente 16.
IMI (Internal
Market Information System) und CAD (Competent Authority Database) 17. Konzept des EALight – privatwirtschaftliche Verfahrensmittler 18. Denkbare Synergien mit dem Bürger- und Behördentelefon D115 19. Portalansätze zur DLR-Umsetzung: Großbritannien, Luxemburg und die Niederlande 20. Best Practice: Bewährte Vorbilder für Einheitliche Ansprechpartner
Literaturliste http://www.dhv-speyer.de/lba/lucke/litsems08.pdf Yahoogroups-Website der Arbeitsgemeinschaft URL: http://de.groups.yahoo.com/group/jvl-ag Die Vergabe der Themen mit speziellen Literaturhinweisen erfolgt in der ersten Veranstaltung am 19.5.2008. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an PD Dr. von Lucke, Tel. 030 – 3463 7186 (lucke@dhv-speyer.de) oder nutzen das Angebot im Internet unter http://www.dhv-speyer.de/lba/lucke.
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