|





















|
Sommersemester
2011
Seminar S 211
Politik und Recht der inneren Sicherheit in Deutschland und Europa
mit
Dr. Markus Ritter, PolDir.
Dienstag,
16.45 - 19.15 Uhr, Hörsaal 3
Beginn:
17. Mai 2011 Vergabe der Plätze
nach dem Exposé-Verfahren: Ja
|
Inhalt:
Das gemeinsam
von einem fachlich versierten Hochschullehrer und von einem
erfahrenen Polizeipraktiker gehaltene Seminar ist einzigartig in
Deutschland. Es wendet sich an Interessenten, die auf der
Grundlage bereits vorhandener polizei-rechtlicher Kenntnisse
entweder aus Interesse an der gegenwärtigen politischen und
rechtlichen Diskussion über die Bekämpfung von
Terrorismusgefahren oder mit Blick auf ihre zukünftige
Berufstätigkeit in der Sicherheitsverwaltung, in einem privaten
Sicherheitsunternehmen, in einem entsprechenden Verband bzw. als
Anwalt/Anwältin unter Einschluss der europäischen Perspektive
inhaltlich zu rechtspolitischen und materiellen Rechtsfragen der
inneren Sicherheit in Deutschland, in der Europäischen Union
(EU) und international die notwendigen Kenntnisse erwerben
wollen. Zu diesem Zweck will die Veranstaltung vor dem
Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen zunächst Wissen
über das Mehrebenensystem und die Akteure der inneren Sicherheit
sowohl in Deutschland als in der EU vermitteln. Entsprechende
Einzelthemen widmen sich der begrifflichen Entfaltung von
innerer "Sicherheit", ihrer Reichweite und Entwicklung aus
politischer, rechtlicher sowie institutioneller Perspektive. Die
sich in der öffentlichen Debatte zuspitzende Frage nach der
Verknüpfung von "innerer" und "äußerer" Sicherheit wird intensiv
zu behandeln sein. Ferner geht es darum, die Europäische Union
als einen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts nach
Maßgabe des gemeinschaftlichen Vertragsrechts sowie unter
Berücksichtigung empirischer Daten zu betrachten. Im Rahmen der
Auseinandersetzung hierzu geht es einerseits schwerpunktmäßig
darum, den internationalen Terrorismus als neue Form der
Bedrohung und die rechtlichen Reaktionen hierauf zu diskutieren.
Andererseits sind die maßgeblichen Akteure der inneren
Sicherheit im Mehrebenensystem vorzustellen sowie deren
rechtliche Kompetenzen zu prüfen.
Der anschließende Seminarabschnitt wird sich mit den
Möglichkeiten und Grenzen transnationalen und supranationalen
Polizeihandelns befassen. Zur Sprache kommen die rechtlichen
Grundlagen und politischen Rahmenbedingungen transnationaler und
supranationaler Polizeieinsätze sowie deren institutionelle
Träger, wie z. B. "Europol". Ebenso wird die internationale
Dimension des Polizeihandelns beleuchtet ("Interpol"). Auch die
Kooperation mit privaten Sicherheitsdiensten auf nationaler,
supranationaler (Konzerndimension) und internationaler Ebene
wird zur Sprache kommen. Ein weiterer Themenblock befasst sich
mit der Vereinbarkeit gegenwärtiger Politik der inneren
Sicherheit mit der bestehenden (verfassungs-)rechtlichen
Dogmatik. Widersprüche sind aufzuzeigen, wenn es um die
rechtliche Antwort auf politische Auseinandersetzungen zu
Sicherheitsbedrohungen geht. Namentlich gesetzgeberische
Reaktionen im informationellen Bereich auf den Terrorismus und
die organisierte Kriminalität stehen hierbei im Vordergrund.
Den Seminarabschluss bildet die Analyse der staatlichen
Antworten auf die neuen Herausforderungen an die innere
Sicherheit. Festzustellen und zu diskutieren sind Verlagerungen
der funktionalen Reaktion auf die Bedrohungssituation im Wege
der Herausbildung institutionalisierter transnationaler
Kooperationsnetzwerke einerseits, die Öffnung der
Informationsbeziehungen unter den beteiligten Institutionen mit
daraus resultierenden neuartigen Problemen des Datenschutzes
sowie eine allgemeine Internationalisierung der Bekämpfung von
Kriminalität und Terrorismus andererseits. Neben den Fragen der
rechtlichen Auseinandersetzung mit diesen funktionalen
Reaktionen stehen sicherheitspolitische Analyseansätze sowie die
Analyse der sich ausprägenden "Sicherheitsgovernance".
Didaktisches Konzept, Lehr- und Lernziele:
Das Seminar
führt in jeder Sitzung mit ein oder zwei Impulsreferaten von
jeweils ca. 30 Minuten Dauer, die auf der Grundlage eines
ausführlichen Seminarprogramms vereinbart werden, in die
spezielle Thematik ein. Von den Referenten wird hierzu eine
Gliederung mit einigen Literaturnachweisen rechtzeitig vor
Beginn des jeweiligen Seminartags ausgelegt. Zu den im Seminar
präsentierten Referaten wird eine aktiv und durch eigene Lektüre
vorbereitete Diskussion erwartet. In einem Reader, dessen
Lektüre vorausgesetzt wird, sind eine Reihe ausgewählter
Schlüsselaufsätze abgedruckt. Die Betreuung des Seminars
übernimmt Frau Ass. iur. K. Schoppa als Seminarassistentin, die
auch schon vor Beginn der Veranstaltung unter schoppa@dhv-speyer.de
zu erreichen ist. Sie steht schon jetzt für Vereinbarungen über
zu bearbeitende Vortragsthemen bereit.
Sonstiges:
Das Seminar dient insbesondere der Vertiefung
sicherheitsrechtlicher Kenntnisse im nationalen und europäischen
Polizei- und Sicherheitsrecht. Zugleich wird ein Einblick in
komplexe Diskussionen der nationalen und internationalen
Sicherheitspolitik vermittelt, dabei auch und je nach
Diskussionsbedarf in der Verbindung mit militärischen
Sicherheitsfragen. Den Teilnehmern ist ferner Gelegenheit
geboten, sich an der Schnittstelle von Staat und
Zivilgesellschaft über europäische und internationale Trends
öffentlicher und privater Sicherheitsvorsorge zu informieren.
|
 |
Stand:
15.04.2011
|
|
|