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Sommersemester
2009
Seminar S 103
Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht Dienstag,
8.15 - 10.30 Uhr, Hörsaal 3
Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten,
die mit Blick auf ihre zukünftige Berufstätigkeit z. B. in der
Wirtschaftsverwaltung, in einem Verband bzw. als Anwalt und/oder
im Bereich ihres europarechtlichen Schwerpunktes unter
Einschluss der internationalen Beziehungen die kooperative Rolle
von Staat und Wirtschaft und die Entwicklung des
Wirtschaftsrechts im Zeichen der Globalisierung und von "governance"
näher analysieren wollen. Die Seminarthemen sollen dabei aus der
Perspektive des akteurszentrierten Institutionalismus bearbeitet
werden, d. h. unter dem Gesichtspunkt sich allmählich
verfestigender Institutionenbildung in der Weltwirtschaft i. S.
ihrer rechtlichen Regulierung und weltweiten "governance". Zu
diesem Zweck geht das Seminar zunächst von dem denkbar
unspezifischen Begriff "Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer
für die daran anschließende Behandlung einer Reihe ökonomischer,
wirtschaftsverfassungsrechtlicher und institutioneller
Grundfragen in der EU und im Welthandel bildet. Hieran schließt
die Betrachtung ausgewählter wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete
wie z. B. des Finanzmarktrechts, des Versicherungsaufsichts- und
des Börsenrechts, des Wettbewerbs-, Energie- und
Telekommunikationsrechts sowie des Rechts der Freien Berufe an.
Die dabei feststellbare "Europäisierung" des nationalen
Wirtschaftsrechts öffnet die Perspektive zu allgemeineren
Fragestellungen des Europäischen Wirtschaftsrechts und zu den
insoweit zu behandelnden institutionenpolitischen Perspektiven.
Näherhin geht es in der Auseinandersetzung damit auch um die
Klärung des Verhältnisses von Staat und Wirtschaft bei der
Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie einzelner
Regulierungs- einschließlich Harmonisierungsprobleme, die
hieraus folgen.
Ein gesonderter Seminarabschnitt wird sich dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überblick über
die Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden
hier zunächst Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik
untersucht. Daran anschließend werden regionale Arrangements
behandelt wie z. B. die APEC, NAFTA und der Mercosur. Auch die
erneuerte Mittelmeer-Kooperation steht bei Bedarf zur
Diskussion. In einem weiteren Schritt der Überlegungen wendet
sich das Seminar sodann kontinentalen Wirtschaftszonen am
Beispiel Asiens zu; näher erörtert werden die ASEAN sowie das
ASEM. Ferner widmet sich die Seminarthematik den
entwicklungsbezogenen Fragen der Welthandelsorganisation (WTO)
einschließlich deren Rückwirkungen auf das Europäische
Wirtschaftsrecht, wobei speziell die gegenwärtig virulenten
Fragen der Streitschlichtung erörtert sowie die Verbesserung der
existierenden WTO-Regeln in bezug auf supranationale
Beihilfenregimes, die Umweltvorsorge und die Handelsbedingungen
untersucht werden sollen. Auch und zugleich wird der Konflikt
zwischen Entwicklungsstaaten und Industriestaaten eine
prinzipielle Rolle spielen. Insbesondere geht es hierbei um
Kriterien eines "sozialen" Welthandels, die herauszuarbeiten
wären.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt jeweils in die spezielle
Thematik mit ein oder zwei Impulsreferaten von jeweils max. 30
Minuten Dauer ein. Eine Gliederung hierzu mit einigen
Literaturnachweisen wird von den Referenten rechtzeitig vor
Beginn des jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar
präsentierten Referaten wird eine aktiv und durch eigene Lektüre
vorbereitete Diskussion erwartet. Das Seminar bietet insoweit
auch für die einschlägige Kenntnisse aufweisenden ausländischen
Hörer Speyers eine hervorragend geeignete Veranstaltungsoption.
In einem Reader, dessen Studium nach Seminarbeginn vorausgesetzt
wird, sind von mir ausgewählte Schlüsselaufsätze enthalten. Die
Betreuung des Seminars übernimmt Frau Ass. iur. K. Schoppa,
meine Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn der
Veranstaltung telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen ist
und für vorab mögliche Vereinbarungen über zu bearbeitende
Vortragsthemen bereitsteht.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der
Vertiefung institutionenbezogener und wirtschaftsrechtlicher
bzw. handelspolitischer Kenntnisse sowie der
Argumentationstechnik im Schwerpunkt "Rechtsberatung und
Rechtsgestaltung", d. h. in einem höchst aktuellen
Ausbildungssegment. Zugleich will es die institutionalisierte
Vorbereitung auf den "Wirtschaftsanwalt" fördern. Für die
Teilnehmer ist ferner Gelegenheit geboten, sich an der
Schnittstelle von Staat und Wirtschaft über europäische und
internationale Trends zu informieren. Allerdings baut die
Veranstaltung auf soliden Grundkenntnissen im öffentlichen
Wirtschaftsrecht und im Gemeinschaftsrecht auf.
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Stand:
02.04.2009
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