März 2000

    Im Computerspiel schwierige Entscheidungen treffen lernen
    Seminar „Handeln in komplexen, politisch-administrativen Entscheidungslagen“

    Was bei der Planung von Flughäfen und Straßen alles zu beachten ist
    2. Speyerer Planungsrechtstage an der DHV

    So lassen sich Ministerien organisieren Forum an der DHV

    Große Frühjahrstagung an der DHV - Eröffnung mit Herzog und Glotz

    Regieren und Verwalten im Informationszeitalter: Unterwegs zur virtuellen Verwaltung
    68. Staatswissenschaftliche Fortbildungstagung an der DHV mit Herzog und Glotz


Im Computerspiel schwierige Entscheidungen treffen lernen
Seminar „Handeln in komplexen, politisch-administrativen Entscheidungslagen“

Um als Behörden-, Abteilungs- oder Referatsleiter in der Verwaltung effektiv handeln zu können, benötigt man Techniken zur spezifischen Problemlösung, besonders wenn es um schwierige und komplexe Entscheidungen geht. Dabei gilt es, strategisch und in vernetzten Bezügen zu denken und dies auch anderen vermitteln zu können. Wie schwierige Aufgaben bearbeitet werden können und zu welchem Erfolg oder Misserfolg die getroffenen Entscheidungen führen, wird in dem Seminar „Handeln in komplexen, politisch-administrativen Entscheidungslagen“, das vom 4. bis 7. April an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer stattfindet, vermittelt.
Das Seminar steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Fisch und wird in Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Dr. Siegfried Streufert von der Pennsylvania State University, Univ.-Prof. Dr. Glenda Nogami vom Department of Justice, Washington D.C., und den Lehrstuhlmitarbeiterinnen Anja Büchert, Anke Ladke und Inka Tehranian veranstaltet.
In einem computergestützten Planspiel müssen schnelle und wirkungsvolle Entscheidungen im Team gefällt werden. Die datengestützte Rückmeldung vermittelt ein genaues Bild von Stärken und Schwächen der individuellen und im Team gefällten Entscheidungen und Handlungsweisen. Anschließend werden Techniken zum strategischen Entscheiden und Handeln präsentiert.
Das Seminar richtet sich insbesondere an Behörden-, Abteilungs- und Referatsleiter, die für die Bearbeitung komplexer Aufgaben verantwortlich sind.
 


Was bei der Planung von Flughäfen und Straßen alles zu beachten ist - 2. Speyerer Planungsrechtstage an der DHV

Zur Eröffnung der 2. Speyerer Planungsrechtstage unter dem Motto „Planung 2000 - Herausforderungen für das Fachplanungsrecht“ konnte der
wissenschaftliche Leiter der Veranstaltung, Univ.-Prof. Dr. Jan Ziekow, zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Dienstes, von Verbänden und Gerichten,
aber auch aus der Anwaltschaft begrüßen. In seinen einführenden Worten machte er deutlich, dass das neue Jahrtausend gerade für die sogenannte
Fachplanung, welche sich etwa mit dem Bau von Straßen oder Flughäfen beschäftigt, besondere Herausforderungen in sich berge.
Am ersten Tag stand die zunehmende Europäisierung des Fachplanungsrechts im Mittelpunkt: In seinem Eröffnungsvortrag zu diesem Generalthema betonte
Univ.-Prof. Dr. Hans D. Jarass, dass sich gerade aus dem Umweltrecht der Europäischen Gemeinschaft wesentlich Vorgaben auch für das Fachplanungsrecht
ergäben. Bei der Umsetzung von EG-Richtlinien auf diesem Sektor seien in der Bundesrepublik jedoch erhebliche Defizite festzustellen, was rechtsstaatlich
inakzeptabel sei und die Gefahr erheblicher politischer Folgekosten in sich berge. Anhand zweier aktueller Beispiele wurde diese allgemeine Bedeutung des
Europarechts aufgezeigt: Zunächst referierte der Regierungsdirektor im Bundesministerium Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Dr. Christof
Sangenstedt, über die Bedeutung eines neuen Richtlinienvorschlags im Bereich der Umweltverträglichkeitsprüfung. Danach sollen künftig nicht mehr nur einzelne
Vorhaben, sondern darüber hinaus auch viele diesen vorgeschalteten Planungsstufen einer umfassenden Überprüfung der Auswirkungen auf die Umwelt
unterzogen werden, was zu begrüßen sei. Schließlich berichtete der Oberregierungsrat im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit,
Klaus Iven, über die Umsetzung der sogenannten FFH-Richtlinie, welche die Ausweisung besonderer Schutzgebiete zum Gegenstand hat, in das deutsche
Naturschutzrecht und deren Auswirkungen auf die Planungen.
Die Speyerer Planungsrechtstage dauern noch bis Freitag. Dabei werden Aspekte behandelt werden, welche verstärkt auch den einzelnen Bürger betreffen, so
etwa Informationsrechte in Planungsverfahren und Lärmschutzfragen. Angesichts der ausgesprochen positiven Resonanz, die diese Veranstaltungsreihe
gefunden hat, kann prognostiziert werden, dass sie künftig einen festen Platz auf dem Gebiet des Planungsrechts einnehmen wird.
 
 

                     So lassen sich Ministerien organisieren - Forum an der DHV

Fragen der Organisation von Ministerien und ihrem nachgeordneten Bereich stehen im Zentrum des Forums „Ministerien und nachgeordneter Bereich – Organisation,
Abschichtung, Steuerung“, das vom Mittwoch, 22. bis Freitag, 24. März unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Dr. König an der Deutschen
Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer stattfindet.
Einführend wird Prof. König Aufsätze zur Modernisierung der Ministerialverwaltung im internationalen Rahmen vorstellen. Auf die Probleme der ministeriellen
Arbeitsteilung zwischen Bonn und Berlin geht Ministerialdirektor Ernst Hüper, Leiter der Zentral-Abteilung des Bundeskanzleramtes, in seinem Vortrag ein. Und
welchen Einfluss die Landesparlamente auf die Organisation der Ministerien haben, wird Ministerialdirigent Gerd Stehler, Leiter der Abteilung „Organisation“ im
Innenministerium Nordrhein-Westfalen erläutern.
Der Donnerstag Vormittag ist dem Thema „Reorganisation des nachgeordneten Bereich“ gewidmet. Thematisiert werden sowohl die Gestaltung allgemeiner mittlerer
Verwaltungsbehörden als auch die Entwicklung von Sonderbehörden. Am Nachmittag stehen Formen Öffentlicher Unternehmen auf dem Programm.
Das Forum, das sich an Verwaltungspraktiker aus Bund, Ländern und Kommunen richtet, wird durch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Klassische und neue
Instrumentarien der Fachaufsicht“ abgerundet. Auf dem Podium: Ministerialrat Joachim Scheumann, Leiter des Reformstabes Bundesverkehrsverwaltung des
Bundesverkehrsministeriums, Horst Julich, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes Offenbach, Horst Müller, Regierungspräsident von Oberfranken, und Gerhard
Jäger, Leiter der Managementberatung der Prognos AG Basel.
 
 

                                   Große Frühjahrstagung an der DHV -

                                       Eröffnung mit Herzog und Glotz

Mehr als 420 Teilnehmer konnte heute die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer zu ihrer traditionellen Frühjahrstagung unter dem Motto
„Regieren und Verwalten im Informationszeitalter – Unterwegs zur virtuellen Verwaltung“ begrüßen. Eröffnet wurde die Veranstaltung, die noch bis Freitag dauert
und unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Heinrich Reinermann steht, von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog und dem St. Gallener
Universitäts-Professor Dr. Peter Glotz.
Der Rektor der Hochschule, Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill, begrüßte zur Eröffnung die Vertreter aus Bund und Ländern, der Stadt Speyer und privaten Unternehmen
sowie aus neun Staaten der Erde. In den vergangenen sechs Monaten sei die Zahl der Internet-Nutzer um 56 Prozent gestiegen. Das zeige, wie top-aktuell das Thema
der Tagung sei. Bald sei möglicherweise ein „Bürgerrecht auf Online-Zugang“ denkbar. Durch die Angebote der Verwaltung im Internet verändere sich aber auch die
Erwartungshaltung der Bürger in Bezug auf Öffnungszeiten, Dienstleistungen und Wartezeiten. Auch die Hochschule bleibe hier am Ball: Geplant sei ein Mix aus
Selbststudium mit online-Lernphasen und persönlichem Kontakt, erklärte Hill. Sein Aufruf: „Come to Speyer, wir surfen nicht nur, wir machen die Wellen“.
Dem Thema „Der Staat im Cyberspace: Die Rolle des öffentlichen Sektors im Zeichen globaler Vernetzung“ widmete sich Ex-Bundespräsident Herzog in seiner Rede.
„Die moderne Gesellschaft ist dynamisch. Entwicklungen gehen schnell voran, wobei man kaum sagen kann, wohin sie gehen“, erläuterte Herzog. „Kein Land ist
mehr fähig, den eigenen Kurs der Entwicklung zu steuern. Dabei gibt es gewisse Tempo-Unterschiede“, sagte Herzog. Nun stelle sich die Frage, wie sich die
Menschheit in der Übergangsphase zur neuen globalen Gesellschaft verhalten solle. Gelingt es der westlichen Welt, ihre Erfahrungen auch anderen Kulturen nahe zu
bringen, wie etwa eine Menschenrechts- oder allgemeine Friedensordnung? Er habe die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Regionen wie etwa asiatische Länder die
westliche Technik und Produktionsziele übernähmen, mit der Gefahr, ihre über Jahrtausende gewachsene Identität einzubüßen. Umgekehrt müsse die deutsche soziale
Marktwirtschaft immer mehr mit Systemen konkurrieren, die der reinen Marktwirtschaft dienen und ebenfalls westliche Qualität-Standards erreicht hätten und dabei
ökonomisch durch niedrigere Sozialkosten überlegen seien. „Deshalb muss unsere Produktionstechnik anderen um Pferdelängen voraus sein“, so Herzog. Auch sei es
fraglich, ob die deutsche Staatsorganisation dem Entscheidungstempo in der global-vernetzten Welt standhalten könne. Es müssten etwa flachere Hirarchien geschaffen
werden. „So wird sich das System nicht mehr lange halten können. Die Verwaltung kann nicht ewig nachhinken. Sie muss ihre Entscheidungsstrukturen grundlegend
überdenken“.
Welche Auswirkungen ein globaler „virtueller Kontinent“ haben könnte, erläuterte Glotz. Durch die neuen Technologien würden einige traditionelle Gewerbe,
wie etwa der Buchhandel, verschwinden, so Glotz. Der Manager werde keine Sekretärin mehr brauchen, sondern seine Termine selbst im Internet oder
Notebook verarbeiten. Die tägliche Arbeit werde künftig auch per Laptop von Spanien aus geleistet werden können. Vorteile der globalen Vernetzung sieht
Glotz auch in der Politik: Die Abschottung von Diktaturen würde erschwert, „die Macht die Goebbels damals hatte, wäre heute nicht mehr möglich“. Zwar
verböten einige Staaten noch immer ihren Bürgern den Internet-Zugang „doch das wird nicht haltbar sein“. Für den Staat stelle sich das Problem, flexibel
reagieren zu müssen. Dass das repräsentative System etwa durch Computerabstimmungen ausgehebelt würde, hält Glotz hingegen für unwahrscheinlich.
Deshalb sollte man der neuen Entwicklung weder mit Verdammnis noch mit zu großer Euphorie begegnen. „Es wird weder ein neues athenisches Zeitalter
geben, noch wird die repräsentative Demokratie zu Grunde gehen“.

Am Nachmittag sprach unter anderem Staatssekretär a.D. Dr. Thilo Sarrazin zum Thema „Wie sich die private Wirtschaft eine öffentliche Verwaltung im
Informationszeitalter wünscht.“ Und Staatssekretärin Brigitte Zypries vom Bundesministerium des Innern referierte über das Verhältnis von Bürger, Politik und
Verwaltung im Informationszeitalter.

Weitere Referenten werden Einblicke in Rechtsfragen der Informationsgesellschaft, die Rolle digitaler Signaturen und die Sicherheit von
Verwaltungsinformationssystemen geben. Außerdem geht es um den Einfluss der neuen Informationstechniken auf die Struktur und Organisation der
Verwaltung. Wie sie sich im öffentlichen Dienst auswirken, wird die Ministerin für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales des Saarlandes, Dr. Regina Görner,
untersuchen. Abgerundet wird die dreitägige Veranstaltung mit Beiträgen zum Management von Wissen und Technik sowie einem Vortrag von Prof. Dr. Dr.
h.c. Bert Rürup, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, über die Effizienzrevolution in der öffentlichen
Verwaltung. Weitere Höhepunkte sind fünf Panels zu aktuellen Schwerpunktthemen von Informationstechnik und Verwaltung, nämlich „V24: Verwaltung 24 im
internationalen Webtest“, „Digitale Signaturen“, „Cyberspace und Cybercrime“, „Die Rolle der Rechenzentren“ und „Elektronische Vorgangsbearbeitung“.
 

 
 

    Regieren und Verwalten im Informationszeitalter: Unterwegs zur virtuellen Verwaltung

                    68. Staatswissenschaftliche Fortbildungstagung an der DHV mit Herzog und Glotz

Es ist wieder soweit: Die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer veranstaltet vom 15. bis 17. März ihre traditionelle große
Frühjahrstagung. Mehr als 420 Teilnehmer werden dazu erwartet. Über 40 namhafte Referenten aus dem In- und Ausland - darunter auch der frühere
Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog und Prof. Dr. Peter Glotz - werden an der Hochschule zu Gast sein.Zum sechsten Mal wird
die„Staatswissenschaftliche Fortbildungstagung“ gemeinsam mit der Gesellschaft für Informatik e.V. veranstaltet. Sie steht unter der wissenschaftlichen Leitung
von Univ.-Prof. Dr. Heinrich Reinermann. Unter dem Motto „Regieren und Verwalten im Informationszeitalter: Unterwegs zur virtuellen Verwaltung“ werden
die Referenten aus Staat, Wissenschaft und Wirtschaft erläutern, welche Möglichkeiten moderne Informations- und Kommunikationstechnologien für Regierung
und Verwaltung sowie fürdie Verwaltungsmodernisierung bieten.
Eröffnet wird die Veranstaltung mit den Vorträgen von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog über die Rolle des Staates im Zeichen globaler
Vernetzung und Prof. Dr. Peter Glotz über die neue Welt einer räumlich-zeitlich-hierarchisch ungehinderten Kommunikation. Weitere Beiträge befassen sich mit
den Anforderungen, die Wirtschaft und Dritter Sektor in der Informationsgesellschaft an eine öffentliche Verwaltung stellen.Unter anderem spricht
Staatssekretär a.D. Dr. Thilo Sarrazin zum Thema „Wie sich die private Wirtschaft eine öffentliche Verwaltung im Informationszeitalter wünscht.“ Und
Staatssekretärin Brigitte Zypries vom Bundesministerium des Innern referiert über das Verhältnis von Bürger, Politik und Verwaltung im Informationszeitalter.
Weitere Referenten werden Einblicke in Rechtsfragen der Informationsgesellschaft, die Rolle digitaler Signaturen und die Sicherheit von
Verwaltungsinformationssystemen geben. Außerdem geht es um den Einfluss der neuen Informationstechniken auf die Struktur und Organisation der
Verwaltung. Wie sie sich im öffentlichen Dienst auswirken, wird die Ministerin für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales des Saarlandes, Dr. Regina Görner,
untersuchen. Abgerundet wird die dreitägige Veranstaltung mit Beiträgen zum Management von Wissen und Technik sowie einem Vortrag von Prof. Dr.Dr.h.c.
Bert Rürup, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, über die Effizienzrevolution in der öffentlichen
Verwaltung. Weitere Höhepunkte sind fünf Panels zu aktuellen Schwerpunktthemen von Informationstechnik und Verwaltung, nämlich „V24: Verwaltung 24 im
internationalen Webtest“, „Digitale Signaturen“, „Cyberspace und Cybercrime“, „Die Rolle der Rechenzentren“ und „Elektronische Vorgangsbearbeitung“.
Anm. für die Medien: Vertreter von Rundfunk, Fernsehen und Presse sind zu der Veranstaltung herzlich willkommen. Es besteht Gelegenheit zu Interviews mit
den Referenten. Um kurze Voranmeldung wird gebeten. Weitere Informationen zum Programm der Frühjahrstagung und den Referenten finden Sie im Internet
unter: http://www.dhv-speyer.de/rei/f2K