| SpeyerBriefe |
In einem zusammenwachsenden Europa wird nicht nur die Kenntnis der
europäischen Institutionen immer wichtiger, notwendig sind auch Einblicke
in die unterschiedlichen Verwaltungssysteme der europäischen Mitgliedstaaten,
soll auf ihnen ein gemeinsames Europäisches Haus aufbauen.
Die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer möchte mit der neuen Reihe „Europa in Speyer“, die im Wintersemester 1999/2000 beginnt, einen Überblick über die Verwaltungssysteme der Mitgliedstaaten der Europäischen Union geben. Im Rahmen eines eintägigen Einführungsseminars werden Praktiker aus europäischen Ländern Strukturen und Organisation ihres Verwaltungssystems und ihre Verwaltungskultur vorstellen sowie über aktuelle Entwicklungen berichten.
Am Beginn dieser Reihe, die als Informationsveranstaltung in jedem Semester
stattfinden wird, steht das Nachbarland Frankreich.
Nach der Begrüßung durch den Rektor der Hochschule, Univ.-Prof.
Dr. Hermann Hill, wird der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz
und derzeitige Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für
kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische
Zusammenarbeit, Kurt Beck, die Veranstaltung gemeinsam mit dem Generalkonsul
der Republik Frankreich in Mainz, Jean-Claude Schlumberger, eröffnen
und über „Bilanz und Perspektiven der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit
zwischen Frankreich und Deutschland“ berichten. Über die Verwaltungsgerichtsbarkeit
wird im Anschluss Jean-Marie Woehrling, vormals Präsident des Verwaltungsgerichts
in Straßburg, jetzt Generalsekretär der Zentralkommission für
die Rheinschifffahrt, referieren.
Im Mittelpunkt des Nachmittags steht das administrative System Frankreichs. Anhand der verschiedenen Verwaltungsebenen werden Struktur, Aufgaben und aktuelle Probleme aus der Praxis für die Praxis vorgestellt. Für ein Referat über die staatliche Ebene unter besonderer Berücksichtigung der Präfektur konnte der Sous-Préfet in Wissembourg, Francis Polizzi, gewonnen werden. Michael Keller, Mitarbeiter des ehemaligen Ministers und jetzigen Senators Daniel Hoeffel, wird über die Dezentralisierung in Frankreich am Beispiel der Departements berichten. Mit Fragen der Kommunalen Selbstverwaltung am Beispiel der Stadt Chartres wird sich Laurent Rabaté, Bürgermeister der Partnerstadt von Speyer, befassen, bevor abschließend Prof. Willy Zimmer, Université Robert Schuman, Straßburg, Struktur und Besonderheiten der Regionalverwaltung darstellt.
Die Vorträge der französischsprachigen Referenten sowie die
anschließenden Diskussionen werden simultan übersetzt.
Nähere Informationen bei Frau Monika John-Koch, M.A., Mag.rer.publ.,
Tel.: 06232/ 654-315.
Auf Vorschlag des Senats der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften
Speyer hat der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt
Beck, den Vorsitzenden des Vorstands der BASF AG in Ludwigshafen, Dr. iur.
Jürgen Strube, zum Honorarprofessor ernannt. Die Überreichung
der Ernennungsurkunde erfolgte im Rahmen der feierlichen Eröffnung
des Wintersemesters 1999/2000, die am Mittwoch, den 10. November 1999,
um 19.30 Uhr in der Aula der Hochschule stattfand. Die Hochschule würdigte
damit erstmals einen herausragenden Unternehmer der Region.
Vor zahlreichen hochrangigen Gästen aus Gerichtsbarkeit, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft hob der Prorektor der Hochschule, Univ.-Prof. Dr. Siegfried Magiera, die hervorragenden Leistungen von Dr. Jürgen Strube auf dem Gebiet der Unternehmensführung sowie seine konzeptionellen Beiträge im Rahmen maßgeblicher nationaler und internationaler Initiativen hervor. In seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der BASF AG habe der Jurist seit vielen Jahren den intensiven Kontakt zwischen Angehörigen der Hochschule und der BASF AG begleitet und so einen regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gefördert. Dies gelte insbesondere für die Bereiche der Aus- und Fortbildung, an denen regelmäßig qualifizierte Mitarbeiter der BASF AG als Lehrbeauftragte und Referenten mitwirkten. In seinen Dankesworten würdigte Dr. Jürgen Strube ebenfalls die engen Beziehungen zwischen der BASF AG und der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, die ihn bereits im Jahre 1997 zum Ehrensenator ernannt hatte.
Im Rahmen seiner Honorarprofessur an der Hochschule Speyer soll Dr. Jürgen Strube schwerpunktmäßig das Fachgebiet „Unternehmensführung“ vertreten, das in ihm einen ausgewiesenen Experten gefunden hat. Seit 1969 für die BASF AG tätig, gehört Dr. Jürgen Strube seit 1985 dem Vorstand an, wobei er seit 1990 dessen Vorsitz innehat. Er zeichnet dort für das Ressort „Recht, Steuern und Versicherung, Planung und Controlling, Obere Führungskräfte und Führungskräfteentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Marktkommunikation“ verantwortlich. 1995/96 war Dr. Jürgen Strube erster EU-Vorsitzender des „Transatlantic Business Dialogue“ und 1996/97 Präsident des Verbandes der chemischen Industrie e.V. Von 1996 bis 1998 gehörte er der „Kommission Mitbestimmung“ der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung an und war im „Rat für Forschung, Technologie und Innovation“ des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie vertreten.
In Anwesenheit namhafter Persönlichkeiten aus Politik, Gerichtsbarkeit,
Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft fand am 10. November 1999 die feierliche
Eröffnung des Wintersemesters 1999/2000 an der Deutschen Hochschule
für Verwaltungswissenschaften Speyer statt.
Der bisherige Rektor und jetzige Prorektor der Hochschule, Univ.-Prof. Dr. Siegfried Magiera, bedankte sich nach der Begrüßung der Gäste zunächst für die Unterstützung, die er während seiner Amtszeit erhalten habe, und zog eine erfolgreiche Bilanz seiner Tätigkeit. Als Beispiel für die positiven Veränderungen an der Hochschule wies der Prorektor auf das neue Tagungsgebäude mit Gästehaus hin, das im Sommer 1998 in Betrieb genommen worden sei und ohne zusätzliche Personalausstattung weitgehend kostenneutral unterhalten werde. Als künftige Herausforderungen der Hochschule nannte Univ.-Prof. Dr. Siegfried Magiera die angespannte Finanzlage der öffentlichen Hand und die angestrebte Reform der Juristenausbildung.
Der Prorektor stellte den Zuhörern den neuen Rektor, Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill, vor, der seit 1986 den Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft und Öffentliches Recht an der Hochschule innehat und selbst einmal an der Hochschule Speyer studiert hatte. Im Anschluss an die Rektoratsübergabe erfolgte die Übergabe der Ernennungsurkunde zum Honorarprofessor an den Vorsitzenden des Vorstands der BASF AG in Ludwigshafen, Dr. iur. Jürgen Strube, der vom Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, auf Vorschlag des Senats der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer zum Honorarprofessor ernannt wurde.
Im Vorfeld der Jahrtausendwende stellte der neue Rektor, Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill, in seinem Rektoratsvortrag „Staatliche Zukunftsfähigkeit als Gestaltungsaufgabe“ an Bund und Länder die kritische Frage: Wie geht der Staat mit der Zukunft um? Verschiedene Think tanks innerhalb und außerhalb der Regierungszentralen seien mit der Analyse der Zukunft beschäftigt, aber die Umsetzung in strategische Politik gelinge kaum.
Der Rektor räumte ein, dass sowohl nach außen als auch im Innern Grenzen staatlicher Gestaltungsfähigkeit bestehen. Dennoch sei es im Hinblick auf den demokratischen Auftrag und die Verantwortung für zukünftige Generationen erforderlich, dass die Staatsführung durch Parlament und Regierung die Agenda vorgebe, die Ziele bestimme und die Perspektiven festlege. Die Staatsführung könne sich nicht nur auf die Moderation fremder Ideen beschränken.
Die Staatsführung brauche dabei Beratung. Er empfahl dazu die verschiedenen
Angebote der Hochschule Speyer. Die Hochschule sei als Zukunftsagentur
durch ihre Interdisziplinarität und ihre Praxisorientierung gut auf
diese Aufgabe vorbereitet.