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Wintersemester
2007/2008 Seminar
S 106
Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht Dienstag,
8.30 - 10.40 Uhr, Hörsaal 3
Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die mit Blick auf ihre
zukünftige Berufstätigkeit z. B. in der Wirtschaftsverwaltung,
in einem Verband bzw. als Anwalt und/oder im Bereich ihres
europarechtlichen Schwerpunktes unter Einschluss der
internationalen Beziehungen die kooperative Rolle von Staat und
Wirtschaft und die Entwicklung des Wirtschaftsrechts im Zeichen
der Globalisierung näher analysieren wollen. Die Seminarthemen
sollen dabei aus der Perspektive des akteurszentrierten
Institutionalismus bearbeitet werden, d. h. unter dem
Gesichtspunkt sich allmählich verfestigender Institutionenbildung
in der Weltwirtschaft. Zu diesem Zweck geht das Seminar zunächst
von dem denkbar unspezifischen Begriff
"Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer für die daran
anschließende Behandlung einiger
wirtschaftsverfassungsrechtlicher Grundfragen in der EU und im
Welthandel bildet. Hieran schliesst die Betrachtung ausgewählter
wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete wie z. B. des
Kapitalmarktrechts, des Versicherungsaufsichts- und des Börsenrechts,
des Wettbewerbs-, Energie- und Telekommunikationsrechts sowie des
Rechts der Freien Berufe an. Die dabei feststellbare "Europäisierung"
des nationalen Wirtschaftsrechts öffnet die Perspektive zu
allgemeineren Fragestellungen des Europäischen Wirtschaftsrechts
und zu den insoweit zu behandelnden industriepolitischen
Perspektiven. Näherhin geht es in der Auseinandersetzung hiermit
auch um die Klärung des Verhältnisses von Staat und Wirtschaft
bei der Bewältigung einzelner Regulierungs- einschließlich
Harmonisierungsprobleme.
Ein gesonderter Seminarabschnitt wird sich dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überlick über die
Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden hier
zunächst Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik
untersucht. Daran anschließend werden regionale Arrangements
behandelt wie z. B. die APEC, NAFTA und der Mercosur. In einem
weiteren Schritt der Überlegungen wendet sich das Seminar sodann
kontinentalen Wirtschaftszonen am Beispiel Asiens zu; näher erörtert
werden die ASEAN sowie das ASEM. Vor allem aber widmet sich die
Seminarthematik den Fragen der Welthandelsorganisation (WTO)
einschließlich deren Rückwirkungen auf das Europäische
Wirtschaftsrecht, wobei speziell die gegenwärtig virulenten
Fragen der Streitschlichtung erörtert sowie die Verbesserung der
existierenden WTO-Regeln in bezug auf supranationale
Beihilfenregimes, die Umweltvorsorge und die Handelsbedingungen
untersucht werden sollen. Auch und zugleich wird der Konflikt
zwischen Entwicklungsstaaten und Industriestaaten eine
prinzipielle Rolle spielen. Insbesondere geht es hierbei um
Kriterien eines sozialen Welthandels, die herauszuarbeiten wären.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder
zwei Impulsreferaten von jeweils max. 30 Minuten Dauer ein. Eine
Gliederung hierzu mit einigen Literaturnachweisen wird von den
Referenten rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen Seminartags
ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten wird eine
aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion erwartet.
Das Seminar bietet insoweit auch für die einschlägige Kenntnisse
aufweisenden ausländischen Hörer Speyers eine hervorragend
geeignete Veranstaltungsoption. In einem Reader, dessen Lektüre
innerhalb von 14 Tagen nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind
Schlüsselaufsätze enthalten. Die Betreuung des Seminars übernimmt
Frau Ass. iur. K. Schoppa, meine Seminarassistentin, die auch
schon vor Beginn der Veranstaltung telefonisch unter 06232/654-320
zu erreichen ist und für Vereinbarungen über zu bearbeitende
Vortragsthemen bereitsteht.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
wirtschaftsrechtlicher Kenntnisse sowie der Argumentationstechnik
im Schwerpunkt "Rechtsberatung und Rechtsgestaltung", d.
h. in einem höchst aktuellen Ausbildungssegment. Zugleich will es
die institutionalisierte Vorbereitung auf den
"Wirtschaftsanwalt" fördern. Für die Teilnehmer ist
ferner Gelegenheit geboten, sich an der Schnittstelle von Staat
und Wirtschaft über europäische und internationale Trends zu
informieren. Allerdings baut die Veranstaltung auf soliden
Grundkenntnissen im öffentlichen Wirtschaftsrecht und im
Gemeinschaftsrecht auf.
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Stand:
07.11.2007
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