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Archiv der Pressemitteilungen |
Stipendienausschreibung Die DHV Speyer schreibt voraussichtlich zum 1. September 2002 ein Promotionsstipendium nach Landesgraduiertenförderungsgesetz aus. Bewerbungsschluss ist der 16. August 2002. Der Ausschreibungstext ist hier als pdf-Datei einsehbar!
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| Juli 2002 | |
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Ergänzungsstudium Wissenschaftsmanagement: Kooperation für einzigartige postgraduale Ausbildung |
| Juni 2002 | |
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Stromhandel und staatlicheOrdnungspolitik, Energieforum an der DHV Speyer |
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| Mai 2002 | |
| Semesterbeginn an der DHV: Rektor begrüßt Hörer des Sommersemesters 2002 | |
| Toleranz im Demokratischen Verfassungsstaat | |
| Auszeichnung Univ.-Professor Siedentopf und Direktorin der ENA |
| Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer baut Ehemaligen-Netzwerk auf |
Ergänzungsstudium Wissenschaftsmanagement:
Kooperation für einzigartige postgraduale Ausbildung
Der Schwerpunkt "Wissenschaftsmanagement" ist ein zum Wintersemester 2002/03 neu eingerichteter Schwerpunkt im Ergänzungsstudium der DHV Speyer. Hochkarätige Wissenschaftler/innen der DHV und hochrangige Führungskräfte aus Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen vermitteln interdisziplinäres Querschnittswissen für eine Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement in Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und Ministerien.
Das Ergänzungsstudium Wissenschaftsmanagement richtet sich an junge Nachwuchskräfte in Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und Ministerien, die von den jeweiligen Institutionen zur spezifischen Qualifizierung an die DHV Speyer entsandt werden. Selbstverständlich sind aber auch Bewerbungen von Einzelpersonen möglich. Zulassungsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes Universitätsstudium der Rechts-, Wirtschafts-, Sozial-, Technik- oder Naturwissenschaften. Auch Vertreter weiterer Disziplinen sind willkommen.
Das Ergänzungsstudium umfasst in einem generalistischen Bereich die für das Wissenschaftsmanagement relevanten Grundzüge der Verwaltungswissenschaften, des öffentlichen Rechts, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und des New Public Managements. Der Spezialisierungsbereich Wissenschaftsmanagement bietet folgende forschungs- und wissenschaftsbezogenen Themenfelder:
Rechtliche Grundlagen und Instrumente, zum Beispiel wissenschaftsadäquates Dienst- und Arbeitsrecht, Verträge und Lizenzen;
Wissenschaftsadäquates Management, zum Beispiel Public Private Partnership, Projektmanagement, Wissenstransfer, öffentliches Marketing;
Strategisches Management, zum Beispiel Qualitätssicherung im Wissenschaftsbereich, Change Management;
Finanz- und Kostenmanagement, zum Beispiel wissenschaftsadäquates Rechnungswesen, Kosten-Leistungs-Rechnung und Controlling.
Der Studienverlauf ist bewusst offen gestaltet. Er bildet gleichsam ein Menu, aus dem die Teilnehmer/innen die Bereiche auswählen können, denen ihr besonderes Interesse gilt oder die besondere Relevanz für das Aufgabenprofil der sie entsendenden Institution besitzen.
Das Vollzeitstudium Wissenschaftsmanagement, für das ein Deckungsbeitrag erhoben wird, umfasst ein Semester (Wintersemester: 1. November bis 31. Januar, Sommersemester: 1. Mai bis 31. Juli). Bewerbungen für das kommende Wintersemester sind noch bis 1. September möglich.
Kontaktadresse:
Brigitte Jahn-Zimmermann, Dipl.-Soziologin
Email: jahn-zimmermann@dhv-speyer.de
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.dhv-speyer.de/Studium/Wissenschaftsmanagement/index.htm
Stromhandel
und staatliche Ordnungspolitik
Energieforum an der DHV Speyer
Deutschland
hat auf der Grundlage der europarechtlichen Liberalisierung der Strommärkte die
100 Jahre alten Versorgungsmonopole beseitigt und einen branchen- internen
Wettbewerb im Strommarkt eingeführt. Rechtlich kann nunmehr jeder Verbraucher
seinen Stromversorger frei wählen. Ist dies aber auch praktisch möglich? Wie
funktioniert der Stromhandel im bilateralen Verhältnis (OTC-Handel) und an der
Strombörse, wo bestehen Hindernisse und Risiken? Besitzt der Staat eine
besondere Verantwortung für das Funktionieren des Wettbewerbs im Strommarkt
oder ist er auf ein Wächteramt beschränkt wie in anderen Märkten?
Diese
und andere Fragen zum Wettbewerb im Strommarkt werden unter der
wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Eberhard Bohne am 24. und 25.
Juni 2002 auf dem Speyerer Energieforum „Stromhandel und staatliche
Ordnungspolitik" diskutiert. Dabei werden ausländische Erfahrungen,
insbesondere aus den USA, einbezogen werden.
Ein
ausführliches Tagungsprogramm ist im Internet abrufbar unter
http://www. dhv-speyer.de/Bohne/ energieforum.htm
Der
Leiter des Europa-Büros der Stadt Mannheim, Peter Simon, war Gast an der
Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer . Als Mitglied im
Team der Bundesregierung für den Europäischen Konvent zur Zukunft der EU
konnte Simon den Hörerinnen und Hörern wertvolle Insider-Einblicke in die
Zukunftsperspektiven des Europäischen Konvents eröffnen. Der Vortrag von Simon
fand im Rahmen des Seminars von Univ.-Professor Dr. Siegfried Magiera
"Stand des Integrationsprozesses und Zukunft der Europäischen Union"
statt.
Simon erläuterte die Arbeit des Konvents zur Zukunft der EU als neue,
transparente Methode der Vertragsreform nach dem Vorbild des erfolgreichen
Konvents zur Grundrechtscharta. Die Arbeit des Konvents gilt dem bislang
ehrgeizigsten Reformprojekt im Rahmen der europäischen Integration, der
Entwicklung von Lösungsvorschlägen zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit
einer sich erweiternden EU in einer globalisierten Welt. Gleichzeitig soll er
die demokratische Legitimation, die Transparenz der EU und ihrer Organe stärken
und den "Weg zu einer Verfassung für die europäischen Bürger"
weisen.
Dazu wird der Konvent nach einer Anhörungs- und Analysephase bis zum
Frühsommer 2003 einen Entwurf erarbeiten, der ent-scheidend sein wird für den
Erfolg der sich anschließenden Regierungskonferenz.
Die neue Methodik des Konvents stellte Simon exemplarisch an der Anhörung der
Zivilgesellschaft vor, die in einen intensiven Dialog eingebunden wird. In
Internetforen (http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/eu_politik/aktuelles/zukunft/forum_html)
und Anhörungen vor dem Konvent haben die Bürgerinnen und Bürger der EU sowie
Verbände die Gelegenheit, ihre Standpunkte und Vorstellungen einzubringen. Das
Verfahren der Umsetzung von Anhörungsergebnissen erläuterte Simon beispielhaft
an der gerade diskutierten Implementierung der Interessen der Kommunen in den
Entwurf. Diese möch-ten ihre finanziellen Belastungen, das
Subsidiaritätsprinzip und die Daseinsvorsorge in lokalen Gebietskörperschaften
in der Arbeit des Konvents berücksichtigt wissen.
Für die Hörerinnen und Hörer der Hochschule besonders interessant waren die
vorsichtigen Prognosen, die Simon als "Insider" nach den drei Monaten
der Arbeit des Konvents für dessen Ergebnisse wagte. So geht er von einer
weiteren Vergemeinschaftung bei wichtigen Politikbereichen wie der Inneren
Sicherheit, der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und der Justizpolitik
aus. Eine scharfe Abgrenzung der jeweiligen Befugnisse von Gemeinschaft und
Mitgliedstaaten etwa durch einen schon länger kontrovers diskutierten
Kompetenzkatalog hält Simon hingegen für eher unwahrscheinlich.
Auszeichnung für Univ.-Professor Siedentopf
und Direktorin der ENA
Für
ihre besonderen Verdienste um die Kooperation zwischen der renommierten Ecole
Nationale d'Administration (ENA) und der Deutschen Hochschule für
Verwaltungswissenschaften Speyer wurden heute die Direktorin der ENA,
Marie-Françoise Bechtel, und der Speyerer Univ.-Professor Dr. Heinrich
Siedentopf ausgezeichnet.
Im Rahmen des 9. deutsch-französischen Verwaltungskolloquiums überreichte
heute der Rektor der DHV Speyer, Univ.-Professor Dr. Rudolf Fisch, Madame
Marie-Françoise Bechtel, die Hochschulmedaille in Anerkennung ihrer Verdienste
um die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen ENA und DHV. Ausdrücklich
würdigte Fisch in seiner Ansprache auch die Bemühungen Bechtels, die ENA neu
in der französischen Gesellschaft zu positionieren und durch die Erstellung
neuer Lehrangebote fit zu machen für die durch Globalisierung und europäische
Integration neu auf sie zukommenden Aufgaben.
In ihrer Dankesrede ging Bechtel auf die lange Geschichte der Zusammenarbeit
zwischen der ENA und der DHV ein. Diese reicht bis ins Jahr 1947 zurück, als
die Speyerer Hochschule als "kleine Schwester der ENA" von den
französischen Besatzungsbehörden gegründet wurde. Bechtel erläuterte
zahlreiche Paralelitäten zwischen den beiden Schwesterinstitutionen, die ihre
Beziehungen weiter kultivieren sollten. Besonders hob sie die diesbezüglichen
Bemühungen von Univ.-Professor Dr. Heinrich Siedentopf hervor, der seit den
70er Jahren, damals noch in Zusammenarbeit mit seinem damaligen Speyerer
Kollegen Univ.-Professor Dr. Roman Herzog, seitens der DHV die Beziehungen zur
ENA koordiniert. In ausdrücklicher Würdigung der Verdienste Siedentopfs
überreichte Direktorin Bechtel ihm die neu geschaffene Médaille de l'ENA, zu
deren ersten Trägern Siedentopf somit zählt.
Der weitere Verlauf der Veranstaltung bot den unter den Straßburger und
Speyerer Studierenden ausgewählten Teilnehmern eine einmalige Gelegenheit, sich
über den Stand der Modernisierung der deutschen und französischen
Kommunalverwaltung sowie über kundenfreundliche Verwaltung zu informieren. Der
Präsident des rheinland-pfälzischen Städtetags, Professor Dr. Schwarting, der
Straßburger Professor Hertzog sowie Madame Bréas von der interministeriellen
Stabsstelle für die Staatsreform in Paris standen den Teilnehmern Rede und
Antwort. Am Nachmittag stand dann ein Besuch bei der Stadtverwaltung in
Heidelberg auf dem gemeinsamen Programm.
Das 9. deutsch-französische Verwaltungskolloquium wird morgen fortgesetzt und
schließt mit einem Informationsbesuch beim Bundesverfassungsgericht in
Karlsruhe.
Toleranz im demokratischen Verfassungsstaat
Feierliche Semestereröffnung an der DHV Speyer
mit Abendvortrag von
Univ.-Professor Dr. jur. Dres. h.c. Bernd Rüthers
Zur feierlichen Eröffnung des Sommersemesters 2002 hatte der Rektor der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Univ.-Professor Dr. Rudolf Fisch, am Donnerstagabend eingeladen. Etwa 200 Gäste waren der Einladung gefolgt und folgten gespannt dem Vortrag des ehemaligen Rektors der Universität Konstanz, Univ.-Professor Dr. jur. Dres. h.c. Bernd Rüthers.
Wie
immer hatte der Festvortrag ein aktuelles Thema zum Gegenstand. Seit den New
Yorker Ereignissen vom 11. September 2001 stellt sich für alle westlichen
Demokratien die Frage nach der "Toleranz im demokratischen
Verfassungsstaat".
Vor diesem Hintergrund zeigte Rüthers zunächst die Entwicklung des
Toleranzbegriffs seit der Antike auf und unterstrich dessen ursprünglich in
erster Linie auf religiöse Minderheiten bezogenen Charakter als Tugend. Erst im
modernen demokratischen Verfassungsstaat wandelte sich die Toleranz zu einem
Rechtsgebot mit politischem Inhalt. Der Wettbewerb der verschiedenen politischen
Parteiungen um die Regierungsverantwortung mache hier die Tolerierung nicht nur
des religiös, sondern auch des politisch Andersdenkenden zwingend notwendig.
Deutlich wies Rüthers jedoch auf die Grenzen der Toleranz hin. Gerade die
Demokratie muss diese überall dort eng ziehen, wo das friedliche Miteinander
der Bürger gefährdet wird. Jedoch muss die Demokratie sich davor hüten,
Einschränkungen bei der Meinungsfreiheit vorzunehmen, da größtmögliche
Toleranz gerade auf diesem Gebiet Grundbedingung jedes demokratischen Systems
ist.
Im Anschluss an den Vortrag fand traditionsgemäß der Empfang des Rektors statt, so dass der Abend gemütlich bei Brezeln, Wein und interessanten Gesprächen ausklingen konnte.
Semesterbeginn an der DHV: Rektor begrüßt Hörer des Sommersemesters 2002
Es ist wieder soweit: Am 2. Mai 2002 beginnt die Vorlesungszeit für das Sommersemester 2002 an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Etwa 450 neue Hörer werden an diesem Tag das verwaltungswissenschaftliche Ergänzungsstudium oder ihr einjähriges Aufbaustudium an der Hochschule beginnen.
Direkt im Anschluss an die Einschreibung werden der Rektor der Hochschule, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Fisch, und der Speyerer Bürgermeister Hanspeter Brohm die neuen Hörer begrüßen und ihnen die Hochschule und die Domstadt vorstellen.
In der ersten Vollversammlung der Hörerschaft wird dann unter Leitung der Hörersprecherin des vergangenen Semesters, Heike Schulz, die neue Hörerschaftsvertretung gewählt.
In den ersten beiden Tagen des Semesters steht dann für die Studierenden eine Orientierungsphase auf dem Lehrplan, in der sie sich in kurzen Präsentationsveranstaltungen einen Überblick über das Veranstaltungsangebot und die Dozenten der Hochschule verschaffen können. Diese Orientierungsphase gibt den Hörern wertvolle Hilfestellungen und vermindert somit etwas die Qual der Wahl zwischen den über 100 von der Hochschule angebotenen Lehrveranstaltungen.
Zentrum für Wissenschaftsmanagement gegründet
Die Steigerung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Wissenschaft und Forschung ist das Ziel der Gründer aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaftslandschaft
Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen, Wissenschaftsförderer und engagierte Einzelpersonen gründeten heute in Speyer das Zentrum für Wissenschaftsmanagement. Das als Verein verfasste Zentrum für Wissenschaftsmanagement will zur Schaffung passender Rahmenbedingungen für innovative Forschung beitragen. „Es geht um die Professionalisierung des Wissenschaftsmanagements, d.h. wissenschaftsadäquate Managementstrukturen für den Wissenschaftsbereich“, brachte Prof. Dr. Hanns H. Seidler, frisch gewählter Vorsitzender des Vorstandes des Zentrums und Kanzler der TU Darmstadt, eine Zielrichtung der Arbeit auf den Punkt. Deshalb wird das Zentrum in der Aus- und Weiterbildung im Wissenschaftsmanagement besonders aktiv werden. An der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer (DHV), selbst Gründungsmitglied des Zentrums, kann ab dem Wintersemester 2002/2003 das postuniversitäre Ergänzungsstudium Wissenschaftsmanagement absolviert werden. „Junge Nachwuchskräfte des Wissenschaftsmanagements erhalten hier in Speyer eine spezifische und praxisgerechte Qualifizierung“, so der Rektor der DHV, Prof. Dr. Rudolf Fisch. Ebenfalls in Zusammenarbeit zwischen Zentrum für Wissenschaftsmanagement und DHV wird im Herbst mit dem Speyerer Führungskolleg für Wissenschaftsmanager/innen eine berufsbegleitende Weiterbildung beginnen. „Die Kooperation mit europäischen und internationalen Einrichtungen des Wissenschaftsmanagements in der Aus- und Weiterbildung, aber nicht nur hier, wird einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des Zentrums bilden“, erklärte Sigurd Lettow, stellvertretender Vorsitzender des Zentrums sowie des Vorstandes des Forschungszentrums Karlsruhe.
Die Durchführung anwendungsbezogener Forschungsvorhaben im Wissenschaftsmanagement kennzeichnet eine weitere Kernaufgabe, die sich das Zentrum für Wissenschaftsmanagement gesetzt hat. Engster Kooperationspartner in diesem Bereich ist das Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) in Speyer, das auch die Geschäftsstelle des Zentrums beherbergt und dessen stellvertretender Direktor, Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Zentrums ist. Ein erstes interdisziplinäres Forschernetzwerk, das empirische Untersuchungen der institutionellen Rahmenbedingungen innovativer Forschung durchführen wird, wurde bereits von Prof. Dr. Dorothea Jansen aufgebaut.
Das Zentrum für Wissenschaftsmanagement versteht sich als Plattform und Austauschbörse für nationale und internationale Erkenntnisse und Erfahrungen des Wissenschaftsmanagements. Am Zentrum wird eine wissenschaftliche Dokumentations- und Transferstelle aufgebaut, die Wissen und Erfahrungen des Wissenschaftsmanagements erfasst, bündelt und an die Mitglieder weitervermittelt. Das Spezifische ist die erklärte Absicht, Forschungsträger aus dem Bereich der Hochschulen, der außeruniversitären Forschung und der Industrie zusammenzuführen und insbesondere den Austausch zwischen den Säulen des Forschungssystems zu intensivieren.
Auch die Liste der Gründungsmitglieder des Zentrums unterstreicht diesen Ansatz. Sie reicht quer durch die deutsche Wissenschaftslandschaft: Die Universitäten Erlangen-Nürnberg, Darmstadt, Karlsruhe, Gießen, München (TU), Osnabrück, Weimar, Erfurt, Lübeck und Saarbrücken und die Fachhochschulen Trier und Neu-Ulm sind vertreten, ebenso das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Helmholtz-Zentren Forschungszentrum Karlsruhe, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin (MDC) und Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) gehören genauso zu den Gründungsmitgliedern des Zentrums wie die großen Wissenschaftsorganisationen Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), Wissenschaftsgemeinschaft Wilhelm Gottfried Leibniz (WGL), Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD).
Mit der heutigen Gründung des Zentrums für Wissenschaftsmanagement wird eine bereits seit längerem tätige Initiative institutionalisiert. Ende 2000 traten die deutschen Universitätskanzler mit der Idee zum Aufbau eines solchen Zentrums an das Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) in Speyer heran, um die bis dahin punktuelle Zusammenarbeit im Bereich des Wissenschaftsmanagements dauerhaft zu etablieren. Gemeinsam mit den Helmholtz-Zentren und der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer (DHV) wurde die Idee in das Konzept des Zentrums umgesetzt und in einer breiten Diskussion mit zahlreichen Vertretern des deutschen Wissenschaftssystems zum jetzigen Stand entwickelt.
Im Anschluss an die Gründung beginnt nun der schrittweise Aufbau des Zentrums, das aus Mitglieds- und Projektbeiträgen finanziert wird, bis zur vollen Leistungsfähigkeit in vier Jahren. Zahlreiche weitere Einrichtungen haben bereits angekündigt, dem Zentrum beizutreten und einen Beitrag zu leisten, um seine Leistungen bevorzugt nutzen zu können.
Kontakt:
Dipl.-Soz. Brigitte Jahn-Zimmermann
Zentrum für Wissenschaftsmanagement
Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung
Freiherr vom Stein-Str. 2
67346 Speyer
Fon (0 62 32) 654-390
Fax (0 62 32) 654-290
Email jahn-zimmermann@dhv-speyer.de
Feierliche Verleihung der Magisterurkunden; Preise für die Besten
Aus allen Gesichtern sprach Freude und Erleichterung. Die erfolgreichen Absolventen des Prüfungsjahrgangs 2001/2002, der sich in Anlehnung an französische Vorbilder auf den Namen des großen Soziologen Max Weber getauft hatte, haben es geschafft: Ab heute dürfen sie ihrem Namen den begehrten Titel eines Magisters der Verwaltungswissenschaften (Mag. rer. publ.) hinzufügen und auf eine strahlende berufliche Zukunft hoffen. Feierlich wurden ihnen heute ihre Urkunden erreicht, nachdem noch am morgen die letzten Prüfungen stattgefunden hatten.
Der Prorektor der DHV Speyer, Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass dieser Jahrgang mit 56 Hörerinnen und Hörern außergewöhnlich groß gewesen sei. So konnten heute mehr als doppelt so viele Urkunden überreicht werden als noch vor einem Jahr. Unter den neuen Magistern aus 16 Staaten sind 26 Ausländer, von denen 14 durch ein spezielles entwicklungspolitisches Programm von der Deutschen Stiftung für internationale Zusammenarbeit (DSE) gefördert wurden. Von den ausländischen Absolventen erzielten Krisztina Rozsnyai aus Ungarn und Dr. Angela Pislaru aus Moldavien die besten Ergebnisse und erhielten dafür vom Vorsitzenden des Senatsausschusses für das (Ausländer-) Aufbaustudium, Univ.-Prof. Dr. Rainer Pitschas, den Preis des DAAD und den Preis der Hochschulvereinigung Speyer. Als besten Absolventen überhaupt zeichnete Hill unter dem stürmischen Beifall der Anwesenden Matthias Welfer mit dem Preis der Hochschulvereinigung aus. Weitere Buchpreise gingen an Frank Eckert, Martin Schurig, Dr. Heike Jochum und Thomas Tschirmer.
Universitätsprofessorin Dr. Gisela Färber würdigte ausdrücklich die herausragenden Leistungen der Absolventen. Die 54 zur mündlichen Prüfung zugelassenen Hörerinnen und Hörer haben ihre Examina bestanden, und das mit dem besten jemals an der Hochschule erreichten Notendurchschnitt. 39 Absolventinnen und Absolventen erzielten Noten besser als befriedigend. Mit ganz besonderem Stolz erfüllte es Färber, dass sie in diesem 26. Jahrgang des Aufbaustudiengangs den mittlerweile schon tausendsten Absolventen begrüßen durfte.
Die Feier wurde von Phillip Rau auf dem Cello mit virtuosen Bachinterpretationen musikalisch umrahmt.
3.
Europa-Forum Speyer -
Verwaltung in der Europäischen Union –
vom 17. bis 19. April 2002
Vom 17. bis 19. April findet an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer das 3. Europa-Forum Speyer – Verwaltung in der Europäischen Union – unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Siegfried Magiera und Univ.-Prof. Dr. Karl-Peter Sommermann statt.
Damit führt die Hochschule das Angebot an Führungskräfte der Verwaltung fort, vertiefte Kenntnisse über die Einwirkungen des Gemeinschaftsrechts auf Verwaltungsrecht und -praxis in den Mitgliedstaaten der EU und insbesondere in Deutschland zu vermitteln.
Einen Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung bildet das Zusammenwirken der Europäischen Union mit den Mitgliedstaaten bei der Krisenbewältigung, wie z.B. im BSE-Fall und anlässlich der Ereignisse vom 11. September 2001. Darüber hinaus werden aber auch weitere wichtige aktuelle Entwicklungen des Rechts der Europäischen Union erörtert.
Das 3. Europa-Forum gliedert sich inhaltlich in vier Themenblöcke und beginnt mit Fragen der Transparenz und des Rechts der Bürger auf Informationszugang in Europa. Dieser Themenkreis wird sowohl aus der Sicht des Europäischen Ombudsmanns als auch aus französischer, niederländischer und deutscher Perspektive erörtert.
Am Vormittag des 18. April steht die Problematik der Krisenbewältigung im europäischen Binnenmarkt am Beispiel des Verbraucherschutzes auf dem Programm, die wiederum nicht nur aus deutscher Sicht, sondern auch vom Standpunkt der Europäischen Gemeinschaft aus analysiert wird. Der Donnerstag Nachmittag ist „Aktuellen Entwicklungen im Bereich Justiz und Inneres“ vorbehalten. Erörtert werden u.a. Fragen europäischer Zuwanderungspolitik und der Terrorismusbekämpfung. Die Veranstaltung findet ihren Abschluss am Freitag mit der wirtschaftlich höchst bedeutenden Thematik der öffentlichen Auftragsvergabe im Europäischen Binnenmarkt.
Neben interessanten Vorträgen von hochrangigen Experten aus Wissenschaft und Praxis (darunter drei Vertreter der deutschen Bundesministerien und zwei Beamte der Europäischen Kommission) erwartet die Teilnehmer, die aus allen 16 deutschen Bundesländern kommen, ein attraktives Rahmenprogramm, das u.a. eine Stadtführung durch Speyer, einen Besuch auf dem Hambacher Schloss mit Führung durch die Ausstellung „Ein Fest für die Freiheit“ und eine Weinprobe mit Abendessen in Edesheim vorsieht.
Das vollständige Programm des Forums ist im Internet abrufbar unter http://www.dhv-speyer.de/FORTBILD/75s049.pdf
Quo
vadis Gesundheitswesen? Fachtagung
an der DHV Speyer
am 15. und 16. April 2002
„Das reicht nicht aus“, war der einheitliche Tenor zur momentanen Gesundheitspolitik in Deutschland bei den 4. Speyerer Gesundheitstagen, die am Montag und Dienstag an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft BKK-IKK-LKK unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Rainer Pitschas stattfand. Nach der Begrüßung durch Karl Josef Wirges, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der IKK Rheinland-Pfalz, hielt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Regina Schmidt-Zadel, das Eröffnungsreferat zu den Perspektiven einer bevorstehenden Gesundheitsreform in Deutschland. Sie betonte, dass im Mittelpunkt der Gesundheitspolitik stehe, den Menschen vor den Gesundheitsrisiken zu schützen und dabei das Solidarprinzip das Markenzeichen sei. Die Aufsplittung des Leistungskatalogs in Grund- und Wahlleistungen führe zu einer Zwei-Klassen-Medizin und sei mithin nicht wünschenswert. Daneben plädierte sie für eine Gesundheitsabgabe bei gesundheitsgefährdendem Verhalten (z.B. Rauchen und Alkoholmissbrauch), die allerdings nicht als Steuer konstruiert, sondern in einen Extra-Topf eingezahlt werden sollte. Im Vordergrund der Gesundheitspolitik solle in Zukunft noch mehr die Prävention stehen, wobei sogar an ein neues Präventionsgesetz gedacht ist, welche die Vorschriften dann bündeln könne.
Daran anschließend referierte Prof. Dr. Peter Oberender, Direktor der Forschungsstelle für Sozialrecht und Gesundheitsökonomie an der Universität Bayreuth, über die Notwendigkeit und Perspektiven einer umfassenden Gesundheitsreform in Deutschland aus wissenschaftlicher Sicht. Dabei stelle sich als größte Herausforderung vor allem die demographische Entwicklung dar, die gekoppelt mit dem medizinischen Fortschritt und dem steigenden Gesundheitsbewusstsein eine Kosteneinsparpolitik quasi unmöglich mache. Durch Europa werde außerdem der Slogan „Wettbewerbsrecht statt Sozialrecht“ ausgegeben, was auf längere Sicht die Grenzen der Finanzierbarkeit des Sozialstaates aufzeige. Um „race to the bottom“ zu vermeiden, bedürfe es daher dringend einer umfassenden Reform, welche aber gerade auch den Schutz ökonomisch schwacher Versicherter im System über ein Versichertengeld (ähnlich dem Wohngeld) vorsehen müsse. Regulierung müsse soweit gesellschaftlich und gesundheitspolitisch vertretbar reduziert werden, dass es europaweit nicht zu einer Harmonisierung, sondern zu einem Wettbewerb der Systeme kommen könne.
In den direkt daran anschließenden Statements wurde deutlich, dass schon einiges politisch in die richtige Richtung gedacht wird, aber immer noch viel zu tun bleibt. Dr. Robert Paquet, Leiter des Berliner Büros des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, betonte, dass es sich momentan immer noch um ein sehr korporatistisches System handele, bei dem durch den Risikostrukturausgleich eine Überkompensation schon jetzt zu erkennen sei und Vielfalt erdrosselt werde. Man benötige insgesamt einen einheitlichen Leistungskatalog, der mehr Vertragswettbewerb und größere Spielräume ermögliche. Die Definition eines Mindeststandards bringe allerdings viele Probleme mit sich und eine Selbstbeteiligung sei nur wirksam, wenn sie kräftig sei, was wiederum soziale Probleme mit sich bringe. Die Unterschiede in der Politik der großen Parteien seien eigentlich marginal und man erkenne immer mehr, dass es zu einer Entpolitisierung der Steuerung der Gesundheitssysteme kommen müsse. Rolf Stuppardt, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen, stellte in seinem Statement fest, dass die von Prof. Oberender aufgezeigte Entwicklung geradezu „Shuttlezug-mäßig“ gegenüber der extrem bürokratischen Langsamkeit Europas anmute. Wenn man sich in der Realität der Leistungserbringung befände, würden Modelle zwar Visionen entwerfen, aber man müsse eben auch Schritte in der Realität gehen. Dabei gehe es um eine Weiter- und nicht Neu-Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung, weswegen er auch eine rein wettbewerbliche Organisation für nicht zielführend halte. Seiner Ansicht nach wären die Wachstums- und Umsatzrenditen ungleich geringer, hätte man nicht über Jahrzehnte das aktuelle System mit starken Ordnungsprinzipien. Er forderte daher eher ein Beendigung der Politik der Verschiebebahnhöfe, welche immer wieder Umschichtungen aus dem System der gesetzlichen Krankenversicherung vorsehe. Gleichzeitig bedürfe es mehr Qualität und Ergebnisorientierung sowie mehr Transparenz und Patientenorientierung im bestehenden System.
Als eine Art „Gegenpol“ stellte Dr. Ulrich Rumm, Vorstandsvorsitzender der Vereinten Krankenversicherung, ein Modell aus Sicht einer privaten Krankenversicherung vor, wobei er von Anfang an betonte, die gesetzliche Krankenversicherung keineswegs abschaffen zu wollen und auch keine Polarisierung der beiden Einrichtungen betreiben zu wollen. Seines Erachtens nach funktioniere aber soziale Marktwirtschaft nun einmal durch Wettbewerb, weswegen er vor allem ein wettbewerbsneutrales Verhalten sowie eine einseitige Benachteiligung der privaten Krankenversicherung durch die Politik fordere. Das von ihm propagierte Modell sehe ein Kapitaldeckungsverfahren sowie die Aufhebung der Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung vor, weil die demographische Entwicklung zu einer explosionsartigen Entwicklung der Beiträge führe. Die Rentenversicherungs-Reform stelle dafür ein Vorbild dar. Insgesamt handele es sich um ein langfristiges Modell und könne nicht heute oder morgen, sondern eher Schritt für Schritt umgesetzt werden. Der letzte Referent des ersten Tagungstages, Dr. Rainer Daubenbüschel als Präsident des Bundesversicherungsamtes, setzte sich konkret mit der Reform des Risikostrukturausgleichs unter Einführung von Disease-Management-Programmen (DMPs) in der deutschen Krankenversicherung auseinander. Das Ziel der Neueinführung sei die solidarische Verteilung zwischen den Versicherungen, wobei die konkreten Probleme jetzt in der Umsetzungsphase erkennbar würden. Dem Bundesversicherungsamt sei vom Gesetzgeber die Aufgabe der Prüfung der Anforderungen an die DMPs zugewiesen worden, ohne die Voraussetzungen eigentlich bisher überhaupt zu schaffen. Es fehlten immer noch die Durchführungsverordnungen und die Folge von negativen Prüffeststellungen seien auch noch nicht endgültig geklärt.
Der zweite Tag wurde eingeleitet durch ein Referat von Dr. Franz Terwey, dem Leiter des Büros der Deutschen Sozialversicherung bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Er rückte die europäische Entwicklung in den Blickpunkt und dort vor allem das seit zwei Jahren aktuelle Prinzip der offenen Koordinierung. Er betrachte Europa insgesamt als Chance, weil es für ihn die einzige Weltregion mit sozialem Antlitz darstelle. Allerdings müsse man wohl Einschnitte gerade im sozialen Sektor aus deutscher Sicht in Kauf nehmen. Das immer wieder im Vordergrund stehende EU-Wettbewerbsrecht werfe automatisch die Frage nach dem Unternehmensbegriff der Sozialversicherung auf. Die Offene Methode der Koordinierung wäre nun ein Weg, unter formaler Beachtung der Subsidiarität Überwachung, Bewertung und Prüfung von Zielerreichungen einzuführen, die zu einem politischen Rechtfertigungszwang der Mitgliedstaaten führe. Gleichzeitig existiere ein großes Demokratiedefizit dieser Methode, da das Parlament oder andere gewählte Gremien so gut wie nicht daran beteiligt würden. Die Überbetonung der finanzpolitischen Argumente tue der europäischen Sozialpolitik insgesamt nicht gut. Insofern stelle es eine Herausforderung für die nationalen Akteure dar, ihre Interessen in die europäische Diskussion mehr einzubringen.
Ein oppositionspolitisches Referat von der Hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger hinterfragte dann noch einmal gründlich die momentane Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Dabei stand der von den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen angestrengte Normenkontrollantrag vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den neuen Risikostrukturausgleich ebenso in der Betrachtung wie eine insgesamte Neuausrichtung des Systems. Nach ihrer Auffassung stelle der Risikostrukturausgleich, wie er jetzt angestrebt sei, einen wettbewerbsfeindlichen Entzug der Einnahmen dar und fördere mithin nicht eine wirtschaftliche Denkweise und Effektivität innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Ziel könne es doch nur sein, die Krankenversorgung zu optimieren und dies erfolge wohl nicht durch die Einführung der jetzt angedachten Disease-Management-Programme. Die Skepsis demgegenüber resultiere vor allem aus ordnungspolitischer Sicht, weil durch die Festschreibungen die Anreizneutralität verletzt würde. Die Einschreibung möglichst vieler Kranker aus Sicht der Kassen stelle keinen Wettbewerb um bestmögliche Versorgung, sondern nur um das größte Finanzvolumen dar. Ziel könne es nur sein, den Kassen einen ausreichenden Gestaltungsspielraum für Innovation im Sinne der Patienten zu geben und der Wettbewerb sei ein sehr innovationsförderndes Gestaltungsmoment. Wichtig sei dabei vor allem, dass der Patient in den Mittelpunkt der Betrachtung rücke und dies könne z.B. auch über die aus der privaten Krankenversicherung bekannten Mechanismen des Bonus, der Beitragsrückerstattung oder ähnlicher Anreize geschehen. Ein Leistungsrecht mit mehr Entscheidungsfreiheit sei daher der richtige Weg, damit die Kassen auch ein eigenes Profil entwickeln könnten.
Daran unmittelbar anschließend rückte Univ.-Prof. Dr. Rainer Pitschas noch einmal die Frage „Wo bleibt der Patient in der Gesundheitsreform?“ in den Mittelpunkt der Betrachtung und forderte dabei den Übergang zu einem patientenorientierten Gesundheitswesen, was vor allen Dingen aus Gründen der Akzeptanz für die Gestaltungsmöglichkeiten und Steuerung des Systems notwendig sei. Nur informierte Patienten könnten sich aktiv beteiligen, weswegen Transparenz und Beratung zentrale Punkte seien. Aber auch die stärkere Beteiligung von Bürger- und Patientenorganisationen an kollektiven Entscheidungsfindungen seien im Ansatz der richtige Weg. Die Unterscheidung der drei Ebenen Bürgerbeteiligung, Versichertenbeteiligung und Patientenbeteiligung sähen sich auch in einem europäischen System der nachhaltigen Einbindung als Verbraucherschutz dokumentiert. Das Selbstbestimmungsrecht der Versicherten sei mithin auszubauen und auch weiterhin durch Richtliniengebung innerhalb der EU überformt zu gestalten, stelle mithin eine Herausforderung für die Zukunft der deutschen Gesundheitspolitik dar.
Zum Abschluss der Tagung bedankte sich Raimund Nossek vom BKK-Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland bei den rund 80 Teilnehmern für angeregte Diskussionen und die Mithilfe zum guten Gelingen der 4. Speyerer Gesundheitstage.
Erfolgreicher Auftakt der SpeBit an der DHV Speyer
„Ohne Informationstechnologie ist Regieren und Verwalten heute nicht mehr denkbar“. Zu diesem Schluss kam Univ.-Professor Dr. Heinrich Reinermann heute in seinem Eröffnungsreferat zur „SpeBit“ an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Das Speyerer Seminar für Büro- und Informationstechnologie in der öffentlichen Verwaltung findet inzwischen schon zum 18. Mal unter der wissenschaftlichen Leitung Reinermanns statt. Ihm geht es weniger um technische Details. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Gestaltung und die Bewertung des Technikeinsatzes und seiner Folgen durch die Verwaltungsführung. Daher ist es auch das Ziel der laufenden Tagung aufzuzeigen, wie aktuelle Strategien der Verwaltungsentwicklung von entsprechenden Strategien der Informationssystementwicklung profitieren können.
Beispielhaft verdeutlichte dies Professor Dipl.-Ing. Architekt Manfred Koob von der Technischen Universität Darmstadt am Bauwesen. Hier ist heute der Computer von der Planung über die Ausführung bis hin zum späteren Facilitymanagement unverzichtbares Arbeitsinstrument der Bauverwaltungen. Auf besonderes Interesse des Publikums stießen Koobs Ausführungen zu ‚Visualisierung durch Computersimulation’. Diese ist inzwischen in der Lage, bereits in der Planungsphase eines Gebäudes bestechende virtuelle Bilder seines zukünftigen Aussehens und seiner Einpassung in eine Stadtlandschaft zu liefern. Computersimulation wird somit zur wichtigen Entscheidungshilfe bei Bauvorhaben.
Nach einem ‚informationstechnischen Labor’, in dem Akad. Direktor Dipl.-Wi.-Ing. Wilfried Frankenbach von der DHV Speyer in die neuesten Entwicklungen im Bereich der Internet- und Client/Server-Technologien einführte, stand dann am Abend die Bedeutung leistungsfähiger Informationssysteme für Kommunen im Interessensmittelpunkt. Oberbürgermeister Werner Schineller zeigte auf einem kleinen Empfang vor dem Hintergrund von über 800 Jahre Stadtrat Speyer entscheidende Konsequenzen für Ratsinformationssysteme auf.
Weitere
für die Planung und Koordination der Informations- und Kommunikationstechnik in
Behörden wichtige Themen wie moderne Verschlüsselungstechnologien,
Problematiken elektronischer Signaturen, IT-gestützte Vorgangsbearbeitung sowie
Anforderungen des Datenschutzes stehen morgen und übermorgen auf dem Programm
der Tagung. Dieses kann selbstverständlich digital unter http://www.
dhv-speyer.de/FORTBILD/85s060.pdf abgerufen werden.
18.
Speyerer Seminare für Büro- und Informationstechnologie
in der öffentlichen Verwaltung (SpeBit), Teil A
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Professor Dr. Heinrich Reinermann veranstaltet die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer vom 10. bis 12. April 2002 bereits ihr 18. Speyerer Seminar für Büro- und Informationstechnologie in der öffentlichen Verwaltung (SpeBit), Teil A.
Wie bereits in den vorangegangenen Jahren, werden auch diesmal Referenten aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft die teilnehmenden Führungskräfte aus Bundes- und Länderverwaltungen über die neuesten Entwicklungen im Bereich Electronic Government informieren und diese mit ihnen diskutieren.
Die Veranstaltung wird abgerundet durch einen Empfang im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer sowie einem Vortrag von Werner Schineller, Oberbürgermeister der Stadt Speyer, zum Thema „Über 800 Jahre Stadtrat Speyer: Konsequenzen für Rats-Informationssysteme“.
Seine Fortsetzung findet das 18. SpeBit mit Teil B, der vom 18. bis 20. Oktober 2002 in Speyer stattfinden wird.
Ein ausführliches Programm ist im Internet abrufbar unter http://www.dhv-speyer.de/FORTBILD/85s060.pdf
Die Kunst, mit Komplexität zurecht zu kommen
Auf sehr große Resonanz stößt ein besonderes Forum der DHV Speyer, das bereits kurz nach seiner Ankündigung mit 60 Teilnehmern völlig ausgebucht war. Vom 8. bis 10. April 2002 wird es unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Professor Dr. Rudolf Fisch und Privatdozent Dr. Dieter Beck Entscheidungsträgern und –vorbereitern in Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden die Kunst vermitteln, mit Komplexität zurecht zu kommen.
Entscheider sehen sich heute infolge gravierender Umfeldveränderungen mit Entwicklungen konfrontiert, die umfassendes Denken und Handeln erfordern. Stets sind mehrere Sachverhalte zugleich zu integrieren. Dabei kann es darum gehen, den eigenen Aufgabenbereich in einer Gesamtorganisation zu überdenken und unter Berücksichtigung der anderen Bereiche neu zu gestalten, die Zielsetzung der Organisation und daraus abgeleitete Aufgaben neu zu definieren oder die Mitarbeiterschaft neu auszurichten und die Organisationskultur modernen Erfordernissen anzupassen.
Das Forum vermittelt unterstützende Konzepte, Verfahren und Werkzeuge zur Bewältigung solcher komplexer Aufgaben. Dabei wird eine multidisziplinäre Perspektive eingenommen. Aktuelle theoretische Konzepte und moderne Verfahren, wie sie derzeit in Psychologie, Biokybernetik, Politikwissenschaft und Betriebswirtschaft diskutiert werden, werden dargestellt. Dabei geht es unter anderem um Algorithmen zur Problemlösung, Heuristiken im Umgang mit Komplexität und Unsicherheit und insbesondere den Ansatz des Vernetzten Denkens. Gleichzeitig werden aus der Verwaltungspraxis Erfahrungen über Anwendungen unterstützender Verfahren und Werkzeuge bei komplexen Aufgabenstellungen berichtet.
Ein ausführliches Programm des Forums ist im Internet abrufbar unter http://www.dhv-speyer.de/FORTBILD/75s047.pdf
Europäisierung
des Verwaltungsverfahrensrecht im Visier der
70. Staatswissenschaftlichen Fortbildungstagung
Zum inzwischen 70. Mal findet an der DHV Speyer die gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern veranstaltete Staatswissenschaftliche Fortbildungstagung statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Professor Dr. Hermann Hill und Univ.-Professor Dr. Rainer Pitschas diskutieren Rechtsexperten aus ganz Europa vom 20. bis 22. März 2002 die Europäisierung des Verwaltungsverfahrensrechts.
Nach der Eröffnung der Veranstaltung beleuchtet der Einführungsvortrag von Dr. Jürgen Jekewitz vom Bundesministerium der Justiz Strategien, Probleme und Perspektiven auf dem Weg zur Schaffung eines einheitlichen Verwaltungsverfahrensrechts.
In vergleichenden Länderberichten geben anschließend ausgewiesene Experten aus Österreich Deutschland, Italien, Frankreich, Finnland, Spanien, Griechenland, Großbritannien, Polen, Tschechien, Ungarn und den Niederlanden einen detaillierten Überblick über die diesbezüglichen Bemühungen in ihren Heimatländern.
In drei parallelen Arbeitskreisen werden dann der europäische Einfluss auf die Verwaltungskommunikation, Handlungsformen der Verwaltungskooperation im europäischen Staatenverbund und das Verhältnis von Gerichtsbarkeit und Verwaltungsverfahren in europäischer Perspektive diskutiert.
Gerade aus diesen Arbeitskreisen werden entscheidende Impulse für das Fortschreiten der Europäisierung dieses wichtigen Rechtsbereichs erwartet.
Einblicke in bereits unternommene Ansätze zur Integration gewähren am letzten Tag der Tagung Dietmar Marschollek vom Bundesministerium des Innern und Siegbert Alber, Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Im Mittelpunkt ihrer Referate stehen Verfahrensweisen bei grenzüberschreitenden Projekten und die Rolle des Europäischen Gerichtshofs in dem angestrebten Europäisierungsprozess.
Die Bedeutung der Veranstaltung wird durch einen Empfang der Landesregierung Rheinland- Pfalz am 20. März und durch einen Abendempfang des Oberbürgermeisters der Stadt Speyer am 21. März unterstrichen.
Ein ausführliches Tagungsprogramm ist im Internet abrufbar unter:
http://www.dhv-speyer.de/FORTBILD/95s030.pdf
Gute Verwaltungsführung - Wertewandel, Leitbilder, Beamtenethos
Führungsverantwortung in der Verwaltung und Beamtenethos müssen neu entworfen werden. Dazu bedarf es einer systematischen Thematisierung dieser Aufgabe vor dem Hintergrund der seit einiger Zeit auch international geführten Debatte über Fragen guter Verwaltungsführung. Daher veranstaltet die DHV Speyer vom 6. bis 8. März eine Tagung unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Professor Dr. Rudolf Fisch und Univ.-Prof. Dr. Dr. Klaus König.
Die modernisierte Administration versucht seit einiger Zeit, den veränderten Wertvorstellungen in der Gesellschaft und veränderten Zielsetzungen für „die Verwaltung" Rechnung zu tragen. Ein Beleg hierfür sind zum Beispiel die heute zahlreich vorhandenen, überwiegend lokal entstandenen, vielfältigen Leitbilder für das Verwaltungshandeln. Unter der Hand und offiziell hat sich vieles verändert, und dies keineswegs einheitlich: So gibt es eine große Varietät in den Auffassungen, was Beamte künftig noch sein sollen und was ihre handlungsleitenden Vorstellungen sein könnten. Auch das überkommene Beamtenethos wird gründlich in Frage gestellt.
Diesem Problemkomplex widmet sich die Tagung „Gute Verwaltungsführung – Wertewandel, Leitbilder, Beamtenethos“ vom 6. bis 8. März 2002. Sie wird neben dem Vertrauen des Bürgers in „seine“ öffentliche Verwaltung vor allem die Wirkungen von Leitbildern für Organisationen und das Thema Führungsverantwortung problematisieren.
Ein
ausführliches Programm der Tagung ist im Internet abrufbar unter:
http://www.dhv-speyer.de/FORTBILD/95s028.pdf.
Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
baut Ehemaligen-Netzwerk auf
Wie wichtig Netzwerke an Universitäten als Kontakt- und Informationsbörse, aber auch als Mittel der Karriereförderung sein können, wurde in den USA schon vor mehr als 200 Jahren erkannt. Anders als in Deutschland, sind dort die Studenten bereits mit ihrer Einschreibung automatisch Mitglied einer Alumni-Vereinigung und damit auch Teil eines weltweiten professionellen Networkings.
Seit 1994 versucht die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, ähnlich wie an amerikanischen und englischen Universitäten üblich, von sich aus den Kontakt zu ihren Ehemaligen aufrecht zu erhalten bzw. wiederherzustellen und so ein "Speyer-Netzwerk" aufzubauen. So haben die Hörer bei ihrer Exmatrikulation die Möglichkeit, sich in das Ehemaligenverzeichnis der Hochschule eintragen zu lassen aus datenschutzrechtlichen Gründen natürlich nur, nachdem zuvor das schriftliche Einverständnis mit der Speicherung und Verwendung der Daten abgegeben wurde. Über Aufrufe im Internet (http://www.dhv-speyer.de/ehemalig.htm) und in dem jedes Semester erscheinenden SpeyerBrief versucht die Hochschule, daneben auch die Hörer früherer Semester auf das im Aufbau befindliche Netzwerk hinzuweisen. Die Ehemaligen-Aktion der Hochschule Speyer sieht sich als einen Knotenpunkt für Kontakte und Informationen. Vorteile erwachsen den Mitgliedern auch aus intensivem Erfahrungsaustausch zwischen Theorie und Praxis.
Von der genannten Möglichkeit haben bisher fast 1.200 der seit Bestehen der Hochschule insgesamt über 27.000 ehemaligen Hörer Gebrauch gemacht. Darunter befinden sich Minister und Staatssekretäre und auch einige "old boys and girls" der allerersten Semester der 1947 von der damaligen französischen Besatzungszone nach dem Vorbild der Ecole Nationale d'Administration gegründeten einzigen postuniversitären Hochschule Deutschlands. Zu einem ersten Ehemaligentreffen der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer versammelten sich dieser Tage etwa 100 Ehemalige, unter ihnen auch das erste "Speyerer girl" aus dem Sommersemester 1947.
Um auch den neuen technischen Möglichkeiten Rechnung zu tragen, beabsichtigt die Hochschule, ein "Internet-Forum der Ehemaligen" einzurichten. Dabei handelt es sich um ein virtuelles schwarzes Brett, über das ein Informationsaustausch zwischen den Ehemaligen zu allen interessierenden Themen, so z.B. Verwaltungsmodernisierung oder Dienstrechtsreform, um nur zwei aktuelle Themen zu nennen, stattfinden kann.
Weitere Informationen über das Speyerer Netzwerk sind über
die Homepage der Hochschule unter dem Stichwort "Ehemalige" (http://www.dhv-speyer.de)
oder - auf konventionellem Wege - über das Büro für Ehemalige
der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, Freiherr-vom-Stein-Str.
2, 67346 Speyer, Tel.: 06232/654-214, e-mail: bschneider@dhv-speyer.de,
zu erhalten.