Pressemitteilung

Zwei neue Professoren der DHV Speyer stellen sich vor
Gleich zwei neue Professoren der DHV Speyer stellen sich am 21. Januar 2009 um 19.00 Uhr im Auditorium maximum der Hochschule mit ihren Antrittsvorlesungen der Öffentlichkeit vor. Zunächst wird Univ.-Prof. Dr. Ulrich Stelkens referieren zu "Souveränitätsverlust der Mitgliedstaaten durch Aufenthaltsfreiheit der Unionsbürger". Dann wird Univ.-Prof. Dr. Joachim Wieland vortragen zum Thema "Der Europäische Gerichtshof im Spannungsverhältnis zwischen Rechtsanwendung und Rechtsgestaltung".

Univ.-Prof. Dr. Ulrich Stelkens, Jahrgang 1967, wurde bereits 2007 auf den Speyerer Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Recht der Mehrebenenbeziehungen und Normsetzungslehre berufen. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität des Saarlandes und dem Erwerb des "Diplôme d'Etudes universitaires générales" am dortigen Centre d´Etudes Juridiques Françaises legte Stelkens 1995 sein zweites Staatsexamen ab. Seine Dissertation wurde 1997 mit dem Dr. Eduard Martin Preis ausgezeichnet. 2003 wurde Stelkens dann in Saarbrücken aufgrund einer Untersuchung über "Verwaltungsprivatrecht - Anwendbarkeit des Privatrechts auf das Handeln juristischer Personen des öffentlichen Rechts und die sich hieraus ergebenden Rechtsfolgen" mit der Lehrbefugnis für Staats- und Verwaltungsrecht einschließlich Europarecht, Sozialrecht und Rechtsinformatik habilitiert. Vertretungsprofessuren führten ihn nach Berlin und Speyer, bevor er den Ruf an die DHV annahm. Zahlreiche Veröffentlichungen unter anderem in den Bereichen Verwaltungsprivatrecht, Verwaltungshaftungsrecht, zur Umweltpflicht von Verwaltungsträgern, zur Regulierung wirtschaftlicher Tätigkeit als Form der Einbeziehung privatwirtschaftlicher Tätigkeit in die staatliche Daseinsvorsorge, zur Staatshaftungsreform im Mehrebenensystem oder zur rechtsgeschäftlichen Vertretung des Bundes bei der Bundesauftragsverwaltung weisen Stelkens neben mehreren Kommentierungen als hervorragenden Rechtswissenschaftler aus.
Pionierarbeit leistete und leistet er in Zusammenarbeit mit dem Saarbrücker Rechtswissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Klaus Grupp mit den "Saarheimer Fällen zum Staats- und Verwaltungsrecht". Es handelt sich um eine im Internet (www.saarheim.de) veröffentlichte Sammlung von mittlerweile über 110 Übungsfällen zum Verwaltungsrecht und zum Staatsrecht. Diese Fälle sind mit ausgearbeiteten Lösungshinweisen versehen, die regelmäßig aktualisiert werden. Die Sammlung ist heute die umfangreichste publizierte Fallsammlung zum öffentlichen Recht. Die "Saarheim Fälle" sind aber auch eines der ältesten und bekanntesten E-Learning-Projekte im Bereich der Rechtswissenschaft, dessen Nutzung zudem einfach und kostenlos ist. 2007 wurde das Projekt mit dem Förderpreis "Neue Medien in der Lehre" ausgezeichnet.

Univ.-Professor Dr. Joachim Wieland LL.M. hat - ebenfalls seit 2007 - den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht an der DHV Speyer inne. Wieland, Jahrgang 1951, schloss sein Studium der Rechtswissenschaften in Bielefeld und Cambridge 1979 mit dem Zweiten Staatsexamen ab, bevor er 1984 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg über die Freiheit des Rundfunks promovierte. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht und wissenschaftlicher Assistent am Freiburger Seminar für Rechtsphilosophie und Kirchenrecht sammelte er umfangreiche rechtswissenschaftliche Erfahrungen, bevor er dort 1989 mit der Habilitationsschrift "Die Verbindung wirtschaftsverwaltungsrechtlicher Erlaubnisse mit Abgabenpflichten" habilitiert wurde mit der Lehrbefugnis für Öffentliches Recht einschließlich Finanz- und Steuerrecht und Rechtsvergleichung.
Nach Lehrstuhlvertretungen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Universität Bielefeld nahm er 1991 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht, Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld an, wo er von 1996 bis 1998 auch das Amt des Prorektors für Personal und Finanzen inne hatte. 2001 wechselte er an die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht, Fachbereich Rechtswissenschaft. Dort erreichte ihn der Ruf nach Speyer.
Wieland gilt als hervorragender Rechtswissenschaftler, was durch zahlreiche Nebentätigkeiten belegt wird. So ist er seit 2006 Mitglied des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen, war Mitglied der Gemeindefinanzreformkommission des Bundes, der Enquetekommission Kommunen des Landtags Rheinland-Pfalz, der Gemeinsamen Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Reform der bundesstaatlichen Ordnung und der Enquetekommission Verfassungsreform des Hessischen Landtags. Als Prozessvertreter des Bundespräsidenten, des Bundestags, der Bundesregierung, von Landesregierungen und Kommunen vor dem Bundesverfassungsgericht, dem Bundesverwaltungsgericht und verschiedenen Landesverfassungsgerichten und als Sachverständiger für die Kommission zur Modernisierung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen erwarb sich Wieland einen herausragenden Ruf in den Bereichen Verfassungsrecht, Finanzverfassungsrecht, Steuerrecht, Öffentliches Wirtschaftsrecht.
Sein äußerst umfangreiches Publikationsverzeichnis weist neben Monografien beispielsweise zur Freiheit des Rundfunks, zur staatlichen Duldung rechtswidrigen Verhaltens, Konzessionsabgaben oder zum Schutz des Selbstverwaltungsrechts der Kommunen auch mehr als 150 Zeitschriftenaufsätze zu den verschiedensten Rechtsgebieten, sechs Herausgeberschaften und fünf Kommentarmitarbeiten auf.

(19.01.2009)

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