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Wintersemester
2006/2007 Seminar
105
Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht Dienstag,
8.30 - 10.45 Uhr, Hörsaal 3
Inhalt:
Das Seminar wendet sich an
Interessenten, die mit Blick auf ihre zukünftige Berufstätigkeit z. B.
in der Wirtschaftsverwaltung, in einem Verband bzw. als Anwalt und/oder im
Bereich ihres europarechtlichen Schwerpunktes unter Einschluss der
internationalen Beziehungen die kooperative Rolle von Staat und Wirtschaft
und die Entwicklung des Wirtschaftsrechts im Zeichen der Globalisierung näher
analysieren wollen. Die Seminarthemen sollen dabei aus der Perspektive des
akteurszentrierten Institutionalismus bearbeitet werden, d. h. unter dem
Gesichtspunkt sich allmählich verfestigender Institutionenbildung in der
Weltwirtschaft. Zu diesem Zweck geht das Seminar zunächst von dem denkbar
unspezifischen Begriff "Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer für
die daran anschließende Behandlung einiger
wirtschaftsverfassungsrechtlicher Grundfragen in der EU und in Deutschland
bildet. Hieran schliesst die Betrachtung ausgewählter
wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete wie z. B. des Kapitalmarktrechts, des
Versicherungsaufsichts- und des Börsenrechts, des Wettbewerbs-, Energie-
und Telekommunikationsrechts sowie des Rechts der Freien Berufe an. Die
dabei feststellbare "Europäisierung" des nationalen
Wirtschaftsrechts öffnet die Perspektive zu allgemeineren Fragestellungen
des Europäischen Wirtschaftsrechts und zu den insoweit zu behandelnden
wirtschaftsrechtlichen Teilgebieten. Näherhin geht es in der
Auseinandersetzung hiermit auch um die Klärung des Verhältnisses von
Staat und Wirtschaft bei der Bewältigung einzelner Steuerungs- einschließlich
Harmonisierungsprobleme.
Ein gesonderter Seminarabschnitt wird sich dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überlick über die
Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden hier zunächst
Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik untersucht. Daran
anschließend werden regionale Arrangements behandelt wie z. B. die APEC,
NAFTA und der Mercosur. In einem weiteren Schritt der Überlegungen wendet
sich das Seminar sodann kontinentalen Wirtschaftszonen am Beispiel Asiens
zu; näher erörtert werden die ASEAN sowie das ASEM. Vor allem aber
widmet sich die Seminarthematik den Fragen der Welthandelsorganisation
(WTO), wobei speziell die gegenwärtig virulenten Fragen der
Streitschlichtung sowie die Verbesserung der existierenden WTO-Regeln in
bezug auf nationale Beihilfenregimes und die Umweltvorsorge und die
Handelsbedingungen der Entwicklungsländer untersucht werden sollen. Auch
und zugleich wird der Konflikt zwischen Entwicklungsstaaten und
Industriestaaten eine prinzipielle Rolle spielen. Insbesondere geht es
hierbei um Kriterien eines sozialen Welthandels, die herauszuarbeiten wären.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das
Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder zwei
Impulsreferaten von jeweils max. 40 Minuten Dauer ein. Eine Gliederung
hierzu mit einigen Literaturnachweisen wird von den Referenten rechtzeitig
vor Beginn des jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten
Referaten wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete
Diskussion erwartet. Das Seminar bietet insoweit auch für die einschlägige
Kenntnisse aufweisenden ausländischen Hörer Speyers eine hervorragend
geeignete Veranstaltungsoption. In einem Reader, dessen Lektüre innerhalb
von 14 Tagen nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind Schlüsselaufsätze
enthalten. Die Betreuung des Seminars übernimmt Frau K. Schoppa, meine
Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn der Veranstaltung
telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen ist und zu Vereinbarungen über
zu bearbeitende Vortragsthemen bereitsteht.
Sonstiges:
Das
Seminar dient insbesondere der Vertiefung wirtschaftsrechtlicher
Kenntnisse sowie der Argumentationstechnik im Schwerpunkt
"Rechtsberatung und Rechtsgestaltung", d. h. in einem höchst
aktuellen Ausbildungssegment. Zugleich will es die institutionalisierte
Vorbereitung auf den "Wirtschaftsanwalt" fördern. Für die
Teilnehmer ist ferner Gelegenheit geboten, sich an der Schnittstelle von
Staat und Wirtschaft über europäische und internationale Trends zu
informieren. Allerdings baut es auf soliden Grundkenntnissen im öffentlichen
Wirtschaftsrecht auf.
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Stand:
14.11.2006
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