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Sommersemester 2002

Seminar S 107
Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht

Dienstag, 19.00 - 21.15 Uhr, Hörsaal 3

Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die im Bereich ihres europäischen Schwerpunktes sowie mit Blick auf die internationalen Beziehungen die kooperative Rolle von Staat und Wirtschaft näher untersuchen wollen. Zu diesem Zweck geht das Seminar zunächst von dem denkbar unspezifischen Begriff "Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer für die daran anschließende Behandlung der wirtschaftsrechtlichen Grundlagen in Deutschland und einiger wirtschaftlicher Teilgebiete wie z.B. des Bankrechts, des Technischen Sicherheitsrechts und des Rechts der Freien Berufe bildet. Die dabei feststellbare "Enteuropäisierung" des nationalen Wirtschaftsrechts öffnet die Perspektive zu den Gegenständen und Rechtsgrundlagen des Europäischen Wirtschaftsrechts und den zu behandelnden vier wirtschaftsrechtlichen Teilgebieten des Wettbewerbsrechts, des Arbeitsrechts, des Bank- und Börsenrechts sowie des Telekommunikationsrechts. Näherhin geht es in der Auseinandersetzung hiermit um Klärung der jeweiligen Rolle des Staates bei der Bewältigung einzelner Steuerungs- einschließlich Harmonisierungsprobleme. 

Der letzte Seminarabschnitt wird sich sodann dem internationalen Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überblick über die Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden hier zunächst bilaterale "free trade-pcts" am Beispiel der japanischen Bemühungen im Rahmen einer neuen Handelsagenda untersucht. Daran anschließend werden regionale Arrangements behandelt wie z.B. die NAFTA und der MERCOSUR. In einem nächsten Schritt der Überlegungen wendet sich das Seminar sodann kontinentalen Wirtschafszonen am Beispiel Asiens zu; näher erörtert werden die APEC sowie das ASEM. Schließlich wendet sich die Seminarthematik den Fragen der WTO zu, wobei speziell Chinas Beitritt zur WTO, die neue Runde der weltwirtschaftlichen Vereinbarungen sowie die Verbesserung der existierenden WTO-Regeln in bezug auf nationale Beihilfenregimes untersucht werden sollen. Dabei spielt auch und zugleich mit Blick auf die "trade barriers regulation" der Konflikt zwischen Entwicklungsstaaten und Industriestaaten eine prinzipielle Rolle. Insbesondere geht es hierbei um das Ziel des sozialen Welthandels.

Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder zwei Impulsreferaten von jeweils ca. 30-40 Minuten Dauer ein. Eine Gliederung hierzu mit einigen Literaturnachweisen wird rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion erwartet. Das Seminar bietet insoweit auch für die ausländischen Hörer Speyers eine hervorragend geeignete Veranstaltungsoption. in einem Reader, dessen Lektüre innerhalb von 14 Tagen nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind Schlüsselaufsätze enthalten. Die Betreuung des Seminars übernimmt Frau Ass.iur. Stefanie Gille, die auch schon vor Beginn der Veranstaltung telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen ist und für Vereinbarungen bereitsteht. 

Sonstige Informationen:
Das Seminar dient nicht zuletzt der Zusammenführung deutscher und ausländischer Hörer an der Hochschule in einem höchst aktuellen Ausbildungssegment. Vor allem aber will es die institutionalisierte Vorbereitung auf den "Wirtschaftsanwalt" fördern. Für die ausländischen Teilnehmer besteht die Möglichkeit, sich an der Schnittstelle von Staat und Wirtschaft über europäische und internationale Trends zu informieren.

 
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Stand: 31.03.2006