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Sommersemester
2004 Seminar
108
Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht Dienstag,
8.30 - 10.45 Uhr, Hörsaal 3
Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die mit Blick auf ihre
zukünftige Berufstätigkeit in der Wirtschaftsverwaltung, in einem
Verband bzw. als Anwalt und/oder im Bereich ihres europarechtlichen
Schwerpunktes unter Einschluss der internationalen Beziehungen die
kooperative Rolle von Staat und Wirtschaft und die Entwicklung des
Wirtschaftsrechts näher untersuchen wollen. Zu diesem
Zweck geht das Seminar zunächst von dem denkbar unspezifischen Begriff
"Wirtschaftsrecht" aus, der die Klammer für die daran anschließende
Behandlung der wirtschaftsverfassungsrechtlichen Grundlagen in der EU und
in Deutschland bildet. Hieran schliesst die Betrachtung einiger
wirtschaftsrechtlicher Teilgebiete wie z.B. des Bankrechts,
des Versicherungsaufsichts- und des Börsenrechts, des Technischen
Sicherheitsrechts und des Rechts der Freien Berufe an. Die dabei
feststellbare "Europäisierung" des nationalen Wirtschaftsrechts
öffnet die Perspektive zu den Gegenständen und Rechtsgrundlagen des
Europäischen Wirtschaftsrechts. Der Auseinandersetzung mit den zu
behandelnden vier wirtschaftsrechtlichen Teilgebieten, dem Wettbewerbsrechts,
dem Informationstechnologierecht, dem Bank- und Börsenrechts sowie dem
Telekommunikationsrechts wird dabei eine institutionelle Perspektive
zugrunde gelegt. Näherhin geht es dabei um die Klärung des Verhältnisses von Staat und Wirtschaft bei
der Bewältigung einzelner Steuerungs- einschließlich
Harmonisierungsprobleme.
Der
letzte Seminarabschnitt wird sich sodann dem internationalen
Wirtschaftsrecht zuwenden. Beginnend mit einem Überblick über die
Grundlagen der internationalen Wirtschaftsverfassung, werden hier zunächst
Hauptprobleme der internationalen Handelspolitik untersucht. Daran
anschließend werden regionale Arrangements behandelt wie z. B. die NAFTA
und der Mercosur. In einem nächsten Schritt der Überlegungen wendet sich
das Seminar sodann kontinentalen Wirtschaftszonen am Beispiel Asiens zu; näher
erörtert werden die APEC sowie das ASEM. Schließlich wendet sich die
Seminarthematik den Fragen der Welthandelsorganisation (WTO) zu, wobei speziell Chinas Beitritt zur
WTO, die neue Runde der weltwirtschaftlichen Vereinbarungen sowie die
Verbesserung der existierenden WTO-Regeln in bezug auf nationale
Beihilfenregimes untersucht werden sollen. Dabei spielt auch und zugleich der Konflikt
zwischen Entwicklungsstaaten und Industriestaaten eine prinzipielle Rolle.
Insbesondere geht es hierbei um Kriterien eines sozialen Welthandels, die
herauszuarbeiten sind.
Didaktisches
Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt jeweils in die spezielle Thematik mit ein oder zwei
Impulsreferaten von jeweils ca. 30 bis 40 Minuten Dauer ein. Eine
Gliederung hierzu mit einigen Literaturnachweisen wird rechtzeitig vor
Beginn des jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten
Referaten wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete
Diskussion erwartet. Das Seminar bietet insoweit auch für die ausländischen
Hörer Speyers eine hervorragend geeignete Veranstaltungsoption. In einem
Reader, dessen Lektüre innerhalb von 14 Tagen nach Seminarbeginn
vorausgesetzt wird, sind Schlüsselaufsätze enthalten. Die Betreuung des
Seminars übernimmt Frau Ass. iur. Stefanie Gille, die auch schon vor
Beginn der Veranstaltung telefonisch unter 06232-654-320 zu erreichen ist
und zu Vereinbarungen über zu bearbeitende Vortragsthemen bereitsteht.
Sonstige
Informationen:
Das Seminar dient insbesondere der wirtschaftsrechtlichen Vertiefung an
der Hochschule in einem höchst aktuellen Ausbildungssegment. Zugleich will es die institutionalisierte Vorbereitung auf den
"Wirtschaftsanwalt" fördern. Für die Teilnehmer ist ferner
Gelegenheit geboten, sich an der Schnittstelle von Staat und Wirtschaft über
europäische und internationale Trends zu informieren.
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Stand:
31.03.2006
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