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Sommersemester
2008
Seminar
S 205
Politik und Recht der inneren Sicherheit in Deutschland und Europa Dienstag,
16.45 - 19.00 Uhr, Hörsaal 3
Beginn:
6. Mai 2008 Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die auf der Grundlage
polizeirechtlicher Kenntnisse entweder zur Vertiefung der
gegenwärtigen politischen und rechtlichen Diskussion um die
Bekämpfung von Terrorismusgefahren oder mit Blick auf ihre
zukünftige Berufstätigkeit in der Sicherheitsverwaltung, in
einem privaten Sicherheitsunternehmen, in einem entsprechenden
Verband bzw. als Anwalt/Anwältin unter Einschluss der
Europäischen Perspektive inhaltlich zu rechtspolitischen und
materiellen Rechtsfragen der inneren Sicherheit in Deutschland
und in der Europäischen Union (EU) die notwendigen Kenntnisse
erwerben wollen. Zu diesem Zweck soll die Veranstaltung vor dem
Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen zunächst Wissen
über das Mehrebenensystem und die Akteure der inneren Sicherheit
sowohl in Deutschland als in der EU vermitteln. Entsprechende
Einzelthemen widmen sich der begrifflichen Entfaltung von
"Sicherheit", ihrer Reichweite und Entwicklung aus politischer,
rechtlicher und institutioneller Perspektive. Die sich in der
öffentlichen Debatte zuspitzende Frage nach der Verknüpfung von
"innerer" und "äußerer" Sicherheit wird intensiv zu behandeln
sein. Ferner geht es darum, Europa als einen Raum der Freiheit,
der Sicherheit und des Rechts nach Maßgabe des
gemeinschaftlichen Vertragsrechts sowie unter Berücksichtigung
empirischer Daten zu betrachten. Im Rahmen der
Auseinandersetzung hierzu geht es einerseits schwerpunktmäßig
darum, den internationalen Terrorismus als neue Form der
Bedrohung innerer Sicherheit zu diskutieren. Andererseits sind
die maßgeblichen Akteure der inneren Sicherheit im
Mehrebenensystem vorzustellen sowie deren rechtliche Kompetenzen
zu prüfen.
Der anschließende Seminarabschnitt wird sich mit den
Möglichkeiten und Grenzen eines transnationalen und
supranationalen Polizeihandelns befassen. Zur Sprache kommen die
rechtlichen Grundlagen und politischen Rahmenbedingungen
transnationaler und supranationaler Polizeieinsätze sowie deren
institutionelle Träger, wie z. B. "Europol" und "Eurojust".
Ebenso wird die internationale Dimension des Polizeihandelns
beleuchtet ("Interpol"). Auch die Kooperation mit privaten
Sicherheitsdiensten auf nationaler, supranationaler
(Konzerndimension) und internationaler Ebene wird zur Sprache
kommen. Ein weiterer Themenblock befasst sich mit der
Vereinbarkeit gegenwärtiger Politik der inneren Sicherheit mit
der bestehenden rechtlichen Dogmatik. Widersprüche sind
aufzuzeigen, wenn es um die rechtliche Antwort auf politische
Auseinandersetzungen zu Sicherheitsbedrohungen geht. Namentlich
Reaktionsüberlegungen auf den Terrorismus und die organisierte
Kriminalität stehen hierbei im Vordergrund. Darüber hinaus
gehört zum europäischen Ansatz des Schutzes der inneren
Sicherheit auch die Zuwanderungsproblematik.
Den Seminarabschluss bildet die Analyse der Reaktionen auf die
neuen Herausforderungen an die innere Sicherheit. Festzustellen
und zu diskutieren sind Verlagerungen der funktionalen Reaktion
auf die Bedrohungssituation im Wege der Herausbildung
institutionalisierter transnationaler Kooperationsnetzwerke
einerseits, die Öffnung der Informationsbeziehungen unter den
beteiligten Institutionen mit daraus resultierenden neuartigen
Problemen des Datenschutzes sowie eine allgemeine
Internationalisierung der Bekämpfung von Kriminalität und
Terrorismus andererseits. Neben Fragen der rechtlichen
Auseinandersetzung mit diesen funktionalen Reaktionen stehen
sicherheitspolitische Analyseansätze.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt mit ein oder zwei Impulsreferaten von jeweils
ca. 30 Minuten Dauer, die auf der Grundlage eines ausführlichen
Seminarprogramms vereinbart werden, in die spezielle Thematik
ein. Von den Referenten wird hierzu eine Gliederung mit einigen
Literaturnachweisen rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen
Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten
wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion
erwartet. In einem Reader, dessen Lektüre innerhalb von 14 Tagen
nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind eine Reihe von
Schlüsselaufsätzen abgedruckt. Die Betreuung des Seminars
übernimmt Frau Ass. iur. K. Schoppa, meine Seminarassistentin,
die auch schon vor Beginn der Veranstaltung telefonisch unter
06232/654-320 zu erreichen ist. Sie steht für Vereinbarungen
über zu bearbeitende Vortragsthemen bereit. Gasthörer werden
nicht aufgenommen.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
sicherheitsrechtlicher Kenntnisse im nationalen und europäischen
Polizei- und Sicherheitsrecht. Zugleich wird ein Einblick in
komplexe Diskussionen der nationalen und internationalen
Sicherheitspolitik vermittelt, dabei auch und je nach
Diskussionsbedarf in der Verbindung mit militärischen
Sicherheitsfragen. Den Teilnehmern ist ferner Gelegenheit
geboten, sich an der Schnittstelle von Staat und
Zivilgesellschaft über europäische und internationale Trends
öffentlicher und privater Sicherheitsvorsorge zu informieren.
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Stand:
17.03.2008
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