Pressemitteilungen
 
Juni 2001
Abschiedsvorlesung von Univ.-Prof. Dr. Böhret 
DHV Speyer lädt zur Abendveranstaltung am 27. Juni 2001 ein
Symposium und Parlamentarischer Abend in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz am 20. Juni

Tag der offenen Tür - Nach Renovierung öffnet die DHV Speyer der Öffentlichkeit am 9. Juni ihre Pforten

  


Abschiedsvorlesung von Univ.-Prof. Dr. Böhret
DHV Speyer lädt zur Abendveranstaltung ein

Zum Ende des Sommersemesters 2001 emeritiert der 1933 geborene Univ.-Prof. Dr. rer. pol. Carl Böhret. Damit scheidet ein hochkarätiger Wissenschaftler und ein verdienter Professor aus den Diensten der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer aus. Im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung hält Böhret am Mittwoch, den 27. Juni 2001, um 19.30 Uhr seine Abschiedvorlesung zum Thema „Politikfunktionen während der transindustriellen (R)evolution“. 

Nach Studium der Politologie und Wirtschaftswissenschaften, Promotion und Habilitation wurde Böhret 1971 ordentlicher Professor an der FU Berlin. 1975 übernahm er den Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der DHV Speyer und lehnte mehrere Rufe anderer Universitäten ab. Von 1984 bis 1988 stand er als Geschäftsführender Direktor dem Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung vor. Entscheidenden Anteil an der weiteren Entwicklung der Hochschule konnte er u.a. in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung von 1988 bis 1992 als Rektor und Prorektor nehmen: Speyer musste damals als Zentrum für alle 16 Länder erhalten werden, der Rektor sich als „Außenpolitiker der Hochschule“ bewähren.

Böhrets ungewöhnlich breites Forschungsspektrum spiegelt sich in weit über 200 Publikationen wieder, u.a. zu den Themenkomplexen Technikfolgenabschätzung, Simulationsmodelle, Umweltverträglichkeit, Personalführung, regionale Wirtschaftsförderung, öffentliche Verwaltung und Demokratie sowie Nachweltschutz. Böhret gilt als Vater des Begriffs von den „schleichenden Katastrophen“, den er aus der naturwissenschaftlichen „Chaos-Theorie“ ableitete. Das aus seinem Credo des vorausschauenden Handelns heraus entwickelte Verfahren zur Gesetzesfolgenabschätzung gilt nicht nur in der Presse als bahnbrechender „Elchtest für Gesetze“. In Speyer hat er mit einer an seinem Lehrstuhl durchgeführten Untersuchung zur „heranalternden Gesellschaft“ mitgeholfen, das Seniorenbüro auf die Beine zu stellen. Der Mitbegründer der renommierten Johann-Joachim-Becher-Gesellschaft ist durch seine Mitgliedschaft in zahlreichen Beiräten und Kommissionen ein Aushängeschild der Speyerer Hochschule und wurde außer mit der Verdienstmedaille der Stadt Speyer auch mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet. Durch seine langjährige engagierte Tätigkeit als wissenschaftlicher Beauftragter des Führungskollegs Speyer hat Böhret maßgeblich zu dessen Erfolg beigetragen.

Im Rahmen der Abendveranstaltung wird auch für seine außergewöhnlich großen Verdienste um die Hochschule der Ministerialrat Dr. jur. Hans-Wolfram Wilde mit der Hochschulmedaille ausgezeichnet. Der Kieler ist der Hochschule bereits seit 1986 verbunden: Als Landesübungsleiter und (von 1986 bis 1990) als Vertreter des Landes Schleswig-Holstein im Verwaltungsrat der DHV Speyer ist Dr. Wilde ein kompetenter Vermittler zwischen seinem Heimatland und der Hochschule. Stets förderte und unterstützte er die besondere Position der DHV Speyer. Besonders hervorzuheben ist seine immer engagierte und sachverständige Mitarbeit bei der Konzipierung und Einrichtung des Führungskollegs Speyer (FKS), das er dann von 1990 bis 2000 als Mitglied des FKS-Arbeitskreises tatkräftig zu stabilisieren und auszubauen half.

Gleichzeitig wird an diesem Abend der Honorarprofessor der Hochschule, Gerhard Banner, feierlich aus seiner aktiven Lehrtätigkeit verabschiedet. Prof. Gerhard Banner, Beigeordneter a.D., Vorstand a.D. der Kommunalen Gemeinschaftsstelle (KGSt), Bad Honnef erhielt 1981 nach Lehrtätigkeiten an den Universitäten Heidelberg und Duisburg erstmals einen Lehrauftrag an der DHV Speyer. Seit damals ist er der Hochschule freundschaftlich verbunden. Während dieser Zeit hat er als Beiratsmitglied am Speyerer Qualitätswettbewerb mitgewirkt und zum erfolgreichen Start des verwaltungswissenschaftlichen Aufbaustudiums beigetragen. Auf Vorschlag des Senats der Hochschule hat ihn der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz im Juli 1984 zum Honorarprofessor ernannt. Der langjährige Mitherausgeber der Lehrbuchreihe „Verwaltung in Praxis und Wissenschaft“ hat sich durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen aus den Bereichen Kommunale Verwaltung, Personal und Organisation der öffentlichen Verwaltung und Rationalisierung in Kommunen ausgezeichnet. Gegenstand seines letzten Seminars an der DHV Speyer war die „Modernisierung des Verhältnisses zwischen Staat und Kommunen“.

 


Symposium und Parlamentarischer Abend in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz am 20. Juni 2001

„Sind Ministerien und Abgeordnete beratungsfähig?“ Dieser Frage wollen Professoren der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer auf einem Symposium mit anschließendem parlamentarischen Abend am 20. Juni 2001 in Berlin nachgehen. Als Partner für die Veranstaltung konnte neben der Landesvertretung Rheinland-Pfalz auch das „Netzwerk Berlin“ gewonnen werden, ein von 16 sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten getragener Zusammenschluss von jüngeren Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Verwaltung. Neben dem Rektor der Hochschule, Univ.-Professor Dr. Hermann Hill, werden drei Speyerer Universitätsprofessoren an der Veranstaltung teilnehmen. Zusammen mit dem Rektor wird der Leiter der Landesvertretung Rheinland-Pfalz beim Bund, Martin Stadelmeier, die Veranstaltung eröffnen. Anschließend werden Univ.-Professorin Dr. Gisela Färber und der Leiter des Büros des Bundesministers der Finanzen, Jörg Asmussen, „Nachhaltige Haushalts- und Finanzpolitik  zwischen Sachzwängen und Gestaltung“ vorstellen. „Von Planung zum Themenmanagement – Steuerung politischer Reformen in der Mediengesellschaft“ ist das Thema der Ausführungen von Univ.-Professor Dr. Dr. Klaus König und von Christian Raskop, dem Referatsleiter Politische Planung/Aufgabenplanung im Bundeskanzleramt. Abschließen wird das wissenschaftliche Abendprogramm Univ.-Professor Dr. Carl Böhret mit einem Vortrag zum Thema „Wissenschaft und Politikberatung – eine endlose Geschichte?“

 

 


Tag der offenen Tür

Nach Renovierung öffnet die DHV Speyer der Öffentlichkeit am 9. Juni ihre Pforten

Nach Abschluss der beinahe 12-monatigen Grundsanierung konnte das Lehrgebäude der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer rechtzeitig zum Beginn des Sommersemesters 2001 wieder seiner Bestimmung übergeben werden. Das 1960 von keinem geringeren als dem Architekten des Bonner Kanzler-Bungalows Sep Ruf errichtete Gebäude war in die Jahre gekommen: Die Fußböden waren abgetreten, die Elektroinstallation entsprach nicht mehr den heutigen Ansprüchen und die Fenster und Decken waren undicht. Darüber hinaus mussten asbesthaltige Isoliermaterialien unter peinlich genauer Beachtung von Schutzvorschriften entsorgt und modernste Computeranschlüsse installiert werden. Nach Investitionen von über 6 Millionen Mark erstahlt das Gebäude nun wieder in neuem Glanz. Grund genug für die Hochschule, ihre Pforten am Samstag, den 9. Juni 2001, für die Bürgerinnen und Bürger zu öffnen. Ab 10 Uhr bietet die DHV Speyer Wissenschaft zum Anfassen - mit Vorträgen, einer speziellen Videokonferenzschaltung nach Berlin und mit der Möglichkeit, konkrete Fragen an die Wissenschaftler zu stellen. Demgemäss hofft der Rektor der Hochschule, Univ.-Prof. Dr. Hermann Hill, auf das große Interesse und den Besuch der Bürgerinnen und Bürger sowie von künftigen Studierenden. Vielleicht findet auch der eine oder andere ehemalige Hörer den Weg auf den Campus, um Erinnerungen aufzufrischen oder Kontakte zu erneuern. Sie alle sind herzlich eingeladen.