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Wintersemester
2009/2010
Seminar S 203
Politik und Recht der inneren Sicherheit in Deutschland und Europa Dienstag,
16.45 - 19.00 Uhr, Hörsaal 3
Beginn:
10. November 2009 Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die auf der Grundlage
bereits vorhandener polizeirechtlicher Kenntnisse entweder aus
Interesse an der gegenwärtigen politischen und rechtlichen
Diskussion über die Bekämpfung von Terrorismusgefahren oder mit
Blick auf ihre zukünftige Berufstätigkeit in der
Sicherheitsverwaltung, in einem privaten Sicherheitsunternehmen,
in einem entsprechenden Verband bzw. als Anwalt/Anwältin unter
Einschluss der europäischen Perspektive inhaltlich zu
rechtspolitischen und materiellen Rechtsfragen der inneren
Sicherheit in Deutschland, in der Europäischen Union (EU) und
international die notwendigen Kenntnisse erwerben wollen. Zu
diesem Zweck soll die Veranstaltung vor dem Hintergrund
aktueller politischer Entwicklungen zunächst Wissen über das
Mehrebenensystem und die Akteure der inneren Sicherheit sowohl
in Deutschland als in der EU vermitteln. Entsprechende
Einzelthemen widmen sich der begrifflichen Entfaltung von
innerer und äußerer "Sicherheit", ihrer Reichweite und
Entwicklung aus politischer, rechtlicher sowie institutioneller
Perspektive. Die sich in der öffentlichen Debatte zuspitzende
Frage nach der Verknüpfung von "innerer" und "äußerer"
Sicherheit wird intensiv zu behandeln sein. Ferner geht es
darum, Europa als einen Raum der Freiheit, der Sicherheit und
des Rechts nach Maßgabe des gemeinschaftlichen Vertragsrechts
sowie unter Berücksichtigung empirischer Daten zu betrachten. Im
Rahmen der Auseinandersetzung hierzu geht es einerseits
schwerpunktmäßig darum, den internationalen Terrorismus als neue
Form der Bedrohung innerer Sicherheit und die rechtlichen
Reaktionen hierauf zu diskutieren. Andererseits sind die
maßgeblichen Akteure der inneren Sicherheit im Mehrebenensystem
vorzustellen sowie deren rechtliche Kompetenzen zu prüfen.
Der anschließende Seminarabschnitt wird sich unter Beteiligung
von Herrn Polizeidirektor Dr. Ritter von der Bundespolizei mit
den Möglichkeiten und Grenzen transnationalen und
supranationalen Polizeihandelns befassen. Zur Sprache kommen die
rechtlichen Grundlagen und politischen Rahmenbedingungen
transnationaler und supranationaler Polizeieinsätze sowie deren
institutionelle Träger, wie z. B. "Europol". Ebenso wird die
internationale Dimension des Polizeihandelns beleuchtet
("Interpol"). Auch die Kooperation mit privaten
Sicherheitsdiensten auf nationaler, supranationaler
(Konzerndimension) und internationaler Ebene wird zur Sprache
kommen. Ein weiterer Themenblock befasst sich mit der
Vereinbarkeit gegenwärtiger Politik der inneren Sicherheit mit
der bestehenden (verfassungs-)rechtlichen Dogmatik.
Wiedersprüche sind aufzuzeigen, wenn es um die rechtliche
Antwort auf politische Auseinandersetzungen zu
Sicherheitsbedrohungen geht. Namentlich gesetzgeberische
Reaktionen im informationellen Bereich auf den Terrorismus und
die organisierte Kriminalität stehen hierbei im Vordergrund.
Darüber hinaus gehört zum europäischen Ansatz des Schutzes der
inneren Sicherheit auch die Zuwanderungsproblematik.
Den Seminarabschluss bildet die Analyse der staatlichen
Antworten auf die neuen Herausforderungen an die innere
Sicherheit. Festzustellen und zu diskutieren sind Verlagerungen
der funktionalen Reaktion auf die Bedrohungssituation im Wege
der Herausbildung institutionalisierter transnationaler
Kooperationsnetzwerke einerseits, die Öffnung der
Informationsbeziehungen unter den beteiligten Institutionen mit
daraus resultierenden neuartigen Problemen des Datenschutzes
sowie eine allgemeine Internationalisierung der Bekämpfung von
Kriminalität und Terrorismus andererseits. Neben Fragen der
rechtlichen Auseinandersetzung mit diesen funktionalen
Reaktionen stehen sicherheitspolitische Analyseansätze.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt in jeder Sitzung mit ein oder zwei
Impulsreferaten von jeweils ca. 30 Minuten Dauer, die auf der
Grundlage eines ausführlichen Seminarprogramms vereinbart
werden, in die spezielle Thematik ein. Von den Referenten wird
hierzu eine Gliederung mit einigen Literaturnachweisen
rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu
den im Seminar präsentierten Referaten wird eine aktiv und durch
eigene Lektüre vorbereitete Diskussion erwartet. In einem
Reader, dessen Lektüre vorausgesetzt wird, sind eine Reihe
ausgewählter Schlüsselaufsätze abgedruckt. Die Betreuung des
Seminars übernimmt Frau Ass. iur. K. Schoppa als
Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn der Veranstaltung
telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen ist. Sie steht
schon jetzt für Vereinbarungen über zu bearbeitende
Vortragsthemen bereit.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
sicherheitsrechtlicher Kenntnisse im nationalen und europäischen
Polizei- und Sicherheitsrecht. Zugleich wird ein Einblick in
komplexe Diskussionen der nationalen und internationalen
Sicherheitspolitik vermittelt, dabei auch und je nach
Diskussionsbedarf in der Verbindung mit militärischen
Sicherheitsfragen. Den Teilnehmern ist ferner Gelegenheit
geboten, sich an der Schnittstelle von Staat und
Zivilgesellschaft über europäische und internationale Trends
öffentlicher und privater Sicherheitsvorsorge zu informieren.
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Stand:
02.11.2009
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