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10. Kurswoche des IV. Führungskollegs
Speyer
bei der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
vom 2. bis 6. November 1998
Das IV. Führungskolleg Speyer (FKS) startet am Montag, 2. November
1998, in seine zehnte Kurswoche. Unter der wissenschaftlichen Leitung von
Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Siedentopf werden die 20 Kollegiaten
aus den Ministerialverwaltungen der Länder Hessen, Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein sowie von
der Bundesanstalt für Arbeit ein anspruchsvolles Programm absolvieren.
Zunächst wird die historische Entwicklung des öffentlichen
Dienstes im 19. und 20. Jahrhundert anhand der Aspekte Personalpolitik,
Beamtenethos und Statusfragen behandelt. Als Referent und Gesprächspartner
wird der emeritierte Universitätsprofessor für Verwaltungsgeschichte
der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, Dr.
Rudolf Morsey, zur Verfügung stehen.
Im Bereich der Personalwirtschaft nimmt die Diskussion über das
Beurteilungswesen im öffentlichen Dienst gegenwärtig eine zentrale
Stellung ein. Dazu wird der Bundesbeamtensekretär der ÖTV, Holger
Unland, Reformvorschläge der Gewerkschaft vorstellen und mit den Teilnehmern
diskutieren.
Ein Besuch bei der Führungsakademie Baden-Württemberg in Karlsruhe
soll dem Austausch mit den dortigen Fortbildungsteilnehmern dienen. Vier
Arbeitsgruppen werden sich mit den zukünftigen Anforderungen an Führungskräfte
und mit Erfolgsstrategien für Veränderungsprozesse beschäftigen.
Zum Abschluss des Besuchs wird der Präsident der Bundesanstalt für
Arbeit, Bernhard Jagoda, den Strukturwandel als eine Herausforderung für
Führungskräfte mit den Teilnehmern erörtern.
Die Praxis der politischen Steuerung in der Ministerialverwaltung des
Bundes und der Länder wird Univ.-Prof. Dr. Werner Jann, Universität
Potsdam, im Rahmen des Schwerpunktbereichs “Führung nach innen” behandeln.
Vernetzte und komplexe Problemlagen aus den Bereichen Technologie, Arbeit
und Umwelt werden die Kollegiaten im Rahmen des computergestützten
Planspiels “tau” in besonderer Weise herausfordern. Ihre Aufgabe wird es
sein, als Angehörige verschiedener Bundesressorts koordinierte Lösungsstrategien
vor dem Hintergrund dynamischer Entwicklungen in verschiedenen gesellschaftlichen
Bereichen unter Knappheitsbedingungen zu entwickeln und anzuwenden. Das
Planspiel befindet sich auf dem neuesten Stand der politischen Entwicklung.
So hat das Organisationsteam um Univ.-Prof. Dr. Carl Böhret ein Szenario
der neuen Bonner Regierung zum Ausstieg aus der Atomenergie und seine Auswirkungen
auf Arbeit, Öffentlichkeit, Umwelt und Wirtschaft in den Vorhabenkatalog
eingefügt.
Beginn des Wintersemesters 1998/99 an der
Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
Semesterantrittsversammlung mit Rektor Universitätsprofessor Magiera
und Bürgermeister der Stadt Speyer Hanspeter Brohm
Am Montag, 2. November 1998, beginnt das Wintersemester 1998/99 an der
Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Über
560 neue Hörerinnen und Hörer werden am kommenden Montag wiederum
das verwaltungswissenschaftliche Ergänzungs- oder Aufbaustudium an
der Hochschule aufnehmen.
Zu Semesterbeginn werden die Hörerinnen und Hörer in der Semesterantrittsversammlung,
die am Montag, 2. November 1998, direkt im Anschluss an die Einschreibung
stattfindet, durch den Rektor der Hochschule, Herrn Universitätsprofessor
Dr. Siegfried Magiera, persönlich begrüßt. Im Namen der
Stadt Speyer wird der Bürgermeister der Stadt Speyer, Herr Hanspeter
Brohm, einige Willkommens- und Grußworte an die neuen Studierenden
richten.
Im Anschluss an die Semesterantrittsversammlung findet unter der Leitung
des Hörersprechers des vergangenen Sommersemesters die erste Vollversammlung
der Hörerschaft statt, in der der Hörersprecher bzw. die Hörersprecherin
des Wintersemesters 1998/99 und die übrigen Vertreter der Hörerschaft
gewählt werden.
Herzlicher Dank gebührt, so der Rektor der Hochschule, den zahlreichen
Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Speyer, aber auch der Umlandgemeinden,
die private Quartiere zur Verfügung gestellt und auf diese Weise dazu
beigetragen haben, dass auch in diesem Semester alle Hörerinnen und
Hörer der Hochschule untergebracht werden konnten.
4. Speyerer Qualitätswettbewerb 1998
„Ihre Erfolge zeigen anderen Verwaltungen, welche Wege sie gehen können“,
bescheinigte der Rektor der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften
Speyer, Univ.-Prof. Dr. Siegfried Magiera, den Siegern des 4. Speyerer
Qualitätswettbewerbs 1998. „Sie sind Schrittmacher für die weitere
Modernisierung.“
Im Rahmen der Speyerer Qualitätstage an der Deutschen Hochschule
für Verwaltungswissenschaften Speyer überreichte der Rektor den
Vertretern der 20 siegreichen Verwaltungen die Urkunden. Am 4. Speyerer
Qualitätswettbewerb hatten sich 69 Verwaltungen beteiligt, darunter
33 aus Deutschland, 19 aus Österreich und 17 aus der Schweiz. Für
ihre Leistungen bei der Modernisierung der Gesamtverwaltungen wurden zehn
Verwaltungen mit dem „Speyer-Preis“ ausgezeichnet, darunter aus Deutschland
die Städte Passau, Nordhorn und Dortmund. Den „Projektpreis“ für
zukunftsweisende Maßnahmen in einem Teilbereich der Verwaltung wurde
an zehn Behörden vergeben. Den „Projektpreis“ erhielten unter anderem
die Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz, die Städte Mannheim, Rüsselsheim
und Wyk auf Föhr, das Amt Preetz-Land, die Senatskommission für
das Personalwesen Bremen sowie die Landesregierung Schleswig-Holstein.
„Speyer-Preisträger zu sein, war stets nicht nur ehrenhaft, sondern
immer auch anstrengend“, warnte Univ.-Prof. Dr. Helmut Klages die Preisträger
in seiner Rede. Der Mit-Initiator des Wettbewerbs sagte, die Preisträger
müssten sich darauf gefasst machen, nun im Mittelpunkt des Interesses
zu stehen. Alle Verwaltungen, die sich auf den Pfad der Modernisierung
begeben hätten, schauten nun auf die Sieger. Diese sollten ihre eigenen
Ansätze und Lösungen anderen Behörden vorstellen und ihnen
dadurch Hilfestellungen für den eigenen Modernisierungsprozess anbieten.
Die Bewerber seien in den Jahren immer besser geworden. Besonders erfreulich
sei, dass die Verwaltungen insgesamt dort aufgeholt hätten, wo bei
den vergangenen Wettbewerben noch Schwachpunkte zutage getreten seien:
beim Umgang mit der Schlüsselressource „Personal“ und der Qualität
der Personalführung. Die Mehrheit der deutschen Kommunalverwaltungen
habe damit noch einige Schwierigkeiten, wie die Umfrage des Deutschen Städtetages
aus dem Jahr 1998 zeige.
Im Anschluss an die Preisverleihung stellten die Preisträger in
Arbeitsgruppen ihre Modernisierungskonzepte vor. Es folgten lebhafte Diskussionen
mit den Teilnehmern der Speyerer Qualitätstage. Damit erfüllt
der Speyerer Qualitätswettbewerb für die Verwaltungen in Deutschland
und Österreich und der Schweiz eine wichtige Funktion, wie Mit-Initiator
Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill hervorhob: „Der freundschaftliche Vergleich
untereinander und das Lernen voneinander unterstützen den Fortschritt
der Modernisierung in den Verwaltungen.“
4. Speyerer Qualitätswettbewerb 1998
Qualität und Innovation in der öffentlichen Verwaltung
20 Preise für herausragende Leistungen
Die Siegerverwaltungen des 4. Speyerer Qualitätswettbewerbs 1998 stehen
fest. Unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill und Univ.-Prof. Dr.
Helmut Klages hat der Beirat in seiner Sitzung am 6. November 1998 die
Preisträger ausgewählt. Von den 69 Verwaltungen, die ihre Bewerbungsunterlagen
eingereicht hatten, werden 20 Verwaltungen am 10. Dezember 1998 prämiert
werden.
Zehn Verwaltungen hat der Beirat den „Speyer-Preis“ zuerkannt, mit
dem die Modernisierung der gesamten Organisation gewürdigt wird. Von
den 24 Bewerbern aus Städten und Gemeinden erhalten fünf einen
„Speyer-Preis“ für ihre umfassende Modernisierung: die Gemeinde Seekirchen
am Wallersee, die Stadt Spittal an der Drau, die Stadt Passau, die Stadt
Nordhorn und die Stadt Dortmund. Auch die Bezirkshauptmannschaft Zell am
See wird mit einem Preis ausgezeichnet. Der Beirat hat zudem drei schweizerische
Verwaltungen aus dem Bereich der Landesverwaltung für den „Speyer-Preis“
ausgewählt: den Kanton Zürich, das Amt für Wirtschaft und
Arbeit des Kantons Solothurn sowie das Tiefbauamt des Kantons Bern. Erstmals
erhält zudem eine Bundesbehörde einen „Speyer-Preis“, nämlich
die österreichische Studienbeihilfenbehörde.
Mit dem „Projektpreis“ werden außergewöhnlich hohe Leistungen
in einem Teilbereich der Organisation gewürdigt. Ein Hauptkriterium
für die Vergabe dieses Preises ist der Innovationscharakter der Projekte.
29 Verwaltungen haben in diesem Jahr ganz unterschiedliche Vorhaben eingereicht.
Zehn der Bewerber hat der Beirat für einen „Projektpreis“ ausgewählt:
Die „Aufgabenkritik“ in den Ministerien Schleswig-Holsteins und das „Personalcontrolling“
der Senatskommission für das Personalwesen Bremen gehören hierzu.
Auch das „Ziel- und Ressourcencontrolling“ der Stadt Wyk auf Föhr,
die „Prozessverbesserung“ der Stadt Mannheim und das „Betriebscontrolling“
der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz werden neben dem „wirkungsorientierten
Produktkatalog“ der Stadt Rüsselsheim und dem „Organisationsentwicklungsprojekt“
des Amtes Preetz-Land prämiert. Aus den österreichischen und
schweizerischen Bewerbungen beeindruckten das „Verfahrensmanagement“ der
Steiermärkischen Landesregierung, das „Outcome-Projekt“ der Gesundheitsdirektion
des Kantons Zürich sowie die Behörden-Information per Internet
„Help“ des österreichischen Finanzministeriums; diese zukunftsweisenden
Projekte werden ebenfalls ausgezeichnet.
Die internationale Ausrichtung des Wettbewerbs tritt in diesem Jahr
stark hervor: Von den 69 Bewerbern kommen 33 aus der Bundesrepublik, 19
aus Österreich und 17 aus der Schweiz.
Die Preise werden im Rahmen eines Kongresses verliehen, der vom 10.
bis 11. Dezember 1998 in der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften
Speyer stattfindet. Der Rektor der Hochschule, Univ.-Prof. Dr. Siegfried
Magiera, wird die Urkunden am 10. Dezember 1998 an die Preisträger
übergeben. Im Anschluss an die Feierstunde stellen diese in Arbeitsgruppen
ihre Modernisierungskonzepte vor. Dadurch soll der wechselseitige Austausch
der Verwaltungen angeregt und das Lernen von Spitzenverwaltungen gefördert
werden.
4. Speyerer Qualitätswettbewerb
1998
Allgemeine Informationen zum „Speyerer Qualitätswettbewerb“
69 Verwaltungen sind beim 4. Speyerer Qualitätswettbewerb 1998 angetreten,
um sich miteinander zu vergleichen und zu messen.
Univ.-Prof. Dr. Helmut Klages von der Deutschen Hochschule für
Verwaltungswissenschaften Speyer hat gemeinsam mit seinem Kollegen, Univ.-Prof.
Dr. Hermann Hill, den Qualitätswettbewerb im Jahre 1992 ins Leben
gerufen. Er findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt. Bei der
Bewertung der Bewerbungen durch ein sachkundiges Gremium („Beirat“), dem
profilierte Wissenschaftler und Praktiker aus Deutschland, Österreich
und der Schweiz angehören, stehen die Kundenorientierung, die Qualität
und die Leistungsfähigkeit der Verwaltungen im Vordergrund.
Mit der Preisvergabe wird daher die Qualität und Innovationsfähigkeit
öffentlicher Verwaltungen gewürdigt. Die Veranstalter verstehen
den Wettbewerb auch als Chance für die Teilnehmer, den Modernisierungsprozess
voranzutreiben.
Mit 33 Teilnehmern aus der Bundesrepublik, 19 aus Österreich sowie
17 aus der Schweiz hat sich der 4. Speyerer Qualitätswettbewerb 1998
zu einer bedeutenden, auch international beachteten Veranstaltung entwickelt.
Von den 40 Bewerbern um einen „Speyer-Preis“ hat der Beirat zehn als
preiswürdig erkannt. Der Speyer-Preis honoriert die Modernisierung
der gesamten Verwaltung und stellt damit hohe Anforderungen an die Bewerber,
die auf jedem Gebiet (z.B. Kunden- und Mitarbeiterorientierung, Einführung
betriebswirtschaftlicher Instrumente, Qualität der Verwaltungsleistungen)
„fit“ sein müssen.
Der „Projektpreis“ wird für besonders innovative Teilaspekte bei
der Modernisierung einer Verwaltung vergeben. In diesem Jahr haben bereits
29 Verwaltungen die Gelegenheit genutzt, einen besonders weit entwickelten
Bereich ihrer Behörde vorzustellen. Der Beirat hat zehn davon einen
„Projektpreis“ zuerkannt.
Die Entscheidung des Beirats wurde auf der Basis umfangreicher Vorbereitungen
getroffen. Für jede Verwaltung, die sich beworben hatte, wurde ein
schriftliches „Modernisierungsprofil“ erstellt; zudem wurde jede Verwaltung,
die in die nähere Auswahl kam, „vor Ort“ besucht.
4. Speyerer Qualitätswettbewerb 1998
Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill Univ.-Prof. Dr. Helmut Klages Kontaktadressen
und weitere Informationen über die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften
Speyer Ansprechpartnerinnen: Frau Kohl, Frau Zimmermann (Tel.: 06232/654-247)
Vorstellung der Preisträger „Speyer-Preis“
Gemeinde Seekirchen
Die kleine Gemeinde Seekirchen im Land Salzburg überzeugt durch ihre
weit fortgeschrittene Umsetzung der Verwaltungsmodernisierung. In regelmäßigen,
gemeinsamen Klausuren von Verwaltungsführung und Politik werden neue
Ziele und Projekte festgelegt sowie laufende Projekte analysiert. Damit
ist es gelungen, alle Fraktionen einzubinden und zu einer Verbesserung
des Verhältnisses zwischen Verwaltung und Politik beizutragen. Durch
die Projektteams kommt es zu einer Stärkung demokratischer Elemente.
Zu den besprochenen Themen werden jeweils auch betroffene Bürger und
Experten eingeladen.
Die Verwaltung der Gemeinde Seekirchen orientiert sich an den Bedürfnissen
und Wünschen der Bürger. Es finden zum Beispiel laufend Kundenbefragungen
statt, deren Ergebnisse in die Gestaltung der Verwaltung-Bürger-Beziehungen
einfließen. Als Modellgemeinde für das Bundesland Salzburg entwickelt
Seekirchen einen einheitlichen Produktkatalog, wobei dieser als Grundlage
für Vergleiche zwischen verschiedenen Kommunen dient.
Stadt Spittal
In der Kärntner Stadtgemeinde Spittal an der Drau finden die Wünsche
der Bürger besondere Berücksichtigung. In den Wartezonen der
Ämter gibt es Spielecken für Kinder. In enger Kooperation mit
der örtlichen Wirtschaft sind einige soziale Projekte angestoßen
worden (z.B. „Family-Card“. „Start-Card“ für Neugeborene, Sonderfond
„Spittaler in Not“).
Die Stadt Spittal arbeitet sehr eng mit dem Studiengang „Kommunales
Management“ der Fachhochschule Kärnten zusammen. Zwischen den Beschäftigten
der Stadt und den Studierenden ist dadurch ein ständiger Austausch
entstanden.
Durch die Entwicklung von Kennzahlen für die gesamte Verwaltung
werden die eigenen Leistungen transparenter und die Verwaltung besser steuerbar.
Spittal nimmt eine Vorreiterrolle im Rahmen des interkommunalen Vergleichsrings
Kärnten ein.
Stadt Passau
Bereits zum zweiten Mal erhält die Stadt Passau den „Speyer-Preis“.
Schon 1994 war die niederbayerische Kommune für ihre gelungene Modernisierung
ausgezeichnet worden. Damals hatte das mit breiter Beteiligung von Bürgern
und Ratsmitgliedern erarbeitete Leitbild besonders beeindruckt. Beim 4.
Speyerer Qualitätswettbewerb überzeugte Passau durch seine breit
angelegte Reform: Unter dem Motto „Dienststellen werden zu Unternehmen“
können die ehemaligen Abteilungen selbständig wirtschaften. Dabei
können die Mitarbeiter ihr unternehmerisches Talent entfalten. In
Passau weiß man inzwischen genau, was die einzelnen Leistungen kosten.
Dank einer Kosten- und Leistungsrechnung, die auf der kaufmännischen
Buchführung aufbaut, können die „Unternehmen“ der Stadtverwaltung
gezielter sparen. Außerdem arbeitet die Verwaltung mit einem strategischen
Zielsystem.
Die Stadt Passau setzt darauf, die Bürgerinnen und Bürger
in die Planung von Baumaßnahmen in ihrem Stadtteil einzubeziehen.
Deshalb arbeiten die Planer der Stadtverwaltung frühzeitig mit Anwohnern
zusammen.
Stadt Nordhorn
In Nordhorn beginnt die Reform bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Seit Beginn der Modernisierung setzt die Stadtverwaltung darauf, die Beschäftigten
zu motivieren, sich aktiv zu beteiligen. In verschiedenen Gremien innerhalb
der Verwaltung arbeiten die Bediensteten daran mit, moderne Management-Instrumente
zu entwickeln und einzuführen. Besonderer Wert wird auf zeitgemäße
Personalführung gelegt. Mit Hilfe einer Kosten- und Leistungsrechnung
soll das Kostenbewusstsein bei den Mitarbeitern gestärkt werden. Die
Dienststellen rüsten sich dafür, künftig mit Privaten wettbewerbsfähig
zu sein.
Die Modernisierung wird auch von den Ratsfraktionen getragen. Alle
Stadträte sind über Computer an das Rathaus angeschlossen, so
dass sie ohne Verzögerung alle wichtigen Informationen aus der Verwaltung
erhalten. Vorschläge für weitere Reformen kommen auch aus den
Fraktionen: Auf Beschluss des Stadtrates muss sich der Bauhof in zwei Jahren
der Konkurrenz mit anderen Anbietern stellen.
Stadt Dortmund
Mit rund 8.000 Beschäftigten hat die Stadtverwaltung Dortmund die
Größe eines Konzerns. Das Neue Steuerungsmodell ist in den meisten
Ämtern bereits eingeführt. Bei der Modernisierung orientiert
sich die Verwaltung an Privatunternehmen: Dank einer flächendeckenden,
EDV-gestützten Kosten- und Leistungsrechnung wissen alle Ämter,
wieviel ihre Leistungen tatsächlich kosten. Diese Informationen sind
jederzeit abrufbar und werden bei der täglichen Arbeit in hohem Ausmaß
genutzt.
Controlling, Qualitätsmanagement und Zielvereinbarungen sind in
Dortmund bereits weitgehend verwirklicht. Dies wirkt sich sowohl äußerst
positiv auf die Verwirklichung der Verwaltungsziele als auch auf die Motivation
der Mitarbeiter aus. Auch der Frauenförderungsgedanke ist in Dortmund
vorbildlich verankert.
Die Reform bringt dadurch erhebliche Vorteile für Bürger
und Mitarbeiter. In Dortmund wird die Kundenorientierung sehr ernst genommen.
Die Besucher der Ämter werden nach ihren Wünschen befragt. Die
Ergebnisse fließen in die Planung für die „Bürgerbüros“
ein.
Bezirkshauptmannschaft Zell am See
Die Vergabe eines „Speyer-Preises“ honoriert die Breite und Konsequenz
der Modernisierung der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Vor dem Hintergrund
sehr traditionell geprägter Verwaltungsstrukturen erscheint die Reform
besonders bemerkenswert. Ein Symbol für den frischen Wind in den Zeller
Amtsstuben ist die Begrenzung der Amtsdauer der Bezirkshauptfrau durch
diese selbst bei einem ansonsten auf Lebenszeit angelegten Amt. Dies demonstriert
die Energie und den Willen zur Veränderung in der Bezirkshauptmannschaft.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aktiv und intensiv an der Modernisierung
beteiligt.
Auffallend ist die ausgeprägte Kundenorientierung. So erhalten
die Bürger einen Reisepass oder Führerschein in weniger als 20
Minuten ab Beantragung. Zudem ist ein gutes „Bürgerleitsystem“ entwickelt
worden. Auch die Einführung moderner betriebswirtschaftlicher Instrumente
ist sehr weitgehend in Zell am See verwirklicht.
Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton Solothurn
Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Solothurn nimmt die
regionalen Aufgaben auf den Gebieten Arbeitsmarktverwaltung, Wirtschaftsförderung,
Energieförderung und Arbeitsinspektorat wahr. Dieses Amt ist vor vier
Jahren neu strukturiert worden und verfügt über insgesamt elf
Standorte im Kanton. Neben der gelungenen Einführung betriebswirtschaftlicher
Instrumente fiel besonders auf, dass das Amt eine Reihe von zukunftsweisenden
Ideen verwirklicht hat (z.B. bessere Struktur der Arbeitslosenvermittlung
vor Ort, Transferorganisation bei Massenentlassungen, eigener Ausbildungsbetrieb
im Gastgewerbe, Ausschreibung eines nationalen Design-Preises). Beeindruckend
ist der relativ kurze Zeitraum, in dem dieser hohe Modernisierungsstandard
erreicht werden konnte.
Die Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden
wird überzeugend gelebt. Kooperationen und Partnerschaften mit Firmen
sind neben systematischen Kundenbefragungen (z.B. „Erwerbslose Menschen
beurteilen ein Amt“) Beispiele hierfür.
Daneben beeindruckt der ausgesprochen offen wirkende Umgang der Mitarbeiter
und Führungskräfte untereinander. Mit der offiziellen Ablehnung
der „Nullfehler-Mentalität“ wird ausdrücklich der Mut zum Risiko
bei der Erprobung neuer Methoden gefördert.
Tiefbauamt Kanton Bern
Das Tiefbauamt betreut das Landes- und Nationalstraßennetz sowie
den Hochwasserschutz des Kantons Bern. Gegliedert ist es in eine zentrale
Dienststelle sowie vier Bezirksorganisationen, welche mit vierzehn Werkhöfen
den gesamten Kanton betreuen. Im Berner Tiefbauamt wurde eine umfassende
Dezentralisierung von Aufgaben und Verantwortung verwirklicht. Zwischen
den Werkhöfen finden ständig Vergleiche statt, was die Mitarbeiter
zu einem „sportlichen Wettkampf“ untereinander motiviert. Besonders beeindruckt
die dadurch mögliche effiziente Leistungserbringung. So gelingt es
dem Tiefbauamt gleichzeitig, Kosten zu sparen.
Für die Entschärfung verkehrsreicher Ortsdurchfahrten und
ähnlicher Projekte wurde das sogenannte „Berner Modell“ entwickelt.
Dank seiner gelebten Partizipationsmöglichkeiten und einer deutlichen
Qualitätsverbesserungen für die Bevölkerung (Kreisverkehr
statt Kreuzungen, Rückbau der Fahrbahnen) hat es bereits national
und international Beachtung gefunden.
Die Vergabe eines „Speyer-Preises“ honoriert insbesondere die Leistung
des Tiefbauamts auf dem Weg zu einer effizienten und kostenorientierten
Verwaltung sowie die besonderen Erfolge und herausragende Bürgerorientierung
des „Berner Modells“.
Kanton Zürich
Bei der Verwaltungsreform des Kanton Zürichs handelt es sich um eine
sehr umfassende, ganzheitliche Reform nach den Prinzipien des New Public
Management. Sie besticht durch das hohe Niveau der Planung und Umsetzung
der einzelnen Modernisierungsschritte. Die Verwaltungsreform wurde 1995
vom Regierungsrat des Kantons Zürich gestartet; seitdem wird sie durch
verschiedene Projekte in vielen kantonalen Bereichen vorangetrieben. Besonders
eindrucksvoll ist in Zürich der Grundsatz verwirklicht, die Verwaltungsmodernisierung
dezentral umzusetzen, bei einem gleichzeitig sehr hoch entwickelten Niveau
der zentralen Unterstützung. Es ist gelungen, ein hohes Ausmaß
an Koordination und Information über die einzelnen Projekte hinweg
sicherzustellen; die komplexe, aber klare Projektorganisation unterstützt
dies.
Die Verwaltungsreform des Kantons Zürich zielt auf schnelle und
dauerhafte Lösungen, Erfahrungen aus den Reformprojekten fließen
direkt in weitere Projekte ein. So ist in Zürich das Prinzip „Learning
by doing“ tatsächlich verwirklicht. Die Umsetzung der Verwaltungsreform
ist bereits sehr weit fortgeschritten und kann als herausragendes Beispiel
für andere Verwaltungen im Bereich der kantonalen bzw. Landesverwaltung
dienen.
Hervorzuheben ist zudem, dass die Verwaltungsreform eng mit einer Parlamentsreform
verknüpft ist. Auch die Gemeinden des Kantons sind in die Verwaltungsreform
einbezogen.
Studienbeihilfenbehörde Wien
Österreichischen Studierenden ist die Studienbeihilfenbehörde
bestens bekannt. Sie ist zuständig für die Förderung von
besonders begabten und von bedürftigen jungen Menschen. Die Zentrale
in Wien und die Dienststellen in Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg
und Linz bewilligen pro Jahr rund 50.000 Studienbeihilfen sowie 22.000
Beihilfen für ein Auslandsstudium.
Die Modernisierung in der Studienbeihilfenbehörde ist konsequent
darauf ausgerichtet, den Studierenden den Weg zur Studienförderung
so einfach und so kurz wie möglich zu machen. Das wird durch eine
intensive Schulung der Mitarbeiter, durch Fehlerkontrollen und durch die
ständige Überarbeitung von Arbeitsabläufen gewährleistet.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Studienbeihilfenbehörde
verstehen sich als Partner der Studenten. Deshalb arbeiten sie intensiv
mit der Hörervertretung zusammen. Auch gegenüber anderen Behörden
machen sie sich zum Fürsprecher ihrer „Kunden“.
„Projektpreis“ Amt Preetz-Land
Das Amt Preetz-Land erledigt die Verwaltungsaufgaben für 17 Dörfer
mit insgesamt 9.500 Einwohnern. Um die Schwächen in der Zusammenarbeit
zwischen der Verwaltung und den 162 Gemeindevertretern abzubauen, haben
50 Ratsmitglieder und die 19 Beschäftigten der Verwaltung gemeinsam
neue Organisationsstrukturen anhand der Methode „Organisationsentwicklung“
erarbeitet. Dadurch hat sich auch die Arbeitsweise der Ratsmitglieder und
der Verwaltung verändert und verbessert.
Anstelle einer Vielzahl von Fachausschüssen hat jede Gemeinde
im Amt Preetz-Land nun zwei Ausschüsse: Im Strategieausschuss werden
die Ziele festgelegt, anschließend diskutieren die Mitglieder des
Projektausschusses zum Beispiel über die Einzelheiten beim Bau von
Spielplätzen oder bei der Erneuerung von Gehwegen. An der Umsetzung
der Projekte beteiligen sich auch Dorfbewohner.
In der Verwaltung wurde die Hierarchie radikal abgebaut. Die Beschäftigten
arbeiten in drei Teams, die ihre Aufgaben jeweils eigenständig organisieren.
Stadt Wyk auf Föhr: „Ziel- und Ressourcencontrolling“
Aufgrund ihrer sehr angespannten Haushaltslage hat sich die Stadt Wyk dazu
entschlossen, einen neuen, intelligenten Weg beim Sparen einzuschlagen.
Die mancherorts praktizierte „Rasenmähermethode“, durch die Leistungen
gekürzt oder gestrichen werden, gehört in Wyk der Vergangenheit
an. Die Leistungen, die die Stadt ihren Bürgern anbieten möchte,
werden von den politischen Fraktionen mittels eines
Stadt Mannheim: „priMA“ Prozessverbesserung in Mannheim
Die Mitarbeiter wissen am besten, wie sie ihre Aufgaben schneller, reibungsloser
und kostengünstiger erledigen können. So lautet der Grundgedanke
des Projekts „priMA“, Prozessverbesserung in Mannheim. Die Stadtverwaltung
greift damit eine Methode aus Japan auf, die in vielen Industrieunternehmen
genutzt wird: „Kaizen“, auf deutsch: Veränderung zum Guten. Innerhalb
von drei Tagen haben Teams unter anderem Lösungen für den Kurierdienst
bei der Feuerwehr, Spielregeln für die Nutzung von Dienstwagen und
ein neues System für die Aktenablage erarbeitet. Dadurch spart der
Bürger Zeit und die Stadtverwaltung Geld.
Die Vorschläge der Teams werden sofort verwirklicht: Binnen eines
Monats ändern die Beschäftigten gemeinsam alle notwendigen Formulare
und Vorschriften und informieren ihre Kollegen. Seit 1995 haben 150 Gruppen
aus 25 Ämtern ihre eigene Arbeit effektiver gemacht.
Stadt Rüsselsheim: „wirkungsorientierter Produktkatalog“
Der Stadt Rüsselsheim gelang der Aufbau und die flächendeckende
Einführung eines Steuerungssystems, das sich an den Ergebnissen und
Wirkungen des Verwaltungshandelns ausrichtet. Es wurden flächendeckend
Produkte sowie Indikatoren für alle wesentlichen städtischen
Bereiche gebildet. Ein Managementinformationssystem erlaubt die strategische
Nutzung der Daten. Dieses steht sowohl den Beschäftigten als auch
den Stadtverordneten zur Verfügung. Die Politikerinnen und Politiker
haben damit die Möglichkeit, aktuelle relevante Daten für ihre
politische Arbeit zu bekommen. Sie können damit die Folgen und Kosten
alternativen Entscheidens viel besser abschätzen als früher.
Die Stadtverwaltung Rüsselsheim ist durch die breite Formulierung
und Beschreibungen von Wirkungen auf dem Feld der „wirkungsorientierten
Steuerung“ einer Stadtverwaltung in der Bundesrepublik führend.
Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz: „Betriebscontrolling in der Forstverwaltung“
Das Bild des Försters entspricht nicht mehr der Wirklichkeit. Inzwischen
ist er auch zunehmend als Manager gefragt. Die Forstverwaltung Rheinland-Pfalz
trägt Sorge für die Produktion und Vermarktung von Holz und kümmert
sich darum, dass der Wald Schutz für Tiere und Pflanzen sowie Erholung
für den Menschen bietet. Ebenso wie private Waldbesitzer verkauft
auch die Landesforstverwaltung Holz an Sägewerke, Papierfabriken und
andere Unternehmen. Neben den ökologischen Aufgaben muss die Forstverwaltung
daher auch die ökonomischen Ziele im Auge behalten, zumal der Holzpreis
in den letzten Jahren stark gesunken ist. Die Einführung betriebswirtschaftlicher
Instrumente soll die Sicherung einer naturnahen Waldwirtschaft unterstützen.
Das Betriebscontrolling ist in Rheinland-Pfalz flächendeckend verwirklicht
und funktioniert sehr erfolgreich. Damit ist ein wesentlicher Schritt verwirklicht,
um den Forstbetrieb erfolgreich führen zu können.
Senatskommission für das Personalwesen Freie Hansestadt Bremen: „Personalcontrolling“
In öffentlichen Verwaltungen gibt es erst wenige systematische Ansätze
auf dem Gebiet Personalcontrolling. Hier ist das bremische Projekt beispielhaft.
In der Hansestadt Bremen gerieten Anfang der neunziger Jahre aufgrund
von finanziellen Zwängen auch die Personalkosten in das Blickfeld
der Sparbemühungen. Das aufgelegte umfassende Sanierungskonzept berührte
den Personalbereich wesentlich; eine Begrenzung der Personalausgaben wurde
festgeschrieben. Als Konsequenz wurde die Verantwortung für Personalausgaben
und Personalentscheidungen dezentralisiert. Parallel hierzu wurde ein Informationssystem
aufgebaut, das Aussagen über den Personalbestand und die Personalkosten
liefert sowie deren zukünftige Entwicklung voraussagt. Im Laufe der
Zeit wurden nach und nach verschiedene Felder in die Datenanalyse einbezogen.
Es ist nun möglich, rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten, wenn
Fehlentwicklungen, z.B. in der Altersstruktur, sichtbar werden.
Dabei geht es in Bremen nicht nur um das Sparen von Personalkosten.
Die Verwaltung verfolgt ein integratives Personalmanagementkonzept. Besonders
eindrucksvoll an der Bremer Vorgehensweise erscheint, dass die Entwicklung
der entsprechenden Software in eigener Regie stattfand und nun sogar anderen
Verwaltungen zur Verwendung angeboten wird.
Landesregierung Schleswig-Holstein: „Aufgabenanalyse und Aufgabenkritik“
„Ballast abwerfen“ war das erklärte Ziel, mit dem die Landesregierung
Schleswig-Holstein alle Landesministerien und die Staatskanzlei zur Revision
der eigenen Aufgaben motiviert hat. So sollten verzichtbare Aufgaben abgebaut,
andere eingeschränkt oder an nachgeordnete Behörden oder Unternehmen
abgegeben werden. Dadurch sollte auch die Kompetenz der Landesbehörden,
der Landkreise und Kommunen gestärkt werden.
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesministerien und der
Staatskanzlei waren am Projekt beteiligt. Sie analysierten und bewerteten
nach einer einheitlichen Vorgehensweise ihre eigenen Aufgaben und diskutierten
anschließend in kleinen Gruppen über Veränderungs- und
Einsparvorschläge. Die Entscheidung darüber, welche Aufgaben
zukünftig wegfallen oder verlagert werden, wurde schließlich
von den Spitzen der Ministerien und der Staatskanzlei getroffen. Das von
den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschätzte rechnerische Einsparvolumen
beträgt 19 Prozent der Gesamtjahresarbeitszeit der Landesregierung.
Inzwischen ist weit mehr als die Hälfte der akzeptierten Vorschläge
umgesetzt worden. Für die zehn Ressorts bedeutet da
Grundsätzlich sind Ansätze eines geänderten Denkens
und Handelns erreicht worden. Dieses ist eine gute Grundlage für das
Verständnis für Modernisierungsvorhaben und deren Vernetzung
untereinander.
Steiermärkische Landesregierung: „Verfahrensmanagement“
Die Beschleunigung von Verwaltungsverfahren ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor
bei der internationalen Konkurrenz der Standorte. Auch in Österreich
liegt den Unternehmen daran, eine rasche Antwort auf ihre Planungswünsche
zu bekommen. Mehrere Bundesländer haben daraufhin Maßnahmen
ergriffen, um das Verfahren zu verkürzen.
Für ihr erfolgreiches „Verfahrensmanagement“ bekommt die Steiermärkische
Landesregierung in Graz einen „Projektpreis“. Kern ist der „Bürger-
und Projektsprechtag“: In allen Bezirkshauptmannschaften stehen die Juristen
gemeinsam mit den sachverständigen Technikern bereit, um die Pläne
der Unternehmer zu begutachten. Sie erläutern den Bauherrn, welche
Skizzen und Verzeichnisse die Behörde für die Entscheidung braucht.
Auch die Anwohner können sich an die Juristen wenden, um sich darüber
zu informieren, welche Auswirkungen eine Unternehmensansiedlung haben wird.
Mit modernen Arbeitsmethoden – ausführliche Information im Internet,
Anträge können auf Diskette eingereicht werden, die Behördenvertreter
tragen einen Laptop bei sich, von dem sie auf eine Gesetzesdatenbank zugreifen
können – ist es der Steiermärkischen Landesregierung gelungen,
über 90 Prozent der Anträge innerhalb von drei Monaten zu entscheiden.
Gesundheitsdirektion Kanton Zürich: „Outcome“
Im Gesundheitssektor tut man sich mit Reformen traditionell sehr schwer.
Versuche, das Gesundheitswesen mit neuen Managementmethoden zu reformieren,
setzen sich oftmals der Kritik und dem Verdacht aus, zu einem Qualitätsrückgang
oder gar zu einer „Zweiklassenmedizin“ zu führen.
Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich geht hier neue, zukunftsweisende
Wege. Im Rahmen des Outcome-Projekts wurden in vielen interdisziplinären
Arbeitsgruppen Indikatoren dafür entwickelt, wie man die Qualität
von Krankenhausleistungen messen kann. Dabei geht es nicht nur um die medizinische
Behandlung, sondern auch um die Zufriedenheit und das subjektive Empfinden
der Patienten. In mehreren Krankenhäusern wurden diese Indikatoren
anschließend erprobt, inzwischen beteiligen sich auch die anderen
Krankenhäuser des Kantons. Damit ist die Grundlage zu mehr Transparenz
im Gesundheitswesen gelegt.
Besonders hervorzuheben ist, dass verschiedene Gruppen mit sehr unterschiedlichen
Interessen ein gemeinsames Qualitätsverständnis erarbeitet haben.
Herausragend ist die gewählte Methodik: Es wurden neben bewährten
Indikatoren auch neue, experimentelle Messinstrumente entwickelt, mit denen
auch die Gefühle und das Empfinden von Patienten in Krankenhäusern
erfasst werden können.
Bundesministerium für Finanzen, Wien: „Help“ Verwaltung im Internet
Das österreichische Bundesfinanzministerium stellt für die gesamte
österreichische Verwaltung Informationen in das Internet ein. Diese
Daten können von interessierten Bürgerinnen und Bürgern
abgerufen werden. Neu ist dabei die Verknüpfung von Informationen
der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung. Besonders, wenn sich Veränderungen
im Lebensalltag ergeben, ist dieser Service sehr hilfreich, denn die Seiten
sind nach Lebenssituationen geordnet. So finden sich unter der Adresse
„help.gv.at“ Informationen darüber, was man bei Umzügen regeln
muss, welche Papiere bei einer Heirat mit einem ausländischen Staatsbürger
gebraucht werden oder darüber, was man tun muss, wenn man ein Fahrzeug
an- oder abmelden möchte. In einem „Gästebuch“ können Besucher
der Internet-Seiten Anregungen machen und Wünsche äußern,
die zur Fortentwicklung von „Help“ führen. Der Speyerer Projektpreis
honoriert die besonders zukunftsweisende Idee, dass die Bürger sich
alle Informationen für den Ämtergang über das Medium Internet
abrufen können.