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Wintersemester
2010/2011
Seminar S 101
Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht Dienstag,
8.15 - 10.30 Uhr, Hörsaal 3
Beginn:
9. November 2010 Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die mit Blick auf ihre
zukünftige Berufstätigkeit z. B. in der Wirtschaftsverwaltung,
in einem Verband bzw. als Anwalt und/oder im Bereich ihres
europarechtlichen Schwerpunktes unter Einschluss der
internationalen Beziehungen die kooperative Rolle von Staat und
Wirtschaft und die Entwicklung des Wirtschaftsrechts im Zeichen
der Regulierung, Globalisierung und von "governance" näher
analysieren wollen. Die Seminarthemen sollen dabei aus der
Perspektive des akteurszentrierten Institutionalismus bearbeitet
werden, d. h. unter dem Gesichtspunkt sich allmählich
verfestigender Institutionenbildung in der Weltwirtschaft i. S.
ihrer rechtlichen Regulierung und weltweiten "governance". Zu
diesem Zweck geht das Seminar zunächst von dem denkbar
unspezifischen Begriff "Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer
für die daran zur Einführung anschließende Behandlung einer
Reihe ökonomischer, regulierungsrechtlicher und institutioneller
Grundfragen in der EU und im Welthandel bildet. Hieran schließt
die Betrachtung ausgewählter wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete
des Finanzmarktrechts, des Versicherungsaufsichts- und des
Wertpapierhandels- sowie des Börsenrechts, des Wettbewerbs-und
des Beihilfen- sowie des Vergaberechts an. Einen gewissen
Vorrang sollen Fragen der Finanzmarktstabilisierung erhalten.
Die dabei feststellbare "Europäisierung" des nationalen
Wirtschaftsrechts („Europäische Wirtschaftsregulierung“) öffnet
die Perspektive zu allgemeineren Fragestellungen des
Europäischen Wirtschaftsrechts und zu den insoweit zu
behandelnden institutionenpolitischen Perspektiven. Näherhin
geht es in der Auseinandersetzung damit auch um die Klärung des
Verhältnisses von Staat und Wirtschaft bei der Bewältigung der
Finanz- und Wirtschaftskrise sowie einzelner Regulierungs-
einschließlich Harmonisierungsprobleme, die hieraus folgen.
Ein gesonderter Seminarabschnitt wird sich dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überblick über
die Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden
hier zunächst Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik
untersucht. Daran anschließend werden regionale Arrangements
behandelt wie z. B. die APEC, NAFTA und der Mercosur. Auch die
erneuerte Mittelmeer-Kooperation steht bei Bedarf zur
Diskussion.
In
einem weiteren Schritt der Überlegungen wendet sich das Seminar
sodann kontinentalen Wirtschaftszonen am Beispiel Asiens zu;
näher erörtert werden die ASEAN sowie das ASEM. Ferner widmet
sich die Seminarthematik den entwicklungsbezogenen Fragen der
Welthandelsorganisation (WTO) einschließlich deren Rückwirkungen
auf das Europäische Wirtschaftsrecht, wobei speziell die
gegenwärtig virulenten Fragen der Streitschlichtung erörtert
sowie die Verbesserung der existierenden WTO-Regeln in Bezug auf
supranationale Beihilfenregimes, die Umweltvorsorge und die
Handelsbedingungen untersucht werden sollen. Auch und zugleich
wird der Konflikt zwischen Entwicklungsstaaten und
Industriestaaten eine prinzipielle Rolle spielen. Insbesondere
geht es hierbei um Kriterien eines "sozialen" Welthandels, die
herauszuarbeiten wären.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder
zwei Impulsreferaten von jeweils max. 30 Minuten Dauer ein. Eine
Gliederung hierzu versehen mit einigen Literaturnachweisen wird
von den Referenten rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen
Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten
wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion
erwartet. Das Seminar bietet insoweit auch für die einschlägige
Kenntnisse aufweisenden ausländischen Hörer Speyers eine
hervorragend geeignete Veranstaltungsoption. In einem Reader,
dessen Studium nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind von
mir ausgewählte Schlüsselaufsätze enthalten. Die Betreuung des
Seminars übernimmt Frau Ass. iur. K. Schoppa, meine
Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn der Veranstaltung
unter schoppa@dhv-speyer.de zu erreichen ist und für vorab
mögliche Vereinbarungen über zu bearbeitende Vortragsthemen
bereitsteht. |
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Stand:
24.08.2010
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