|
Abgeschlossene Forschung
|
 |
Zehn Jahre Neues Steuerungsmodell
Evaluation
lokaler Verwaltungsmodernisierung
zus. mit Jörg
Bogumil (Bochum), Lars Holtkamp (Hagen), Werner Jann (Potsdam),
Leo Kißler (Marburg), Christoph Reichard (Potsdam), Hellmut
Wollmann (Berlin) Förderinstitution(en):
Hans-Böckler-Stiftung; Kommunale Gemeinschaftsstelle für
Verwaltungsmanagement - KGSt
Laufzeit: 4/2004 - 3/2006
Fördersumme: 205.000 Euro
|
Die Ergebnisse der Studie sind erschienen in: Bogumil, Jörg /
Grohs, Stephan, Kuhlmann, Sabine / Ohm, Anna, 2007: Zehn Jahre Neues
Steuerungsmodell. Eine Bilanz kommunaler Verwaltungsmodernisierung.
Berlin: Ed. Sigma; 2. Auflage 2008
Projekt-Veröffentlichungen
Flyer: 10 Jahre NSM (Veröffentlichungen)

Sabine Kuhlmann: Hat das „Neue
Steuerungsmodell“ versagt? Lehren
aus der „Ökonomisierung“ von Politik und Verwaltung.
Sabine Kuhlmann: Evaluation lokaler
Verwaltungspolitik: Umsetzung
und Wirksamkeit des Neuen Steuerungsmodells in den deutschen
Kommunen.
Sabine Kuhlmann und Hellmut Wollmann:
Transaktionskosten von
Verwaltungsreformen: ein „missing link“ der
Evaluationsforschung.
Jörg Bogumil/ Sabine Kuhlmann:
Wirkungen lokaler
Verwaltungsreformen: Möglichkeiten und Probleme der
Performanzevaluation, in: Jann, W./Röber, M./Wollmann, H. (Hrsg.):
Public Management. Grundlagen, Wirkungen, Kritik. Festschrift für
Christoph Reichard zum 65. Geburtstag. Wiesbaden: VS Verlag, S.
349-370.

Jörg Bogumil/Sabine Kuhlmann: Zehn
Jahre kommunale
Verwaltungsmodernisierung – Ansätze einer Wirkungsanalyse.

Jörg Bogumil / Stephan Grohs / Sabine Kuhlmann:
Ergebnisse und
Wirkungen kommunaler Verwaltungsmodernisierung in Deutschland –
Eine Evaluation nach zehn Jahren Praxiserfahrung.

Behördenspiegel 3/2008: Das Buschfeuer
ist erloschen.

Sabine Kuhlmann, Jörg Bogumil, Stephan Grohs:
La Modernisation
de l’administration locale en allemagne: succes ou echec de la
nouvelle gestion publique

Rezensionen zu: Jörg Bogumil, Stephan Grohs, Sabine Kuhlmann,
Ana K. Ohm: Zehn Jahre Neues Steuerungsmodell. Eine Bilanz
kommunaler Verwaltungsmodernisierung
weitere Veröffentlichungen als Übersicht
Rezensionen zu 10 Jahre NSM:

Projekt-Beschreibung
Mittlerweile war es schon zehn Jahre
her, dass die KGSt ihren grundlegenden Bericht zum Neuen
Steuerungsmodell (NSM) vorgelegt hat und das Modell mit einer angesichts
der deutschen Verwaltungstradition kaum zu erwartenden Dynamik in die
kommunale Praxis Einzug hielt. Höchste Zeit, eine empirisch gesättigte
Bilanz des Neuen Steuerungsmodells zu ziehen, eine Evaluierung kommualer
Verwaltungsmodernisierung. Diese ermöglichte es zugleich, die Akzeptanz
und die Umsetzungschancen der neuen Leitbilder für eine stärkere
Außenorientierung der Verwaltung (Bürgerkommune, aktivierende Kommune,
Local Governance) zu analysieren.
Das Forschungsprojekt geht von
der (analytischen) Unterscheidung dreier Bezugseinheiten für die
Evaluierung der Verwaltungsreform aus: einem Soll-Ist-Vergleich, einem
Zeit- und einem Quervergleich. Diese Bewertungsperspektiven beziehen
sich bei der Untersuchung der abhängigen Variable „Reformergebnisse“ auf
drei Analysedimensionen:
auf die Institutionenevaluierung, in der es um die organisatorischen,
personellen und instrumentellen Veränderungen geht,
auf die Perfomanzevaluierung, in der es um die Veränderungen des
Verwaltungshandelns (Leistungsfähigkeit, Bearbeitungsdauer,
Kosteneffizienz, Qualität, Kunden- und Mitarbeiterorientierung) geht
sowie
auf die Outcomeevaluierung, in der es um bestimmte
(gesamtwirtschaftliche, verteilungspolitische) Effekte im Umfeld der
Verwaltung geht.
Ein besonderer Schwerpunkt
wurde auf die Performanzveränderungen gelegt. Im Ergebnis sollte gezeigt
werden, inwieweit die vom NSM angestrebten Ziele erreicht wurden und von
welchen endogenen und exogenen Faktoren eine erfolgreiche Umsetzung des
NSM oder neuerer Leitbilder in einzelnen Städten abhängt. Mit der
Evaluation des Neuen Steuerungsmodells sollte eine realistische Analyse
der Realverfassung eines zentralen Akteurs – also von Kommunalverwaltung
und -politik – für die im Rahmen des kooperativen Staates angestrebten
Governanceformen erstellt werden, auch weil davon auszugehen ist, dass
eine erfolgreiche Außenorientierung der Verwaltung zentral von einer
bereits zufrieden stellend vollzogenen Binnenreform der Verwaltung
abhängt.
Mit diesem Forschungsvorhaben schlossen wir die immer größer
werdende Evaluationslücke, die daraus resultiert, dass sich seit Ende
der 90er Jahre der Fokus der Forschung und Forschungsförderung immer
stärker auf die Entwicklung und Diskussion neuer Verwaltungsleitbilder
(Bürgerkommune, aktivierende Kommune, Local Governance) richtet, während
das Neue Steuerungsmodell, das das Fundament der meisten neuen
außenorientierten Leitbilder ist, zusehends aus dem Blick gerät. Diese
Evaluationslücke ist nicht nur für die wissenschaftliche Forschung,
sondern gerade auch für die Verwaltungspraxis höchst unbefriedigend.
Denn sehr viele Kommunen haben versucht, das NSM zu implementieren und
kämpften noch Jahre später mit erheblichen Umsetzungs- und
Motivationsproblemen. Daher stehen nicht wenige Kommunen den zur Zeit
grassierenden neuen Leitbildern der Verwaltungsreform skeptisch
gegenüber, wenn die Probleme des Neuen Steuerungsmodells noch nicht
ansatzweise gelöst wurden. Auch aus der pragmatischen Perspektive ist
die Umsetzung der Binnenreform das Fundament für die Realisierung der
neuen außenorientierten Leitbilder. Für die Mehrzahl der Kommunen, aber
auch für die Verwaltungen höherer föderaler Ebenen, die nun mit
erheblicher Zeitverzögerung das NSM imitieren, hat somit eine Evaluation
der Verwaltungsreform eine erhebliche praktische Bedeutung, wenn sie
insbesondere die kommunal gestaltbaren Variablen näher untersucht und
auf dieser Grundlage zu konkreten Umsetzungsempfehlungen kommt.
Diese umfassende Evaluation
der Verwaltungsreform wurde durch einen ausgewogenen Mix qualitativer
und quantitativer Methoden sichergestellt. In einem ersten Schritt
wurden in qualitativen Fallstudien die Verwaltungsreform in mehreren
Städten überwiegend durch halbstandardisierte Interviews und
umfangreiche Dokumentenanalyse untersucht. Dabei handelt es sich um
Kommunen, die wir schon in unterschiedlichen Untersuchungen Mitte der
90er Jahre analysiert haben. Damit ist eine Längsschnittsuntersuchung
möglich, mit der es uns gelingen konnte, relativ detailgenau die
Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten des Neuen Steuerungsmodells vor Ort
nachzuzeichnen und auch die Akzeptanz und Umsetzung neuerer Leitbilder
zu erfassen. Als Kontrollgruppe wurde auch eine Fallstudie in einer
Stadt erstellt, die „nicht modernisiert“ hat.
In einem zweiten Schritt haben
wir aufbauend auf den Erkenntnissen der Fallstudien in einer
bundesweiten Erhebung die Bürgermeister, Personalratsvorsitzenden und
einen Vertreter einer Fachverwaltung in allen KGSt-Mitgliedskommunen
(ca. 1.600: entspricht nahezu allen Kommunen über 10.000 Einwohner in
Deutschland sowie dem Großteil der Landkreise) schriftlich befragt.
Dadurch war es möglich, wesentliche Teile der Ergebnisse der Fallstudien
besser einzuordnen und einen flächendeckenden Überblick über den Stand
und vor allem die Wirkungen der kommunalen Verwaltungsreform zu
erhalten.
 |
Stand:
08.03.2010
|
|