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Forschungsgebiete
Färber
N.N.:
"Räumliche Aspekte des föderativen Systems“
Laufzeit:
1.1.2002 bis 31.12.2005
Die räumlichen Aspekte des deutschen föderativen
Systems sind (u.a. Auswirkungen auf die regionale Wirtschaftsentwicklung bzw.
Wechselwirkungen mit ihr, Auswirkungen auf das Wanderungsverhalten, auf die
Ausstattung der Bevölkerung mit öffentlichen Gütern, die Raumnutzung durch öffentliche
und private Wirtschaftssubjekte) werden kaum untersucht, meistens sogar
ignoriert. Unerforscht sind auch die mit dem Paradigmenwechsel zum
„aktivierenden Staat“ verbundenen föderativen und regionalen Konsequenzen.
Insbesondere auch unter dem Eindruck der
Vielzahl räumlich undifferenzierter Vorschläge zur Neuordnung der
Finanzverfassung und vor dem Hintergrund von unverhohlen interessenzentrierten
Forderungen nach einer Regionalisierung bislang bundesweit und bundeseinheitlich
gestalteter Finanzierungssysteme ist eine Erforschung der räumlichen Aspekte
der deutschen Finanzverfassung überfällig. Die offensichtlich
längerfristig weiter divergierenden Wirtschaftsentwicklungen
zwischen West- und Ostdeutschland sind dabei z.B. daraufhin zu untersuchen, ob
sie durch mögliche vom öffentlichen Sektor ausgehende Fehlimpulse, z.B. durch
zu viel oder zuwenig Einheitlichkeit bei der Finanzausstattung oder auch durch
mangelnde Autonomie der dem Bund nachgeordneten föderativen Ebenen,
mitverursacht sind und sogar noch verstärkt werden. Außerdem ist in diesem
Zusammenhang zu untersuchen, inwieweit z.B. bundeseinheitlich geregelte, aber
von Ländern und Gemeinden (mit)finanzierte föderative Subventionsprogramme und
Sozialleistungen sowie die Struktur der Steuerquellen und die regionale Inzidenz
der Steuervergünstigungen möglicherweise nicht nur regionale Ungleichgewichte
zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern auch zwischen Stadt und Land bzw.
Ballungsräumen und Wachstumspolen auf der einen Seite und dem ländlichen Raum
und Strukturkrisenregionen andererseits forciert.
Das Projekt hat damit eine dreifache
Zielsetzung: erstens soll es die wirtschaftspolitischen Argumente einer
raumwirtschaftlichen Wachstumstheorie unter Einbeziehung des öffentlichen
Sektors kritisch analysieren, zweitens (ausgewählte) empirische Finanzströme
des föderativen öffentlichen Sektors auf ihre räumlichen Wachstumswirkungen
hin untersuchen und drittens aus der Perspektive einer auf internationale
Wettbewerbsfähigkeit unter den Bedingungen der Nachhaltigkeit ausgerichteten
Wachstumspolitik Reformvorschläge für die deutsche Finanzverfassung
entwickeln. Neben theoretischen Modellen und quantitativen Analysen sollen außerdem
internationale Vergleiche mit anderen föderativen Staaten herangezogen werden,
um Gestaltungsalternativen in Finanzverfassungen aufzudecken und auf ihre
Raumwirksamkeit hin überprüfbar zu machen. Insoweit ergeben sich
Synergieeffekte mit dem Projekt „Finanzföderalismus im Vergleich“, in dem
in den letzten Jahren eine umfangreiche und weiter ausgebaute Materialsammlung
zur Empirie föderativer Finanzverfassungen angelegt wurde.
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Stand:
11.05.2007
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