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Sommersemester
2005 Seminar
107
Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht Dienstag,
8.30 - 10.40 Uhr, Hörsaal 3
Inhalt:
Das
Seminar wendet sich an Interessenten, die mit Blick auf ihre zukünftige
Berufstätigkeit z. B. in der Wirtschaftsverwaltung, in einem Verband bzw.
als Anwalt und/oder im Bereich ihres europarechtlichen Schwerpunktes unter
Einschluss der internationalen Beziehungen die kooperative Rolle von Staat
und Wirtschaft und die Entwicklung des Wirtschaftsrechts im Zeichen der
Globalisierung näher untersuchen wollen. Die Seminarthemen sollen dabei
aus der Perspektive des akteurszentrierten Institutionalismus bearbeitet
werden, d. h. unter dem Gesichtspunkt sich allmählich verfestigender
Institutionenbildung in der Weltwirtschaft. Zu diesem Zweck geht das
Seminar zunächst von dem denkbar unspezifischen Begriff
"Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer für die daran anschließende
Behandlung einiger wirtschaftsverfassungsrechtlicher Grundfragen in der EU
und in Deutschland bildet. Hieran schliesst die Betrachtung ausgewählter
wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete wie z. B. des Bankrechts, des
Versicherungsaufsichts- und des Börsenrechts, des Wettbewerbs-, Energie-
und Telekommunikationsrechts sowie des Rechts der Freien Berufe an. Die
dabei feststellbare "Europäisierung" des nationalen
Wirtschaftsrechts öffnet die Perspektive zu allgemeineren Fragestellungen
des Europäischen Wirtschaftsrechts und zu den insoweit zu behandelnden
wirtschaftsrechtlichen Teilgebieten, z. B. dem Wettbewerbsrecht, dem
Informationsrecht, dem Bank- und Börsenrecht sowie dem Berufsrecht wird
dabei eine institutionelle Dimension zugrunde gelegt. Näherhin geht es in
der Auseinandersetzung hiermit um die Klärung des Verhältnisses von
Staat und Wirtschaft bei der Bewältigung einzelner Steuerungs- einschließlich
Harmonisierungsprobleme.
Ein
gesonderter Seminarabschnitt wird sich dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überlick über die
Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden hier zunächst
Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik untersucht. Daran
anschließend werden regionale Arrangements behandelt wie z. B. die NAFTA
und der Mercosur. In einem nächsten Schritt der Überlegungen wendet sich
das Seminar sodann kontinentalen Wirtschaftszonen am Beispiel Asiens zu; näher
erörtert werden die APEC sowie das ASEM. Vor allem aber widmet sich die
Seminarthematik den Fragen der Welthandelsorganisation (WTO), wobei
speziell die gegenwärtige Runde der weltwirtschaftlichen Vereinbarungen
sowie die Verbesserung der existierenden WTO-Regeln in bezug auf nationale
Beihilfenregimes untersucht werden sollen. Auch und zugleich wird der
Konflikt zwischen Entwicklungsstaaten und Industriestaaten eine
prinzipielle Rolle spielen. Insbesondere geht es hierbei um Kriterien
eines sozialen Welthandels, die herauszuarbeiten wären.
Didaktisches
Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das
Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder zwei
Impulsreferaten von jeweils ca. 40 Minuten Dauer ein. Eine Gliederung
hierzu mit einigen Literaturnachweisen wird rechtzeitig vor Beginn des
jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten
Referaten wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete
Diskussion erwartet. Das Seminar bietet insoweit auch für die einschlägige
Kenntnisse aufweisenden ausländischen Hörer Speyers eine hervorragend
geeignete Veranstaltungsoption. In einem Reader, dessen Lektüre innerhalb
von 14 Tagen nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind Schlüsselaufsätze
enthalten. Die Betreuung des Seminars übernimmt Frau Schoppa, meine
Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn der Veranstaltung
telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen ist und zu Vereinbarungen über
zu bearbeitenden Vortragsthemen bereitsteht.
Sonstige
Informationen:
Das
Seminar dient insbesondere der wirtschaftlichen Vertiefung an der
Hochschule im Schwerpunkt "Rechtsberatung und Rechtsgestaltung",
d. h. in einem höchst aktuellen Ausbildungssegment. Zugleich will es die
institutionalisierte Vorbereitung auf den "Wirtschaftsanwalt" fördern.
Für die Teilnehmer ist ferner Gelegenheit geboten, sich an der
Schnittstelle von Staat und Wirtschaft über europäische und
internationale Trends zu informieren.
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Stand:
31.03.2006
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