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Sommersemester
2003 Seminar
Internationale
Verwaltungsbeziehungen und vergleichende Verwaltungswissenschaft Dienstag,
19.00 - 21.15 Uhr, Hörsaal 3
Inhalt
Wie in den USA hat sich auch in der Bundesrepublik Deutschland die
Verwaltungswissenschaft als ein eigenständiges Wissenschaftsfach
etabliert. Eher unklar und jedenfalls noch weithin vernachlässigt ist
jedoch die Rolle geblieben, die innerhalb der Grenzen des Fachs der
"Verwaltungsvergleich" einnimmt. Deutungsgehalt und Reichweite
der Vergleichenden Verwaltungswissenschaft zu bestimmen, führt weit über
die vordergründige Zusammenschau der Verwaltungseinrichtungen im In- und
Ausland hinaus. An die Stelle bloßer Beschreibung fremder Verwaltungen
sollten vielmehr angemessene Methoden einer theoretischen Unterlegung und
einer analytischen Einordnung in das Feld "westlicher"
Verwaltungssysteme treten bzw. die entsprechende Gegenüberstellung zu
ihnen. Die deutlichen Tendenzen einer Internationalisierung der deutschen
Verwaltung und - durch den Prozess der Gemeinschaftsrechtssetzung und
-umsetzung bedingt - ihrer "Europäisierung" machen den Bedarf
an vergleichenden Aussagen und Erkenntnissen evident. Zu klären bleibt
darüber hinaus, was den Kern einer "guten Verwaltungsführung"
ausmacht.
Insoweit
müssen überkommene Theorieansätze und auch der Kern modischer "Governance"-Aussagen
nachdrücklich überprüft werden. Aufgabe der Vergleichenden
Verwaltungswissenschaft ist hier, auf der Basis empirischer Feldforschung
methodisch-theoretisch das Trennende, wie auch Gemeinsamkeiten des
jeweiligen Verwaltungsgefüges im jeweiligen politischen, ökonomisch-sozialen
und kulturellen Kontext herauszuarbeiten. Methodisch geschieht dies im
Seminar am Beispiel der von ausländischen Aufbauhörern einzubringende
Kenntnisse und Erfahrungen.
Didaktisches
Konzept, Lehr- und Lernziele
I. Vergleichsansätze in der Verwaltungswissenschaft
-
Verwaltung als Bürokratie (Max Weber)
-
Public-Administration-Lehre
-
Decision-making (H. A. Simon)
-
Policy-making (Morstein Marx)
-
Systemtheoretischer Ansatz (D. Easton, N. Luhmann)
-
Akteurzentrierter Institutionalismus
-
Capacity-building und good governance
II.
Methodik der Vergleichenden Verwaltungswissenschaft
-
Vergleichende Methode in den Sozialwissenschaften
-
Praxisvergleich
-
Grundzüge der Methodik einer Vergleichenden Verwaltungswissenschaft
III.
Länderberichte
Erörterungen
aus den Querschnittsbereichen der Verwaltung
-
Personalarbeit
-
Organisation und Geschäftsprozesse
-
Budget- und Ressourcenmanagement
-
Staats- und Verwaltungsmodernisierung
Sonstige
Informationen
Für die Betreuung des Seminars steht Herr Wiss. Mitarb. Patrick Laurency
(Tel. 06232-654-253) bereit.
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Stand:
31.03.2006
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