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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die mit Blick auf ihre
zukünftige Berufstätigkeit z. B. in der Wirtschaftsverwaltung,
in einem Verband bzw. als Anwalt und/oder im Bereich ihres
europarechtlichen Schwerpunktes unter Einschluss der
internationalen Beziehungen die kooperative Rolle von Staat und
Wirtschaft und die Entwicklung des Wirtschaftsrechts im Zeichen
der Globalisierung näher analysieren wollen. Die Seminarthemen
sollen dabei aus der Perspektive des akteurszentrierten
Institutionalismus bearbeitet werden, d. h. unter dem
Gesichtspunkt sich allmählich verfestigender
Institutionenbildung in der Weltwirtschaft i. S. ihrer
rechtlichen Regulierung und "Governance". Zu diesem Zweck geht
das Seminar zunächst von dem denkbar unspezifischen Begriff
"Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer für die daran
anschließende Behandlung einer Reihe
wirtschaftsverfassungsrechtlicher und institutioneller
Grundfragen in der EU und im Welthandel bildet. Hieran schließt
die Betrachtung ausgewählter wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete
wie z. B. des Finanzmarktrechts, des Versicherungsaufsichts- und
des Börsenrechts, des Wettbewerbs-, Energie- und
Telekommunikationsrechts sowie des Rechts der Freien Berufe an.
Die dabei feststellbare "Europäisierung" des nationalen
Wirtschaftsrechts öffnet die Perspektive zu allgemeineren
Fragestellungen des Europäischen Wirtschaftsrechts und zu den
insoweit zu behandelnden industriepolitischen Perspektiven.
Näherhin geht es in der Auseinandersetzung hiermit auch um die
Klärung des Verhältnisses von Staat und Wirtschaft bei der
Bewältigung einzelner Regulierungs- einschließlich
Harmonisierungsprobleme.
Ein gesonderter Seminarabschnitt wird sich dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überblick über
die Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden
hier zunächst Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik
untersucht. Daran anschließend werden regionale Arrangements
behandelt wie z. B. die APEC, NAFTA und der Mercosur. Auch die
erneuerte Mittelmeer-Kooperation steht zur Diskussion. In einem
weiteren Schritt der Überlegungen wendet sich das Seminar sodann
kontinentalen Wirtschaftszonen am Beispiel Asiens zu; näher
erörtert werden die ASEAN sowie das ASEM. Ferner widmet sich die
Seminarthematik den entwicklungsbezogenen Fragen der
Welthandelsorganisation (WTO) einschließlich deren Rückwirkungen
auf das Europäische Wirtschaftsrecht, wobei speziell die
gegenwärtig virulenten Fragen der Streitschlichtung erörtert
sowie die Verbesserung der existierenden WTO-Regeln in Bezug auf
supranationale Beihilfenregimes, die Umweltvorsorge und die
Handelsbedingungen untersucht werden sollen. Auch und zugleich
wird der Konflikt zwischen Entwicklungsstaaten und
Industriestaaten eine prinzipielle Rolle spielen. Insbesondere
geht es hierbei um Kriterien eines "sozialen" Welthandels, die
herauszuarbeiten wären.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder
zwei Impulsreferaten von jeweils max. 30 Minuten Dauer ein. Eine
Gliederung hierzu mit einigen Literaturnachweisen wird von den
Referenten rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen Seminartags
ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten wird eine
aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion erwartet.
Das Seminar bietet insoweit auch für die einschlägige Kenntnisse
aufweisenden ausländischen Hörer Speyers eine hervorragend
geeignete Veranstaltungsoption. In einem Reader, dessen Lektüre
innerhalb von 14 Tagen nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird,
sind Schlüsselaufsätze enthalten. Die Betreuung des Seminars
übernimmt Frau Ass. iur. K. Schoppa, meine Seminarassistentin,
die auch schon vor Beginn der Veranstaltung telefonisch unter
06232/654-320 zu erreichen ist und für vorab mögliche
Vereinbarungen über zu bearbeitende Vortragsthemen bereitsteht.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
institutionenbezogener und wirtschaftsrechtlicher Kenntnisse
sowie der Argumentationstechnik im Schwerpunkt "Rechtsberatung
und Rechtsgestaltung", d. h. in einem höchst aktuellen
Ausbildungssegment. Zugleich will es die institutionalisierte
Vorbereitung auf den "Wirtschaftsanwalt" fördern. Für die
Teilnehmer ist ferner Gelegenheit geboten, sich an der
Schnittstelle von Staat und Wirtschaft über europäische und
internationale Trends zu informieren. Allerdings baut die
Veranstaltung auf soliden Grundkenntnissen im öffentlichen
Wirtschaftsrecht und im Gemeinschaftsrecht auf.
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