|





















|
Wintersemester
2006/2007 Seminar
106
Politik und Recht der inneren Sicherheit in Deutschland und Europa Dienstag,
16.45 - 19.15 Uhr, Hörsaal 2
Inhalt:
Das Seminar wendet sich an
Interessenten, die entweder zur Vertiefung der gegenwärtigen Diskussion
um die Bekämpfung von Terrorismusgefahren oder mit Blick auf ihre zukünftige
Berufstätigkeit in der Sicherheitsverwaltung, in einem privaten
Sicherheitsunternehmen, in einem entsprechenden Verband bzw. als
Anwalt/Anwältin unter Einschluss der Europäischen Perspektive inhaltlich
zu politischen und Rechtsfragen der inneren Sicherheit in Deutschland und
in der Europäischen Union (EU) die notwendigen Kenntnisse erwerben und über
Zweifelsfragen diskutieren wollen. Zu diesem Zweck soll die Veranstaltung
vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen zunächst Wissen
über das Mehrebenensystem und die Akteure der inneren Sicherheit sowohl
in Deutschland als in der EU vermitteln. Entsprechende Einzelthemen widmen
sich der begrifflichen Entfaltung von "Sicherheit", ihrer
Reichweite und Entwicklung aus politischer, rechtlicher und
institutioneller Perspektive; die sich in der öffentlichen Debatte
zuspitzende Frage nach der Verknüpfung von "innerer" und "äußerer"
Sicherheit wird intensiv zu behandeln sein. Ferner geht es darum, Europa
als einen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts nach Maßgabe
des gemeinschaftlichen Vertragsrechts sowie unter Berücksichtigung
empirischer Daten zu betrachten. Im Rahmen der Auseinandersetzung hierzu
geht es einerseits auch darum, den internationalen Terrorismus als neue
Form der Bedrohung innerer Sicherheit zu diskutieren sowie andererseits
die maßgeblichen Akteure der inneren Sicherheit im Mehrebenensystem
vorzustellen sowie deren rechtliche Kompetenzen zu prüfen.
Der anschließende Seminarabschnitt wird sich mit den Möglichkeiten und
Grenzen eines transnationalen und supranationalen Polizeihandelns
befassen. Zur Sprache kommen die rechtlichen Grundlagen und politischen
Rahmenbedingungen transnationaler und supranationaler Polizeieinsätze
sowie deren institutionelle Träger, wie z. B. "Europol" und
"Eurojust". Ebenso wird die internationale Dimension des
Polizeihandelns beleuchtet ("Interpol"). Auch die Kooperation
mit privaten Sicherheitsdiensten auf nationaler, supranationaler
(Konzerndimension) und internationaler Ebene wird zur Sprache kommen. Ein
weiterer Themenblock befasst sich mit der Vereinbarkeit gegenwärtiger
Politik der inneren Sicherheit mit der bestehenden rechtlichen Dogmatik.
Widersprüche sind aufzuzeigen, wenn es um die rechtliche Antwort auf
politische Auseinandersetzungen zu Sicherheitsbedrohungen geht. Namentlich
Reaktionsüberlegungen auf den Terrorismus und die organisierte Kriminalität
stehen hierbei im Vordergrund. Darüber hinaus gehört zum europäischen
Ansatz des Schutzes der inneren Sicherheit auch die
Zuwanderungsproblematik.
Den Seminarabschluss bildet die Analyse der Reaktionen auf die neuen
Herausforderungen an die innere Sicherheit. Festzustellen und zu
diskutieren sind Verlagerungen der funktionalen Reaktion auf die
Bedrohungssituation im Wege der Herausbildung institutionalisierter
transnationaler Kooperationsnetzwerke einerseits, die Öffnung der
Informationsbeziehungen unter den beteiligten Institutionen mit daraus
resultierenden neuartigen Problemen des Datenschutzes sowie eine
allgemeine Internationalisierung der Bekämpfung von Kriminalität und
Terrorismus andererseits. Neben Fragen der rechtlichen Auseinandersetzung
mit diesen funktionalen Reaktionen stehen sicherheitspolitische Analyseansätze.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das
Seminar führt mit ein oder zwei Impulsreferaten von jeweils ca. 40
Minuten Dauer, die auf der Grundlage eines ausführlichen Seminarprogramms
vereinbart werden, in die spezielle Thematik ein. Von den Referenten wird
hierzu eine Gliederung mit einigen Literaturnachweisen rechtzeitig vor
Beginn des jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten
Referaten wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete
Diskussion erwartet. In einem Reader, dessen Lektüre innerhalb von 14
Tagen nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind eine Reihe von Schlüsselaufsätzen
abgedruckt. Die Betreuung des Seminars übernimmt Frau K. Schoppa, meine
Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn der Veranstaltung
telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen ist. Sie steht für
Vereinbarungen über zu bearbeitende Vortragsthemen bereit.
Sonstiges:
Das
Seminar dient insbesondere der Vertiefung sicherheitsrechtlicher
Kenntnisse im nationalen und europäischen Polizei- und Sicherheitsrecht.
Zugleich wird ein Einblick in komplexe Diskussionen der nationalen und
internationalen Sicherheitspolitik vermittelt, dabei auch und je nach
Diskussionsbedarf in der Verbindung mit militärischen Sicherheitsfragen.
Den Teilnehmern ist ferner Gelegenheit geboten, sich an der Schnittstelle
von Staat und Zivilgesellschaft über europäische und internationale
Trends öffentlicher und privater Sicherheitsvorsorge zu informieren.
 |
Stand:
13.11.2006
|
|
|