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Sommersemester
2007 Seminar
S 205
Politik und Recht der inneren Sicherheit in Deutschland und Europa Dienstag,
16.45 - 19.15 Uhr, Hörsaal 3
Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
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Inhalt:
Das Seminar wendet sich an Interessenten, die auf der Grundlage
polizeirechtlicher Kenntnisse entweder zur Vertiefung der gegenwärtigen
Diskussion um die Bekämpfung von Terrorismusgefahren oder mit
Blick auf ihre zukünftige Berufstätigkeit in der
Sicherheitsverwaltung, in einem privaten Sicherheitsunternehmen,
in einem entsprechenden Verband bzw. als Anwalt/Anwältin unter
Einschluss der Europäischen Perspektive inhaltlich zu
rechtspolitischen und materiellen Rechtsfragen der inneren
Sicherheit in Deutschland und in der Europäischen Union (EU) die
notwendigen Kenntnisse erwerben sowie über Zweifelsfragen
diskutieren wollen. Zu diesem Zweck soll die Veranstaltung vor dem
Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen zunächst Wissen
über das Mehrebenensystem und die Akteure der inneren Sicherheit
sowohl in Deutschland als in der EU vermitteln. Entsprechende
Einzelthemen widmen sich der begrifflichen Entfaltung von
"Sicherheit", ihrer Reichweite und Entwicklung aus
politischer, rechtlicher und institutioneller Perspektive; die
sich in der öffentlichen Debatte zuspitzende Frage nach der Verknüpfung
von "innerer" und "äußerer" Sicherheit wird
intensiv zu behandeln sein. Ferner geht es darum, Europa als einen
Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts nach Maßgabe des
gemeinschaftlichen Vertragsrechts sowie unter Berücksichtigung
empirischer Daten zu betrachten. Im Rahmen der Auseinandersetzung
hierzu geht es einerseits schwerpunktmäßig darum, den
internationalen Terrorismus als neue Form der Bedrohung innerer
Sicherheit zu diskutieren sowie andererseits die maßgeblichen
Akteure der inneren Sicherheit im Mehrebenensystem vorzustellen
sowie deren rechtliche Kompetenzen zu prüfen.
Der anschließende Seminarabschnitt wird sich mit den Möglichkeiten
und Grenzen eines transnationalen und supranationalen
Polizeihandelns befassen. Zur Sprache kommen die rechtlichen
Grundlagen und politischen Rahmenbedingungen transnationaler und
supranationaler Polizeieinsätze sowie deren institutionelle Träger,
wie z. B. "Europol" und "Eurojust". Ebenso
wird die internationale Dimension des Polizeihandelns beleuchtet
("Interpol"). Auch die Kooperation mit privaten
Sicherheitsdiensten auf nationaler, supranationaler
(Konzerndimension) und internationaler Ebene wird zur Sprache
kommen. Ein weiterer Themenblock befasst sich mit der
Vereinbarkeit gegenwärtiger Politik der inneren Sicherheit mit
der bestehenden rechtlichen Dogmatik. Wiedersprüche sind
aufzuzeigen, wenn es um die rechtliche Antwort auf politische
Auseinandersetzungen zu Sicherheitsbedrohungen geht. Namentlich
Reaktionsüberlegungen auf den Terrorismus und die organisierte
Kriminalität stehen hierbei im Vordergrund. Darüber hinaus gehört
zum europäischen Ansatz des Schutzes der inneren Sicherheit auch
die Zuwanderungsproblematik.
Den Seminarabschluss bildet die Analye der Reaktionen auf die
neuen Herausforderungen an die innere Sicherheit. Festzustellen
und zu diskutieren sind Verlagerungen der funktionalen Reaktion
auf die Bedrohungssituation im Wege der Herausbildung
institutionalisierter transnationaler Kooperationsnetzwerke
einerseits, die Öffnung der Informationsbeziehungen unter den
beteiligten Institutionen mit daraus resultierenden neuartigen
Problemen des Datenschutzes sowie eine allgemeine
Internationalisierung der Bekämpfung von Kriminalität und
Terrorismus andererseits. Neben Fragen der rechtlichen
Auseinandersetzung mit diesen funktionalen Reaktionen stehen
sicherheitspolitische Analyseansätze.
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar führt mit ein oder zwei Impulsreferaten von jeweils
ca. 40 Minuten Dauer, die auf der Grundlage eines ausführlichen
Seminarprogramms vereinbart werden, in die spezielle Thematik ein.
Von den Referenten wird hierzu eine Gliederung mit einigen
Literaturnachweisen rechtzeitig vor Beginn des jeweiligen
Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar präsentierten Referaten
wird eine aktiv und durch eigene Lektüre vorbereitete Diskussion
erwartet. In einem Reader, dessen Lektüre innerhalb von 14 Tagen
nach Seminarbeginn vorausgesetzt wird, sind eine Reihe von Schlüsselaufsätzen
abgedruckt. Die Betreuung des Seminars übernimmt Frau Ass. iur.
K. Schoppa, meine Seminarassistentin, die auch schon vor Beginn
der Veranstaltung telefonisch unter 06232/654-320 zu erreichen
ist. Sie stehr für Vereinbarungen über zu bearbeitende
Vortragsthemen bereit.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
sicherheitsrechtlicher Kenntnisse im nationalen und europäischen
Polizei- und Sicherheitsrecht. Zugleich wird ein Einblick in
komplexe Diskussionen der nationalen und internationalen
Sicherheitspolitik vermittelt, dabei auch und je nach
Diskussionsbedarf in der Verbindung mit militärischen
Sicherheitsfragen. Den Teilnehmern ist ferner Gelegenheit geboten,
sich an der Schnittstelle von Staat und Zivilgesellschaft über
europäische und internationale Trends öffentlicher und privater
Sicherheitsvorsorge zu informieren.
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Stand:
21.03.2007
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