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Sommersemester
2008
Seminar S 102
Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht
Dienstag, 8.15 - 10.30 Uhr, Hörsaal 3
Beginn:
6. Mai 2008 Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die mit Blick auf ihre
zukünftige Berufstätigkeit z. B. in der Wirtschaftsverwaltung,
in einem Verband bzw. als Anwalt und/oder im Bereich ihres
europarechtlichen Schwerpunktes unter Einschluss der
internationalen Beziehungen die kooperative Rolle von Staat und
Wirtschaft und die Entwicklung des Wirtschaftsrechts im Zeichen
der Globalisierung näher analysieren wollen. Die Seminarthemen
sollen dabei aus der Perspektive des akteurszentrierten
Institutionalismus bearbeitet werden, d. h. unter dem
Gesichtspunkt sich allmählich verfestigender
Institutionenbildung in der Weltwirtschaft. Zu diesem Zweck geht
das Seminar zunächst von dem denkbar unspezifischen Begriff
"Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer für die daran
anschließende Behandlung einiger
wirtschaftsverfassungsrechtlicher Grundfragen in der EU und im
Welthandel bildet. Hieran schliesst die Betrachtung ausgewählter
wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete wie z. B. des
Kapitalmarktrechts, des Versicherungsaufsichts- und des
Börsenrechts, des Wettbewerbs-, Energie- und
Telekommunikationsrechts sowie des Rechts der Freien Berufe an.
Die dabei feststellbare "Europäisierung" des nationalen
Wirtschaftsrechts öffnet die Perspektive zu allgemeineren
Fragestellungen des Europäischen Wirtschaftsrechts und zu den
insoweit zu behandelnden industriepolitischen Perspektiven.
Näherhin geht es in der Auseinandersetzung hiermit auch um die
Klärung des Verhältnisses von Staat und Wirtschaft bei der
Bewältigung einzelner Regulierungs- einschließlich
Harmonisierungsprobleme.
Ein gesonderter Seminarabschnitt wird sich dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überlick über die
Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden
hier zunächst Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik
untersucht. Daran anschließend werden regionale Arrangements
behandelt wie z. B. die APEC, NAFTA und der Mercosur. In einem
weiteren Schritt der Überlegungen wendet sich das Seminar sodann
kontinentalen Wirtschaftszonen am Beispiel Asiens zu; näher
erörtert werden die ASEAN sowie das ASEM. Vor allem aber widmet
sich die Seminarthematik den Fragen der Welthandelsorganisation
(WTO) einschließlich deren Rückwirkungen auf das Europäische
Wirtschaftsrecht, wobei speziell die gegenwärtig virulenten
Fragen der Streitschlichtung erörtert sowie die Verbesserung der
existierenden WTO-Regeln in bezug auf supranationale
Beihilfenregimes, die Umweltvorsorge und die Handelsbedingungen
untersucht werden sollen. Auch und zugleich wird der Konflikt
zwischen Entwicklungsstaaten und Industriestaaten eine
prinzipielle Rolle spielen. Insbesondere geht es hierbei um
Kriterien eines sozialen Welthandels, die herauszuarbeiten
wären.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder
zwei Impulsreferaten von jeweils max. 30 Minuten Dauer ein. Eine
Gliederung hierzu mit einigen Literaturnachweisen wird von den
Referenten rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen Seminartags
ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten wird eine
aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion erwartet.
Das Seminar bietet insoweit auch für die einschlägige Kenntnisse
aufweisenden ausländischen Hörer Speyers eine hervorragend
geeignete Veranstaltungsoption. In einem Reader, dessen Lektüre
innerhalb von 14 Tagen nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird,
sind Schlüsselaufsätze enthalten. Die Betreuung des Seminars
übernimmt Frau Ass. iur. K. Schoppa, meine Seminarassistentin,
die auch schon vor Beginn der Veranstaltung telefonisch unter
06232/654-320 zu erreichen ist und für Vereinbarungen über zu
bearbeitende Vortragsthemen bereitsteht.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
wirtschaftsrechtlicher Kenntnisse sowie der
Argumentationstechnik im Schwerpunkt "Rechtsberatung und
Rechtsgestaltung", d. h. in einem höchst aktuellen
Ausbildungssegment. Zugleich will es die institutionalisierte
Vorbereitung auf den "Wirtschaftsanwalt" fördern. Für die
Teilnehmer ist ferner Gelegenheit geboten, sich an der
Schnittstelle von Staat und Wirtschaft über europäische und
internationale Trends zu informieren. Allerdings baut die
Veranstaltung auf soliden Grundkenntnissen im öffentlichen
Wirtschaftsrecht und im Gemeinschaftsrecht auf. Gasthörer werden
nicht aufgenommen.
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Stand:
14.03.2008
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